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MAN.MACHINE.INDUSTRY - Lean back, relax and watch the world burn



VÖ: 11.05.2012
(GMR Music)

Homepage:
www.facebook.com/manmachineindustry

Anno 2007 steuerten MAN.MACHINE.INDUSTRY (fortan MMI genannt) einen Song zum Soundtrack des Videospiels "The darkness" bei, der Weg in den Fokus der Öffentlichkeit schien geebnet. Medienwirksame Optik der einzelnen Musiker und ein nicht allzu überlaufener stilistischer Sektor machten den 4 schwedischen Paradiesvögeln Hoffnung doch ob ihr vierter Release "Lean back, relax and watch the world burn" tatsächlich die Tore zu den Industrial-Ruhmeshallen aufzustoßen vermag bleibt fraglich. Der Opener "To a blood red sky" fährt zwar nach einem kurzesn düsteren Intermezzo fette Gitarrenwände auf und verbannt Synthies und Samples in den Hintergrund was löblich ist und die Gehörgänge ordentlich durchpustet (Der Sound hat schon einiges an Druck zu bieten und wird in jedem Fall viele Zuhörer begeistern) doch schon der Gesang von J.B. verblasst, seine coreartigen Shouts haben einfach nicht genug Ausdruck und erscheinen in melodischen Momenten auch eher deplaziert. Doch an und für sich ein ordentlicher Einstand und man muss festhalten dass die erste Hälfte des Albums zwar nicht zu Jubelstürmen verführt aber doch zumindest als "amtlich" bezeichnet werden darf. "Vivite et sinite mori" schlägt in die selbe Kerbe wie der Opener, "war god" rockt eingängig und dennoch crazy genug um an die glorreichen Zeiten von MARYLIN MANSON und STATIC-X zu erinnern und das balladeske "the cage" ist trotz der verkorksten Gesangsleistung zumindest noch ein emotionaler Farbtupfer im ansonsten recht eintönig grooven und stampfenden Industrial Einheitsmüll. Einzig beim Einsatz von Synthis, Samples und Keys hat sich die Band tatsächlich etwas einfallen lassen und kann sich somit ein wenig aus der Masse abheben doch als wirkliches Trademark genügt dies leider nicht zumal Songs wie z.B. der Titeltrack selbst dadurch nicht vor der Skiptaste zu retten sind. Es genügt einfach nicht abgegriffene MINISTRY und NIN-Riffs wieder aufzuwärmen und ab dem KILLING JOKE Cover "eighties" geht das Album dann leider komplett in die Hose. Die Songs zerren einfach nur noch am Nervenkostüm sind kaputtgedacht und zu berechenbar. Das Genre hat selbstverständlich ein gewisses Faible für Kälte aber diese Kälte beißt nicht, schüttelt einen nicht durch und bewegt einen nicht. Für Album Nummer 5 wäre etwas mehr Experimentierfreude, Eigenständigkeit und vor allem Spielfreude angeraten bevor man auf dem emotionalen Stand von Vin Diesel in "Riddick" stehen bleibt.