VÖ: bereits erschienen

(Just for kicks)

 

Homepage:
www.balloonastronomy.com

 

 

 


Easy-listening kann eine Bezeichnung für anspruchslose Musik bedeuten. Kann aber auch, wie im Falle von BALLOON ASTRONOMY, für eingängigen und unkomplizierten Prog Rock stehen. Gerade in einem Genre, wo oft Komplexität und Technik vor der Qualität eines schlicht guten Songs steht, ist es doch immer wieder erheiternd, wie man mit weniger einfach mehr erreicht- ohne deshalb gleich als Dilettant an seinem Instrument zu gelten. Das aus San Diego Kalifornien stammende Duo Jim Ledger und Glenn Little verbindet seit Kindheitstagen eine Freundschaft und die Liebe zu progressiver Musik. Auf ihrem selbstbetitelten Debüt vereinen die beiden ihre Einflüsse aus den vergangenen Jahrzehnten mithilfe einiger Gastmusiker wie die Schlagzeuger Nick D`Virgilio und Jason Smith, sowie Mike Keneally (Akustik Gitarre) und Max Werner an der Klarinette. Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus alten wie modernen Soundelementen, wobei der Hauptaugenmerk eher auf Retro als auf der aktuellen Progschule liegt. Melodien und Harmonien sowie gesangliche Parallelen zu GENESIS und MARILLION, melancholische Momente und moderne Zitate von PORCUPINE TREE, ein von Elton John beeinflusstes Klavierspiel, instrumentale Klangspielereien in bester Mike Oldfield Manier und die für alle Songs geltende Maxime, die Arrangements generell simpel und die Kompositionen unbeschwert wirken zu lassen. Speziell die Umsetzung des letzten Punkts ist dem Duo nicht nur vorzüglich gelungen, sondern zeichnet den Bandsound insgesamt am besten aus. Hier liegt das Vorbild SPOCK`S BEARD in jedem der zwölf Stücke vor, Neal Morse hätte es nicht treffender hinbekommen. Natürlich kommt man beim Genuss von Balloon Astronomy, ähnlich wie bei Neal Morse, nicht drum herum, eine gewisse poplastige Süßlichkeit zu schlucken, welche manchmal ("Roots Run Deep", "Sigmond Fletcher", "One Summer" als Beispiele) etwas zu flockig daherschmeichelt. Allerdings setzen diese "Kalorien" nicht nachhaltig Fett im ansonsten feingliedrigen und verspielten Album an, der Kitschfaktor bleibt auf das gesamte Album verteilt niedrig. Dies liegt auch daran, dass Ledger und Little zwischendurch auch ernst und nachdenklich musizieren können, man will sich ja ein paar Kanten bewahren. Wer seinen Prog anspruchsvoll aber auch immer songdienlich bevorzugt und sich an herrlichen Melodien  berauschen kann, für den ist Balloon Astronomy ein Rundflug mit Wohlfühl-Garantie!