CAMELOT/NIGHTPROWLER – Split

11 camelot

VÖ: bereits erschienen
(Karthago Records)

Style: Heavy Metal

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CAMELOT/NIGHTPROWLER

CAMELOT – Stranger in the Twilight

Lediglich ein knapp über zwanzig Minuten rockendes Viertrack Minialbum gelang CAMELOT aus der Schwebebahnstadt Wuppertal im Jahr 1987. Zumindest drei der vier Tracks auf Stranger in the Twilight besaßen ausgereiftes Niveau, der Sound war ungewöhnlich fett, für 80er-Produktionen eine Seltenheit! „Young Man“, „Working Hard“ und „I'm a Tramp“ rocken zeitgemäß ordentlich in eingängigem Groove. „You came For Me“ beginnt als weich gesungene Melancholic-Ballade durch variablen Gesang von Shouter Harry Rein, der zum einen rauchig tief gehalten ist, zum anderen auf kräftigem Klarformat tönt, zum Ende schneller werdend, etwas zu früh abbricht. Kleinere Defizite in englischer Aussprache gesellten sich hinzu, was aufgrund des kraftvollen Gesangs kaum wirklich ins Gewicht fiel. CAMELOT versäumten es, weiterzumachen. Immerhin blieb eine Viertrack-EP mit einigen zumindest passablen bis guten Ansätzen aber einfallslos laschem Coverartwork der Nachwelt erhalten, an die man sich selbst durch Neuauflage wenn überhaupt nur vage erinnert. 6,3/10

NIGHTPROWLER – Demo 84'/Nightprowler

Auch dieser Düsseldorfer Schwermetallkapelle blieb der anfangs erträumte Erfolg verwehrt. Am eigenen Material kann's wohl eher kaum gelegen haben. Nummern wie „Attention“ röhren deftig im Boogierock n' Roll-Stil á lá MOTÖRHEAD, jedoch blitzt beim Hören des räudigen Hard n' Heavy-Brechers auch manche NWOBHM-Kapelle (SAXON, RAVEN, BATTLE AXE, TYGERS OF PAN TANG, QUARTZ verbunden mit ruppiger Härte deutscher Heavy Metalvertreter wie ACCEPT auf. „Rock n' Roll-Lady“ deutet vorsichtig weit entfernte Ähnlichkeit zu alten AC/DC auf End70er-Level an. Bei „Alcohol“ kristallisiert sich erwähnter MOTÖRHEAD-Anteil heraus. Die Gitarren sägen sich scharf riffend durch alle Songs, Max Steglich besaß ein raues, den Charme aufmüpfiger Straßen-Rebellen in dreckiger Jeans, verwaschenem T-Shirt, Kutte und Turnschuhen präsentierendes Reibeisenorgan, das im Gegensatz zu vielen oft zart besaiteten Kollegen jener stilprägenden Epoche mittels bissigem Grölfaktor die robust-dreckige Seite des Hardrock/ Heavy Metals repräsentierte. Bei „Truck Driver“ mag so mancher ganz leicht dazu geneigt sein, an das 70er-Kult-Epos von JUDAS PRIEST („Victim of Changes“) zu denken. „S.O.B.“ klingt wie eine verwaschene Schrammelrotzrock-Livefassung, es zeigt erneut das räudige Gesicht der Band. „The Letter“ in Live-Version wirkt wie ein wilder Bastard aus ACCEPT, BATTLEAXE und TANK. Schade, das NIGHTPROWLER insgesamt nur zwei Releases veröffentlichten. Nahm das Zweitrack-Demo 1984' bereits vorweg, das NIGHTPROWLER gute Chancen besaßen, in der Liga rauerer Acts früher Hard n' Heavy Anfangstage mitzuspielen, setzt sich dieser bleibende Eindruck auf der zwei Jahre später (1986) schlicht nach der Band selbst benannten „Nightprowler“ EP fort. Vier Bonustracks die weder auf der „Nightprowler“-EP noch dem Demo 84' zu finden sind, stocken die für Fans und Sammler gehaltvolle Zusammenstellung erfreulicherweise kräftig auf. Gekrönt von einem schaurig-schönen Vampir-Coverartwork passend zur Musik das einem klassischen Horrorfilm entsprungen sein könnte, wird ersichtlich, das NIGHTPROWLER durchaus Talent besaßen. Alles, was von diesem einst hoffnungsvollen Newcomer übrig bleibt, ist die Erinnerung an eine weitere Combo, die trotz vielversprechender Ansätze leider zu früh die Segel strich! 7,5/10