DRACONIAN - Sovran

10 draconian

VÖ: 30.10.2015
(Napalm Records)

Style: Gothic Doom Metal

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DRACONIAN

Fünf Studioalben haben die 1994 gegründeten schwedischen Gothic-Doomer DRACONIAN, (zuvor ehemals KERBERUS) schon veröffentlicht, dennoch ist diese begnadete Crew einem Großteil der Gothic-Doom-Szene erstaunlicherweise kaum bekannt. Mächtig erhaben, geradezu majestätisch leiten fette Riffgitarren und Orgeklänge den neuesten, schlicht „Sovran“ betitelten Longplayer der schwedischen Gothic-Doomer DRACONIAN ein, der Opening Act „Heavy lies the Crown“ weckt auf Anhieb das Verlangen der inneren Sehnsucht nach leidenschaftlich emotionsgetränktem Nachtschattenspirit. Bis auf weiteres entsteht unvermittelt der Eindruck PARADISE LOST/MY DYING BRIDE/ANATHEMA, oder frühe THEATRE OF TRAGEDY gäben sich ihr Stelldichein. DRACONIAN errichten opulente Klangkathedralen von raumgreifender Breitenwirkung wo tiefmelancholisch getränkte Finsternis auf Hoffnung nährendes Licht trifft. Wellentäler bestehend aus, Schwermut, Sehnsucht, Einsamkeit, Verlorenheit im Nichts, Trauer, Melancholie spiegeln sich umgeben von makabrer Abstraktheit im Herzen der Finsternis. Irgendwo mitten im Trauertal undurchdringlicher Schwärze befindet sich ein rettendes Licht der Zuversicht. Melancholic-Doom trifft Gothic-Elemente. Harte Gitarrenriffs bilden in Verbindung zu sakraler mittels Orgel erzeugter Grundstimmung eintauchend in vielfältig emotionale Spannungsfelder den Kontrast zu tempogedrosselten Atmosphärenparts. Groteske Zerrbilder steigen aus obskurem Abgrund alles bedeckender Nebelbänke, zeigen sich in prächtiger Schönheit. Sängerin Heike Langhans, neu hinzugekommen, fesselt durch ihr traumhaft glockenhell zartes Stimmcharisma, das perfekt den Gegenpart zu Anders Jakobssons tiefen Deathmetalgrowls bildet. CRIPPLED BLACK PHOENIX-Gitarrist Daniel Änghede veredelt „Rivers Between Us“ durch seinen gesungenen Gastbeitrag. Gebremst schwerblütig nachdenkliche gnadenlos einem Panzer gleich den Boden pflügend, rollen schwere Gitarrenriffwalzen mächtiger Heavyness von unglaublicher Intensität getragen. Der wuchtige Schlagzeugtakt von Jerry Torstensson in Verbindung zu aggressiven Deathgrowls besitzt ein wahnsinnig robustes Maß an Dichte und Dynamik. Sprechgesänge runden den Gesamteindruck ab. „No Lonelier Star“ beschreibt das bewusste Eintauchen in tiefschwarze Unendlichkeit, während sich unser Blick gen Kosmos richtet, auf das Sternenmeer unzähliger Planeten/Gestirne mit der Erkenntnis, das wir Menschen nur ein winziges Staubkorn in einem uns beständig neue Rätsel aufgebenden Universum sind, welches unfassbar gewaltigen Raum besitzt!

Stell Dir vor, du stehst am Abgrund einer hohen Klippe direkt am Ende der Welt; um dich herum überall Dunkelheit, dazu ein spürbar kalter Wind, während es regnet, du siehst von weiter Ferne ein schwaches Licht am Horizont, das Dich mit Hoffnung erfüllt, dieses Gefühl breitet sich beim Hören solcher Perlen wie „The Wretched Tide“, „Pale Tortured Blue“, „Stellar Tombs“ oder„Dusk Mariner“ aus. „The Marriage of Attaris“ führt in den weiten Kosmos vielseitig atmosphärischer Düsterklangfacettenvielfalt. Fans von MY DYING BRIDE, PARADISE LOST, ANATHEMA oder früher THEATRE OF TRAGEDY stehen hier ohne jedes wenn und aber in der Pflicht! 9/10