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TWO DAY ROMANCE - "Suicide Note Of The Individual"


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VÖ:06    
Style: Metalcore
(unsigned)

Homepage:
www.twodayromance.net

Das gute Musik nicht an einen Plattenvertrag gekoppelt sein muss, beweisen Two Day Romance aus dem Großraum Frankfurt am Main auf ihrer Debut-EP “Suicide Note Of The Individual“. Allerdings ist ihnen im Zeitalter des Metalcore durchaus zuzutrauen, dass sie mit diesem Silberling auf dem richtigen Weg zum erträumten Deal sind. Der Vierer glänzt durch seine Andersartigkeit, die ihm hilft, sich in der Flut der am Hardcore und Screamo orientierten Hartwurstcombos hervorzuheben. Vertrackte und oft unerwartete rhythmisch-musikalische Elemente sind das, was die Musik der Band auf der einen Seite ausmacht. Auf der anderen steht das Spiel mit Wut und Melancholie, das Two Day Romance besonders in den endgeilen Gitarrenharmonien und Moshriffs in Szene zu setzen wissen. Die fünf auf der CD enthaltenen Tracks klingen untereinander recht schlüssig und lassen vermuten, dass die Truppe trotz ihres kurzen Bestehens seit August 2004 bereits ihre Marschroute gefunden hat. Der Bandname entstammt einem Converge-Song und, dass die Jungs zumindest ein bisschen von den Amis inspiriert sind, lässt sich an Hand des wütenden und teils chaotisch erscheinenden Songwritings vermuten. Letzten Endes klingen die Nummern der Frankfurter aber straffer und Dank des meisterlichen Sounds aus den Kohlekellerstudios geht die Scheibe auch ordentlich auf die zwölf, wodurch die des öfteren eingestreuten Moshparts ihre volle Kraft entfalten können. Wer sich mal wieder ausgelassen der Körperakrobatik hingeben will, dem empfehle ich an dieser Stelle vor allem den Rausschmeißer 'Missing Depth Perception'. Im stimmlichen Bereich gibt's fast durchgehend die brutale und äußerst gelungene Screamokeule, die Two Day Romance meiner Meinung nach auch besser steht als cleane Vocals, wie sie auf 'Liberation By Imprisonment' partiell vertreten sind. Wer saftige Stakkatosalven mag, bekommt diese stante pede in der Strophe des Openers 'There's No Oncoming Traffic In A Oneway Street' um die Ohren geballert und Freunde verspielter Drums kommen am walzenden und sehr progressiven 'Celebrity Deathmatch' nicht vorbei.
Auch der erfahrene, leidenschaftliche Metalcorehörer wird bei “Suicide Note Of The Individual“ seine Ohren spitzen, da die Band auffällig unkonventionell und ideenreich ans Werk geht. Wer sich mal wieder von gut gemachter Musik ordentlich die Trommelfelle massieren lassen will, der kann das in der Blechbüchse edel und stylish verpackte Scheibchen über die Homepage der Band beziehen.

Anspieltipps:
Celebrity Deathmatch
Missing Depth Perception