U8 - Touch The Fire




VÖ: 06.12.2013
(Karthago Records)

Homepage:
http://www.karthagorecords.de/

U2 sind mir ein Begriff. Mit der irischen Rockband um Bono Fox hat die selbst heutzutage als echter Geheimtipp geltende Hardrock-Formation U8 allerdings überhaupt nichts zu tun, die zu den besseren aus dem Alpenland Österreich gehört, zugegebenermaßen. Namentlich nur am Rande gehört, bin ich zum Teil überrascht von dem, was die Musiker damals fabrizierten. Der Grund, warum die Band an mir vorbeiging, liegt wohl darin, das ich damals (genauso wenig wie heute!) für Pop-Musik nichts übrig hatte, denn mancher Song besitzt einen richtig abnervenden Popanteil, was es mir nicht gerade erleichtert, dieses Album zu loben. Handelt es sich dabei um eine Ballade mit Prädikat 'anspruchsvoll' (siehe Track 16 und 17 die zwei gefühlvoll die Seele berührend verträumten „Souls Combine“ sowie das einer abschließenden Lebensbiografie ähnelnde neben dem kernigen Opener „Children of the Sea“ vielleicht als das Highlight durchgehende „Glorious“, wissen solche Tracks zweifellos zu gefallen. Nehme ich das Grundgerüst des Materials auf Touch the Fire mit all seinen Anteilen zum Anlass, den Siebzehntracker zu bewerten, kommt immerhin eine etwas andere Sichtweise der Dinge heraus. Klassischer Hardrock versetzt mit einer zeitweise durchscheinenden Prise Heavy Metal, der sich kompositorisch hinter gestandenen Genregrößen nicht verstecken muss. Einflüsse von DEEP PURPLE, KROKUS, DIO, RATT, PRETTY MAIDS usw., sind spürbar vorhanden. Vor balladesken Tönen („So Many Lies“) (manchmal auch poppigen Untertönen, bei einer Nummer wie „Blind Eyes“ verzieht sich meine Kinnlade weit nach unten) wurde ebenso wenig Halt gemacht, wie auch vor flotter angezogenem Tempo, („Don't Run away“) und klassischem Heavy Metal auf sauberem Niveau („Children of the Sea“ oder „The Power and the Majesty“). "Touch the Fire" deckt ein breites, teils mit so manchem Keyboard und Gesangseffekt experimentierendes Spektrum („Hoi“) klassischen Heavy Metals für mühelos ab. Neben einem hohen Maß Eingängigkeit überzeugt „Touch the Fire“ durch fließende Dynamik die selbst 30 Jahre nach Erstveröffentlichung nur wenig an Klasse verloren hat, wenngleich mir der manchmal etwas zu sehr in den Popfaktor abdriftende Inhalt von Songs wie „Blind Eyes“ oder „Hoi“ furchtbar auf den Senkel geht. Mit der auf CD gebannten Neuauflage einer Direktzusammenfassung wenn ich das knapp formulierte Infoblatt richtig deute Alben Nummer eins bis drei „Pegasus 1001“ , „Fantasy for Dreamers“ und „Live for a While/ „All Day, All Night“) der seit den frühen 80ern, (genauer 1982) Musik veröffentlichenden Formation hat das Karthago-Label Anhängern, Fans und Sammlern gepflegt klassischen Hardrocks mit (wenigstens stellenweisem) Touch Heavy Metal einen Gefallen getan. So frisch, unverbraucht lässig, zeitweise richtig keck dynamisch klingt das Material auf "Touch the Fire", das es erstaunt, wie locker die Band es damals verstand klassischen Hardrock zu spielen. Nach Auswertung aller Faktoren sind gute 7 von 10 Punkten für Siebzehn Songs, die es auf eine voluminöse Gesamtspielzeit von 76:50 Minuten bringen, in diesem Fall nicht übertrieben.