• Home
  • Reviews & Interviews
  • CD-Reviews
  • BLACKMORE'S NIGHT - All Our Yesterdays

BLACKMORE'S NIGHT - All Our Yesterdays

09 blackmoresnight

VÖ: 18.09.2015
(Frontiers Records)

Style: Folk Rock

Homepage:
BLACKMORE'S NIGHT

BLACKMORE'S NIGHT bestehen mittlerweile aus insgesamt sieben Mitgliedern. Das tut der Musik trotz mancher Veränderung allerdings keinen Abbruch. Bevor es zum Albumkern kommt, erweist sich zunächst der als Opener gedachte Titeltrack im klassischen Folkgewand als reichlich lebensbejahenden Spirit verteilend, zwei folkige Instrumentals werden hinterher geschoben. („Allan Y n N Fan“, gibt sich im lässigen Folktouch. „Darker Side of Black“ bringt schwerblütig melancholisch durch tolle Choralgesänge und Keyboardklänge, die an eine Orgel erinnern, versteckte Seiten auf der Gefühlsebene zum klingen), ehe die Reise ins Reich tradtionell Vergangenheitsbehaftetem Folklorebrauchtum und Geheimnissen von Märchen, Mythen, Sagen mit einer Dreiercoversession (genauer von LINDA RONSTADT, MIKE OLDFIELD und SONNY AND CHER) fortgesetzt wird. „Long Long Time“ von LINDA RONSTADT präsentiert sich als adäquat ins Mittelaltergewand gekleidet, der MIKE OLDFIELD-Klassiker „Moonlight Shadow“ wurde reichlich emotional umgesetzt, wobei verstärkt das Können von Ex-DEEP PURPLE Saitenhexer Richie Blackmore's an der E-Gitarre aufblitzt. Das SONNY AND CHER-Cover „I got You Babe“ ist überflüssig. „The Other Side“ erweist sich als fesselnd in Melancholic-Folk-Beat veredelte Tanznummer, das folgend tiefgreifend schwerblütige „Queens Laymant“ macht nachdenklich. Die ins Elektrogewand gepackte Nummer „Where Are We Going From Her“ lässt sich als gelungenes Experiment bezeichnen, im Schlußfinale „Will O' The Wisp“ (von dynamischer Songführung, epischem Chorgesang und feinem Violinensolo veredelt) , „Earth, Wind and Sky“ weckt mehr als einmal gedankliche Sehnsucht zu Mutter Natur und ihren Elementen, während „Coming Home“ für einen fröhlichen Ausklang sorgt) trumpfen BLACKMORE'S NIGHT noch einmal ganz stark auf! Unter Einsatz ausgefallener das mittelalterliche Grundgerüst aufrecht stützende Instrumentierung haben BLACKMORES NIGHT ein Album abgeliefert, das einen Hörgenuss für die Fangemeinde Mittelalterlich-Folkiger Musik darstellt. Auffällig ist, das Candice Night unglaublich fesselnde Stimme (an mancher Stelle wohlgemerkt!) eine ganz feine Spur hölzerner klingend in sich gereifter wirkt als auf den frühen BLACKMORE'S NIGHT-Veröffentlichungen. Richie Blackmore und sein Minstrels Return-Spielleute-Clan kleiden das Album in den erforderlich angemessen Rahmen. Nach Gegenüberstellung aller positiven und negativen Bestandteile ergibt sich folgendes Resultat:

Titeltrack und alle auf der CD befindlichen Instrumentale sind gelungen; vom Dreiercover-Pack haben 66 2/3 von 100 Prozent den Hörtest bestanden. Das bärenstarke im traditionellen Folk beheimatete Evergreen-Triple „Will O' The Wisp“, „Earth Wind And Sky“, „Coming Home“ setzt positiven Akzente, sogar die zu Beginn noch leicht gewöhnungsbedürftige E-Gitarren-Beat-

Nummer „Where Are We Going From Here“ passt letztendlich ins Gesamtbild hinein. Verstärkt Abstriche gibt’s allenthalben für das überflüssige SONNY and CHER-Cover „I got You Babe“.

Fazit: BLACKMORE'S NIGHT haben vermehrt zu ihren Stärken zurückgefunden. Musste sich der letzte amtliche Output „Dancer of the Moon“ zumindest halbwegs bescheinigen lassen, nicht das gelbe vom Ei zu sein, geht „All Your Yesterdays“ wieder deutlich stärker, direkt back to the Roots, worüber sich neben manch neu hinzugekommen vor allem die treue zahlenmäßig recht große Stammhörerschaft des siebenköpfigen Clans mittelalterlicher Spielleute freuen darf. Toll! 8,5/10