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BILLY GIBBONS AND THE BFG's – Perfectamundo



VÖ: 06.11.15
(Concord Records)

Genre:
Afro-Kubanischer Latino Blues-Rock

Homepage:
BILLY GIBBONS

Von Debütant kann gerade bei Bluesboogie-Urgestein Billy Gibbons (ZZ-TOP, zuvor MOVING SIDEWALKS), der als Koriphäe auf seinem Fachgebiet gilt, eigentlich keinerlei Rede sein. Aufblühend im umfangreichen Studium lateinamerikanischer Musik liefern BILLY GIBBONS und seine Begleitband THE BFG's einen echten Zuckerguss lateinamerikanischer Rhythmen im Mambo, Salsa, Jazz-Gewand verbunden mit rockigem Blues. Neben einer außergewöhnlichen Begleitband kommt eine nicht minder exotische Instrumentierung zum Einsatz (Conga, Bongos, Timbales, Maracas) Sein Studium über Lateinamerikanische Musik bei keinem geringeren als dem auf dem Latinomusiksektor unübertroffenen „Mambo King“ Tito Puente hat sich für den kulturell seit jeher aufgeschlossenen Rauschebart gelohnt, der seinen breit gestreuten Erfahrungsschatz als Gitarrist des legendären Bluesboogie-Hardrocktrios ZZ-TOP in alle Songs mit einfließen lässt. Mr. Gibbons zeigt sich spielerisch kreativ, lässt an passender Stelle die Sechssaitige leidenschaftlich röhren, ansonsten bestimmen Taktgefühl, fette Grooves und Gibbons rauchig bärbeissiger Gesang das Geschehen auf einer recht ungewöhnlichen Tonkonserve. Der in spanisch/englischer Version afro-kubanisch eingefärbte Klassiker „Got Love If You Want It“  animiert zum lässigen Mitwippen superflauschig lässiges Taktgefühl versprühend. „Treat Her Right“ wurzelt knietief im Latino Jazz, sobald es Leadgitarrentechnisch zur Sache geht, kommen einem gewisse Passagen von bekannten ZZ-TOP-Scheiben in den Sinn. Der Stampfer „You're What's Happenin' Baby“ beginnt langsam, steigert sich zur heftig explodierenden Eruption.  „Saly Pimiento“ (zu deutsch: Salz und Pfeffer) ist ein typischer Mambotanzgroover gebraut nach bestem lateinamerikanischen Rezept. „Picking Up Chicks on Dowling Street“ gehört dem Bongobeat, der sich zeitweise mit verträumtem ZZ-TOP-Raster kreuzt. „Hombre Sin Nombre“ wandelt auf geheimnisvoll exotischen Pfad. „Quiero Mas Dinero“ veredelt von Lateinamerikanischen Backgroundgesängen verschmelzt die Leichtigkeit des Salsa mit einer Note Jazz sowie der entgegen wirkenden Schwerblütigkeit des 50er-Jahre Blues im Zusammenspiel mit Rockboogie. An der Neuveredelung des LIGHTNIN' HOPKIN-Bluesklassikers „Baby Please Don't Go werden sowohl Rock, Blues und Latinofans viel Freude haben. Bei „Piedras Negras“ schälen sich trotz hart rockendem Grundgerüst BILLY GIBBONS kubanische Wurzeln heraus, die mit afro-Rhythmen hervorragend fusionieren. Den Titeltrack von Gibbons-Solo-Debüt „Perfectamundo“ bestimmen geradliniger Blues, Rock, Salsa, Jazz. „Q-VO“ (Let's Have a Party!) lässt den Elftracker trotz uriger Bluesnuance gefühlt chillig ausklingen.       
Eine Fundgrube vielfältig facettenreich gestalteter Latino-Musik, Jazz, Mambo, Rock und Blues. Großartig, wie nahtlos ineinander fließend  alle elf Stücke fusionieren. Neben gesundem Faible für lateinamerikanische Klänge ist häufig eine angenehme Portion rockiger Härte vorhanden. ZZ-TOP mit Latino-Rhtyhmen funktioniert das? Wenn man BILLY GIBBONS AND THE BFG'S heißt, so sicher, wie das Amen in der Kirche! Perfectamundo. Kulturverbindend wertvoll!
Punkte: 9/10