THUNDER - All I Want


12 thunder

VÖ: bereits erschienen
(Karthago Records)

Style: Heavy Metal

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THUNDER

THUNDER nicht zu verwechseln mit der britischen Kollegenschaft selbigen Namens hieß eine Stuttgarter Band mit klassischen Heavy Metal-Wurzeln, wie deren als Debüt veröffentlichtes, einzig vollständiges Longplayalbum zeigt. Nach zwei in den Jahren 1985 und 1990 veröffentlichten Demos sowie einem Split-Samplerbeitrag 1994 wurde es ziemlich ruhig um den Stuttgart-Vierer. Einflüsse von AC/DC, JUDAS PRIEST und ACCEPT wurden auf diesem einzigen Lebenszeichen effektiv kombiniert. Hinzu kam die unorthodox kantige Reibeisenröhre von Wolfgang Schorer, die seinerzeit mit Genrekollegen ähnlicher Stimmfärbung locker mithalten konnte. Im Rahmen einer Heavy Metal (Underground)-Klassiker-Serie feiert dieses vergessene Juwel seine Auferstehung. Schade, das sich kein risikobereiter Vertrieb fand, um der Band weiterzuhelfen. Ansätze einer vielversprechenden Mischung waren durchaus vorhanden. Hauptgrund, warum die Band nie so recht auf die Füße kam, ist die teils arg schwankende Soundabmischung der Tonkonserve, was letztlich vielleicht das wohl entscheidende Kriterium gewesen ist, um dieses Debüt vor dem Untergang zu bewahren, um es einem vertriebsbereiten Label schmackhaft zu machen. Bis auf weiteres dominiert auf 'All I Want' typischer 80er-Heavy Metal wie man ihn von AC/DC, JUDAS PRIEST, ACCEPT und Konsorten reichlich gewohnt war. Man höre lässige Grooverocker wie „The Raven“, „Stop – Cry Out“, „Beheaded“, „Listen To Heavy Metal Thunder“, „Dark Horse“ oder „Dirty Love“ (inklusive JUDAS PRIEST „Another Thing Coming“-Gedächtnispassage), usw. Ob „Heavy Metal“ und „All I Want“ dagegen als Demoversion erforderlich sind, bleibt zweifelhaft, am Endresultat ändert sich dadurch ebenso wenig. 14 Tracks plus zwei doppelt vertretene Tracks bringen es auf über eine Stunde rein effektiver Spielzeit- ja das ist schon ein gewichtiges Wort. Der Tragik sparsamer Veröffentlichungspolitik (da ein Vertrieb - wenn überhaupt - nur selten bis quasi so gut wie gar nicht stattfand) fiel auch dieses heute kaum noch bekannte Kleinod seinerzeit zum Opfer. 7/10.