MAMMOTH STORM - Fornjot

11 mammothstorm

VÖ: 06.11.2015
(Napalm Records)

Style: Stoner / Gothic / Doom Metal

homepage:
MAMMOTH STORM

Neben DRACONIAN kommt nun mit MAMMOTH STORM weiterer Gothic-Doom aus dem Hause Napalm Records zu Vinylehren. Statt einen auf Melancholic-Romantik zu machen, widmen sich diese Schweden einer ganz anderen Thematik, und zwar der nordischen Ur-Göttermythologie. Den Gothic-Doomern angeführt von Gitarrist Daniel Arvidsson der auch den Bass bediente sechs Kompositionen gelungen, die den Spirit altnordischer Göttermythologie in sechs tiefgreifenden Melancholischen Finsterepen wiedergibt. Fornjotr war ein Gigant, der als Vater und Herrscher über Finnland, Kvenland und Gotland geltend drei Söhne gebar, denen die Herrschaft über die Elemente oblag, Aegir den Herrscher der Meere, Logi den Feuergigant und Kari, den Gott des Windes. Logischerweise finden sich deutliche Parallelen zur germanischen Göttermythologie, wenngleich es dennoch Unterschiede gibt, an deren Inhalten Mythenforscher Freude hätten. Folkloristische Klanganteile fließen ebenfalls mit ein um das Material zwischenzeitlich aufzulockern. Es empfiehlt sich, diesen im sinistren Deprogewand kalten Winterstürmen entgegen stapfenden Sechstrackling als Gesamtkonzept zu betrachten, um das Material vollständig auf sich wirken zu lassen. Vergleiche zu frühen PARADISE LOST, MY DYING BRIDE, TIAMAT, CATHEDRAL und Co. mögen zum gewissen recht begrenzten Grad berechtigt sein, deren Hinzuziehung lediglich bedingt etwas über den Gehalt dieser Scheibe aussagt; daneben schälen sich viel mehr je länger die Kompositionen sich ziehen, Anteile mystisch-folkloristischer BATHORY-Viking-Epen denen beklemmende Schwermut innewohnt, heraus. Mr. Arvidssons klagend rauer Gesang hallt getragen voller Inbrunst von hohen Felsklippen herab, dort, wo Wind und Meer den Rhythmus beherrschen. Ein hörenswerter, jedoch zeitweise sich extrem in Gleichförmigkeit verlierender Gothic-Doom-Silberling, der je länger das Material seine Runden im CD-Player dreht, auch seine Längen hat, dessen Inhalt sich aufgrund tief verwurzelter Spiritualität zu heute kaum noch bekanntem nordischen Sagengut wohltuend vom fürs Genre üblichen Einheitsbrei abhebt. Ein schönes Coverartwork rundet den in schleppend gedehnter Trägheit mit jeder Sekunde genossener Unendlichkeit versinkenden Monolith passend ab. 7,5/10