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SWORN ENEMY - " The Beginning Of The End"


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VÖ: 02.05.06    
Style: Thrashmetal / Hardcore
(Century Media Records)

Homepage:
www.swornenemynyc.com

Die Brutstätte des Hardcore schickt neue Kampfgesänge auf ihre Straßen und die Sirenen New Yorks erfüllen die Stadt mit den Anzeichen neuer Gewalt. Schon viele geile Bands sind diesem Sumpf entsprungen und Kraftpakete wie Biohazard oder Hatebreed finden ihre Weiterführung in der Band, die soeben die Sphären meiner Stereoanlage geentert hat und seit einigen Minuten schon wütend und Hass spuckend vor sich hin rotiert, wobei sie die Grenzbelastung meiner Boxen und meines Trommelfells auslotet. Zeitgenossen, die befürchten, wieder eine der zahllosen ideenarmen und nichts sagenden Mitessermetalcorekombos angedreht zu bekommen, sollten sich beruhigt zurücklehnen, das Denken anderen überlassen und sich einfach mal die nötigen knapp 50 Minuten (inkl. Hiddentrack) nehmen, um sich die 11 Mördertracks der New Yorker reinzufahren. Von Beginn an gibt sich die Band düster, feuert knackige Thrashriffs in den Äther und macht dabei nicht den Eindruck als habe sie allzu viel Lust auf Kompromisse. Wenn der erste Song trotz all seiner Härte, durch seine rhythmisch geschriene Chorusline, unterstützt durch ebenso phrasierte Doublebassnutzung noch eine beeindruckende Menge Crossoverflair versprüht, so hält sich das folgende 'Scared Of The Unknown' eher an Saitenarbeit der Hausnummer Dew-Scented. Gelegentlich darf dann auch mal gemosht werden. Das Anliegen der Band liegt aber hörbar nicht darin, mickrige Songs mit obligatorischen Megabreakdowns zu produzieren, sondern gute Metalnummern zu schreiben, die infiziert sind von der wütenden Attitüde des Hardcore. “The Beginning Of The End“ ist sehr homogen ausgefallen, was nicht heißen soll, dass sich die Songs gegenseitig kopieren. Den Kompositionen liegen solide und harte Thrashriffs zu Grunde, die mal an Kreator, mal an Dew-Scented und gelegentlich an Slayer erinnern, letzten Endes aber immer genügend Eigenständigkeit bewahren. Darüber hinaus versteht es die Band zu grooven und zeigt, dass sie ihre Hausaufgaben in allen Fächern gemacht hat, wenn sie plötzlich bei 'All I Have' geniale, schöne und eingängige Soli aus ihrem Repertoire zaubert oder beim Rausschmeißer 'Weight Of The World' ebenso gewichtige Midtemposalven inklusive Mithüpfkompatibilität aus ihren Instrumenten presst. Sworn Enemy stellen schnell klar, dass sie sich nicht allein über ihre Einstellung definieren müssen, sondern, dass sie den Background haben, um viele ihrer Genrekollegen technisch und musikalisch links liegen zu lassen. Beim mit Gangshouts gespickten 'We Hate' rechnet der Vierer mit allen künstlich, aufgesetzten, trendorientierten Pseudokapellen ab. Die Band selbst sagt, dass sie keinen Trends folgt und ihre Musik von Herzen kommt. Wenn jemand solch überzeugende Hasshymnen an den Mann bringt, darf man das auch getrost glauben. Mit dieser Einstellung hat die Band es nun auch geschafft, noch mal eine 100%ige Steigerung zu ihrem Debutalbum “As Real As It Gets“ abzuliefern. “The Beginning Of The End“ schneidet ins Fleisch, strotzt nur so vor Wut und Biss und ist der beste Arschtritt, den man sich zu Beginn des Wonnemonats geben kann – 9/10 Punkte.

Anspieltipps:
All I Have
We Hate
Weight Of The World