05 starquake


VÖ: 29.05.2015
(Pure Steel Records)

Style: Heavy Metal

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STARQUAKE

Irgendwie fasse ich mir beim kauzigen Inhalt dieser Scheiblette des öfteren an den Kopf. Zum einen kommen PRAYING MANTIS, zum anderen MANILLA ROAD, wiederum ein andermal DEEP PURPLE/URIAH HEEP, RAINBOW, BLUE ÖYSTER CULT, FOCUS, ASHBURY oder TAROT sowie mancher Krautrockeinflüsse bei Nummern wie „Scenes From A Revolution“, „Close Encounter“, „Rise and Fall“, „The Needle Lies“, „Times that Matter“ oder „Fairytale“ zum Vorschein. STARQUAKE nennt sich das Studioprojekt von Multiinstrumentalist, Sänger, Sound engineer und Produzent MIKEY, „the Voice“ Wenzel, der zusammen mit mehreren am Projekt beteiligten Gastmusikern eine Zeitreise zu den Wurzeln klassischer 70er/80er geprägten Hardrocks unternahm. Anhänger hochgradig verschachtelter Progressive Bands vom Typ SPOCKS BIRD oder frühen Experimentialrockacts der Krautrockära wie VAN DEN GRAF GENERATOR und Co. könnten am breit gefächerten Inhalt der urigen Tonkonserve gleichermaßen Freude finden. „No More Hate“ fällt ein wenig aus dem Rahmen. Das Stück bedient sich unverständlicherweise frech an der IRON MAIDEN-Hymne „Waysted Years“, hinsichtlich der hohen Qualitätsdichte auf dem Silberling unverständlich. Dafür hat das achtköpfige Ensemble zuviel hochkarätiges Eigenmaterial eingespielt, wodurch solche Possen überflüssig werden. Dreiundsiebzig Minuten regiert purer Wahnsinn! Auf dem passend betitelten „Times that Matter“-Silberdreher verschmelzen 70er-Jahre Hardrock und Früh80er-Heavy Metal-Touch mit klassischem Rock n' Roll zur schrillen, verträumt kauzig sowohl heroisch als melancholisch ins Gehör laufend atmosphärisch geprägt bizarren Reise in die Vergangenheit. Harmonische Klargesangslinien, variabel gemischter Chorgesang umgeben von toller Melodieführung, raue Hardrockvocalistik, gefühlvolle Akkustikgitarren, Violinen..., spritzig flotte von der Hammondorgel erzeugte Kaskaden stehen im Kontrast zu langgezogenen Klangteppichen. Kernige Grooves, spannende Gitarren/Orgelduelle ergeben ein abwechslungsreich mitreißendes Flair. Häufig abrupt Struktur variierende Progressivewechsel erzeugen schwankende Stimmungsmuster zwischen Trauer, Hoffnung und Melancholie. Alle elf Stücke überschreiten fließend die Grenze verträumten Abschweifens und impulsiv zurück in die Wirklichkeit holender Realität. „Times that Matter“ ist eine beeindruckende Sammlung kauziger 70er/80er-Einflüsse, wie gemacht für ihr auf PRAYING MANTIS, MANILLA ROAD, DEEP PURPLE, URIAH HEEP, RAINBOW, ASHBURY, TAROT, FOCUS oder BLUE ÖYSTER CULT schwörendes Hörerklientel. Ein optisch wunderschön gestaltetes Artwork des bekannten englischen Fantasycoverzeichners Rodney Matthews macht die Krönung dieses Gourmethäppchens perfekt. Auf diesem liebevoll vielschichtigen Tondokument fesselnder Hardrockmusik geprägt von Geschichtsträchtigem Hintergrund wird die Nostalgie der Vergangenheit in facettenreicher Form lebendig! 9/10