VÖ: 15.01.16
(Contendo Media)

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CONTENDO MEDIA

Klapptext:

Das Sexleben von Michaela und Andreas lässt schon seit geraumer Zeit zu wünschen übrig.
Um Schwung in ihre Beziehung zu bringen, entschließen sie sich zum Partnertausch. Dazu verabreden sie sich mit zwei fremden Paaren in einem Strandhaus an der Lübecker Bucht.
Doch das erotische Wochenende entwickelt sich schnell zum Albtraum, als ein Mord geschieht.
Denn nur einer von ihnen kann der Täter sein...

Sprecher:

Michaela Gothe – Uschi Hugo
Andreas Gothe – Viktor Neumann
Rafael Maurer – Rainer Fritzsche
Leticia Huber – Tanja Dohse
Kurt Abel – Hanno Friedrich
Jette Ullrich – Uta Dänekamp
Isabelle Bruns – Arianne Borbach
Heinz Friedrichs – Pat Murphy
Erzähler – Uve Teschner

Kritik:

Wer hatte nicht jenen ungläubigen „Echt jetzt ?“ Ausdruck im Gesicht als der neue Serientitel bei Contendo Media bekannt wurde. Auf der anderen Seite, Sex sells. Und das immer. Was ist also so abwegig eine Serie zu präsentieren, die auf der Welle von 50 Shades of Grey mitreiten möchte. Schwülstige und billigst produzierte Hörbücher in diese Richtung gibt es schließlich genug. Qualitativen Hörgenuss sucht man hier allerdings vergeblich. Bisher, denn Contendo zeigt mit Sex in Serie, dass es auch anders geht. Hochwertig ohne auch nur 1 Sekunde lang billig zu wirken. Eine Verneigung meinerseits an dieser Stelle an Regie und Sprecher. Völlig natürlich und ungekünstelt hätte die Besetzung für dieses Hörspiel gar nicht besser ausfallen können. Die Sprecher leisten durch die Bank weg Großes, kommen dabei sympathisch und locker herüber. Sex im Hörspiel. So muss es klingen. Das Experiment eines pornografisch angehauchten Hörspiels ohne Fremdschämfaktor zu präsentieren ist hier zur Gänze gelungen. Die Produktion rockt. Ist glasklar, ja fast schon klinisch rein. Die Effekte sind satt und kraftvoll gemischt und passen perfekt zum Geschehen. Musikalisch zeigt man sich eher ungezwungen und seicht. Driftet lediglich im Mittelteil mit starken Thriller Nuancen ein wenig in spannende Bereiche ab und erzeugt hier eine teilweise dichte Atmosphäre. Alles super bis hierhin. Doch kommen wir zum einzigen Kritikpunkt an „Spiel der Begierde“ um den ich leider nicht herum komme. Die Geschichte, der man anmerkt, dass sie um den Sex herum geschrieben wurde und deshalb in meinen Augen viele Oberflächlichkeiten und Logiklücken besitzt. Anders ist nicht zu erklären warum die Protagonisten wie selbstverständlich versuchen völlig einträchtig eine Leiche verschwinden zu lassen, ohne sich auch nur eine Sekunde darum zu sorgen, dass der Mörder ja zwangsweise unter ihnen weilt. Keinem kommt auch nur der Gedanke selber in Gefahr zu sein. Naive Darsteller in einem tödlichen Spiel. Eine reumütige Beichte und ein eher unspektakuläres, fast schon selbstverständliches Ende schließen dieses Hörspiel. Hier sollte Vielschreiber Markus Topf zukünftig vielleicht ein wenig den „Thriller“ mit all seinen Finessen, Abgründen und logischen Zusammenhängen deutlicher fokussieren. So bleibt ein toll umgesetztes Erotik Hörspiel, das mit dem neu angestrebten Setting definitiv Lust auf weitere Folgen macht. Fazit: Sex im Hörspiel kann und darf nur genauso klingen. Das Hörspiel mit dem gewissen Etwas und sanftem Prickeln. 7,5 von 10