ALL WILL KNOW – Deeper Into Time



(Noizgate Records/Rough Trade)
VÖ: 20.11.15

Genre: Melodic Death Metal

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ALL WILL KNOW

Darmstadt ist momentan nicht nur im Fußball ein Gesprächsthema, sondern auch in der deutschen Hart-Metal Newcomer Szene. Da bin ich mir ganz sicher, denn mit „Deeper Into Time“ haben ALL WILL KNOW einen zweiten Longplayer am Start, der für reichlich Gesprächsstoff sorgen wird. Erfrischend innovativ, abwechslungsreich und mutig geht das junge Sextett hier zu Werke und toppt für mich das Debüt „Contact“ um Längen. Warum? Nun, ich bin wahrlich kein Freund von irgendwelchen Core-Richtungen und im Death Metal packst du mich auch nur, wenn die Geschichten richtig melodisch ausgelegt sind. Ja und genau da haben ALL WILL KNOW angesetzt. Gezielt eingesetzte Elektronik, also Keyboard und Piano, eine deutlich erweiterte Gitarrenarbeit und ein erweitertes Gesangsspektrum (etwas mehr Klargesang neben den Shouts und Growls) bestimmen die insgesamt 10 Songs. Hört sich vielleicht jetzt alles nach einem Weichspülprogramm an, ist es aber nicht. Die Passagen der eingesetzten Tasteninstrumente begrenzen sich weitestgehend auf Klangteppiche oder wie im Falle vom Opener „Home“ als Intro (mit Pop-Attitüden) und Untermalung der Melodielinie. So kommt es nicht selten vor, dass sich ein Song wie beispielsweise der Titeltrack musikalisch durch drei Genre (melod.. Power Metal, melod. Death und Metal Core) tankt. „Stil Cold And Last“ erinnert mich recht deutlich an DARK AGE, die ich genau wegen diesem Stilmix so mag. Allerdings kopieren AWK hier nicht, sondern versuchen gerade bei den Gitarren andere Akzente zu setzten. Anders ist auch der Gesang von Frank Richter (DRAGONSFIRE, ORCUS PATERA), der bei den Shouts zwar einem Eike O. Freese ähnelt, sich aber im Klargesang deutlich gegenüber diesem abhebt. AWK spielen zwar auch mit Melodien und Härte, gehen bei weitem aber nicht so aggressiv zu Werke wie ihre Landsleute aus Norddeutschland oder die schwedischen ENGEL („Existence Denied“), sondern legen z. B. mehr Wert auf powermetallische Gitarren oder auch mal etwas an epischer Breite („Feed Their Minds“ oder „Reset That Clock“). Richtig knallig und sauber differenziert finde ich auch die Produktion, die man vertrauensvoll in die Hände von Core Guru Kristian Kohlmannlehner gelegt hatte und der lieferte hier zu meiner vollsten Zufriedenheit ab. Ein rundum gelungenes Album, das musikalisch offene Fans (Core-, Death-, Power-, Epic-, Pagan-Metaller) locker ansprechend sollte.
Neben „Home“ sollte man unbedingt mal „Reset That Clock“, „The Rain I Bring“ oder „Solitude In Fear“ anchecken, die derzeit meine persönlichen Faves sind.
Punkte 9/10