05 jdoverdrive

VÖ: bereits erschienen
(Metal Mind Productions)

Style: Southern / Stoner Metal

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J.D. OVERDRIVE

Nein, dreckiger sind die Riffs nicht geworden, löblicherweise jedoch zumindest noch immer so dreckig, wie gewohnt. Hinterliessen bereits alle bisherigen Alben kräftig Eindruck bei mir, bestätigt sich dieses Bild auf dem aktuellen JD OVERDRIVE-Album einmal mehr. Nach wie vor bleiben die vier im harten Southern- und Wüstenrockmetier exakt passend beheimateten Polen bei der ihnen ureigenen Mischung aus GODSMACK, PANTERA (zu Cowboys from Hell-Zeiten), KYUSS, HIGH ON FIRE, DOWN, BLACK LABEL SOCIETY und einer satten Prise Stonermetal hängen, die ihnen ausgezeichnet zu Gesicht steht. Wenn sich bei J.D.OVERDRIVE überhaupt grundlegend etwas geändert hat, dann bezieht sich dies auf den Eingängigkeitsfaktor der ein wenig konstanter geworden ist, ebenso wird etwas mehr Freiraum für melancholisch drückender Schwermut gegeben, damit hat es sich aber auch schon. Musikalisch machen die Polen im Prinzip ohne Rücksicht auf Verluste das, was sie am besten können: Richtig schön fett derb auf's Geweih drückende Riffs, aggressiven Gesang, tief rumpelnde Bassläufe und knallig scheppernd laute Schlagzeugbeats austeilen! Schwerblütig düstermelancholische Sphärenparts eingeschlossen. Stimmbandquäler Susel bringt seine Botschaften erneut wohltuend aggressiv, zwischen heißerem Gekeif, kraftvoll rau kehligem Geschrei und anklagend hohem Gesang predigend unters Volk. Fließend rollende Gitarrengroovekaskaden verbinden sich mit roher Straßenhärte. „Seeds and Stones“ outet sich als heftiger Abgesang derb schräger Art in Westernmanier, dessen Stimmung Gedanken an eine verrufen zwielichtige Wildwest-Kaktus n' Tequila-Bar räudigen Charakters einschließlich deren Stammkundenklientels weckt. „The Greater Good“ entwickelt auf sympathisch ehrliche Weise unglaublich viel direkte Vorwärtsdynamik, inklusive Arschtrittfeeling, wird im Mittelpart getragen schleppend, geht zum Schluß erneut kräftig nach vorn. „A Painful Reminder“ rockt druckvoll im PANTERA BLACK LABEL SOCIETY/DOWN-Stil. JD OVERDRIVE wissen genau, wie kantig schwerer Desertrock gespielt werden muss. The Kindest Of Deaths“ lässt überhaupt keinen Zweifel daran. Zwischendurch werden immer die erforderlichen Leadsoli eingestreut. Die überraschend schnelle Grooveattacke „The Lesser Evil“ schält sich wohltuend heraus, ansonsten dominieren schwerblütig bluesgetränkter Rock und Southernstonermetal die elf Tracks, womit mein Fazit für diese Tonkonserve feststeht: Erneut ein pfundschwer den Asphaltcowboysektor rockendes Gesamtergebnis, das Anhängerschaften obig erwähnter Acts unter Garantie zufrieden stellt. 8/10.