APHONIC THRENODY - When Death Comes

11 aphonictherondy

VÖ: 19.12.2014
(Doomentia Records)

Style: Funeral Doom / Death Metal

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APHONIC THRENODY

Puuuh! Leicht macht es einem die englisch/italienisch/ungarisch/belgische Vier-Länder Funeral-Doom-Deathgemeinschafts-Kooperationsinitiative APHONIC THRENODY hier definitiv nicht. Selbst Genregehärtete Hörer wie meinereiner müssen extrem konzentriert an dieses Teil heran gehen. Allein das 18Minuten-Epos „Death Obsession“ verlangt ungeheuer viel Aufmerksamkeit. Fünf schleppend majestätisch sich dahinziehende Düsterdoomwalzen, bei denen der Begriff vom (tempoforcierenden) Tritt-auf's-Gaspedal zu den selbst im Lexikon unauffindbaren Fremdworten gehört, sind Programm auf dieser zähflüssige fünfundsechzigeinhalb Minuten-Klage-Orgie, deren mystisches Stimmungsspektrum eine von leidenschaftlichem Tiefgang bewegte Trauerserenade an die grazile Schönheit der Finsternis darstellt. Britische Genregötter wie (frühe) ANATHEMA/MY DYING BRIDE und finnische 1000See-Landhaudegen wie REVEREND BIZARRE und LORD VICAR oder Düster-Endzeitstimmungspropheten aus Down Under wie RITUALS OF THE OAK geschweige sogar aus den USA siehe u. a. APOSTEL OF SOLITUDE haben deutlich ihre Spur hinterlassen, obgleich deren immens hochgradiges Qualitätslevel nach wie vor unangetastet bleibt, sind auch diese Finsternis erprobten Italiener überhaupt nicht mehr allzu weit davon entfernt. Abgrund tiefkehlige Deathgrowls, zeitlupenartig endlos in die Länge sich ziehende Slo-Mo-Riffs, sakral auf Endzeitatmosphäre bauende Brücken sowie eine permanent zwischen Hoffnung und Trauer pendelnde Grundstimmung vermitteln dem Hörer, das er sich auf einer tiefenmetaphorischen Reise zum bizarren Weltenkosmos am Rande unbekannter Galaxisgrenzen befindet, wo sich Tod und Wiedergeburt im Angesicht immer währender Ewigkeit wiedertreffen. Insgesamt bewegen sich die Italiener APHONIC THRENODY im sicheren, kaum durchdringlichen Sektor des Funeral-Doom-Grabens, ohne völlig den Boden verlierend, unterzugehen. Auf Dauer wird es schon etwas langatmig, aber mal ehrlich: Gehört doch gerade zum schweren Düsterzeitlupenmetal dazu, wer anders argumentiert, sollte sich ernsthaft Gedanken machen, wofür der Begriff DOOM steht. 8/10.