ARROW - Diary Of A Soldier


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VÖ: bereits erschienen
(Karthago Records)

Style: Melodic Heavy Metal

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ARROW

Im Titelblatt als weitere „Legende“ beschrieben, dröhnt mir klassischer zwischen YNGWIE MALMSTEEN, TNT und EUROPE arrangierter Melodic Hardrock/Metal ins Gehör. Die unter „Diary of a Soldier“ laufende aus einer Viertrack-EP, aufgepeppt mit zwei Single- und fünf Demotracks bestehende Zusammenstellung in Form einer lukrativen Compilation erweist sich bei direktem Hördurchlauf als recht halbgare Angelegenheit. Nach zwei sehr austauschbaren Kompositionen („Diary of a Soldier“ und „Straight To Your Heart“ zaubert das von Dynamik, Virtuosität, Harmonie und Dramatik getragene „Tonight's the Night“ endlich auch mal ein wohlwollendes Lächeln auf's Gesicht. „Until the End of Time“ marschiert streng in Richtung Schlagerrock, das es nur so müffelt (igitt!) „The Only Way“ und „A better Run“ zeigen ARROW endlich von der flotten Seite, das griffige Riff sitzt, der Gesang kommt dementsprechend mal etwas zwingender, erdiger Groove, rhythmischer Beat und ein geiles Leadsolo bestimmen das positive Gesamtbild. So zwingend wie hier hätte die Band gern öfter in Aktion treten dürfen. „Whole Lotta Love“ glänzt mit härteren ALCATRAZZ/WHITESNAKE/DEF LEPPARD-Anleihen, womit sich ein leichter Stilwechsel heraus kristallisiert. „Gimme Some Love“ kockettiert mit stark AC/DC, KROKUS/TESLA/WHITESNAKE/MSG/DOKKEN/KEEL angelehntem Flair. „Desperade Time“ kommt mit bissigem Tesla Riff aus der Box, jedoch bremst der teilweise identitäts- und verhalten leidenschaftslos brustschwache Gesang, diesen cool durchstrukturierten Song phasenweise aus. „On the Run“ zählt wieder zu den stärkeren Tracks, wobei dem Groovedynamikfaktor erneut ausreichend Platz eingeräumt wird. „Never too Late“ lässt es abermals flott krachen, brilliert mit schönem Backgroundgesang, wodurch das Werk entsprechend ausklingt. Rein musikalisch gesehen, geht die Mucke für's anvisierte Fanklientel durchaus okay, die Hauptschwäche von Tonkonserven wie dieser liegt wie so häufig im Gesang, am teilweise schwächelnd instabilem Sound und einer sich überwiegend oft in endloser Leere verlierender Austauschbarkeit der Stücke. Mattias Höijer's Organ klingt häufig etwas gedrückt, aufgesetzt süß und etwas kraftlos, fast so als würde dem Burschen die Luft abgepresst aufgemotzt durch einige Tracks früher Demotage, kommt innerhalb dieser 43 Minuten nur bedingt zur Geltung. Für jenes Fanklientel, dem solch zigfach gehörte Schnittmuster zusagen, sei der Tipp vorsichtigen Reinhörens gegeben, sich dem Elftrackling mit Distanz statt allzu verlockender Erwartungshaltung anzunähern. Bewertungstechnisch verbleiben knappe 5 von 10 Punkten für ein halbgares Endresultat. Auf dem Sektor gibt’s weitaus Besseres!