MANEGARM - Månegarm

11 manegarm

VÖ: 20.11.2015
(Napalm Records)

Style: Viking / Folk / Black Metal

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MANEGARM

Seit gefühlt 20 Jahren gehört das Schwedenquartett MANEGARM umgeben von einer treuen Fanschar zu den festen, längst nicht mehr wegzudenkenden Konstanten auf dem Vikingsektor. Studioentwurf Nummer acht beinhaltet endlich wieder alles, was ihre Fans an der bewährten Wikingertruppe so lieben und der etwas schwächere Vorgänger „Legions of the North“ über weite Strecken vermissen ließ. Die Grawsiö-Crew hat mindestens zwei Schippen an Qualität plus Heavyness zugelegt, was sich klar im Gesamtergebnis wieder spiegelt. Erik Grawsiö und seine Recken lassen ein Zehnerpack nordischer Wikingersagen aufgelockert durch großartig arrangierte Folkballaden (zum Verweilen am Lagerfeuer) denen es weder an erforderlicher Authentizität noch kompositorischer Klasse mangelt aus dem Sack. Allvater Odin ruft seine Wikinger zu sich, um Horden seefahrender Krieger mit metallischen Klängen auszustatten, damit sie in die Welt hinausziehen, um nordische Heldenlieder, Legenden, Mythen, Heidenbrauchtum und Folklore zu verbreiten. Überkommt mich beim Eingangs-Intro ein Gefühl, etwas bärbeissig heftiges ist im Gange, darf sich der Rezensent bei „Tagen av Daga“ (von heroischem Chorgesang beflügelt) sowie der fließend in zügiger Vorwärtsdynamik wie ein mächtiger Sturm über den Kopf des geneigten Hörers hinweg rauschenden Allvaterhymne „Odin Owns Ye All“ bestätigt fühlen. Entgegengesetzt dazu lässt das ruhige von Chören und Wikinger-Frauengesang veredelte Akkustik Balladenstück „Blot“ verträumt nachdenklich die Seele baumeln. „Vigverk – Del II“ wird von zartem Frauengesang dominiert, dem sich rauer Männergesang anschließt, bei dem Stück muss es Viking-, Pagan (Heiden)-Folkmetalfans einfach packen, - in Bierseeliger Laune das Tanzbein zu schwingen, geschweige mitzuschunkeln. „Call of the Runes“ erweist sich als recht kraftvoller zeitweise mächtig auf's Tempo drückender Pagan/Folk/Blackmetalhammer einschließlich mystisch arrangiertem Zauber. „Kraft“ schöpft seine Energie direkt aus der Natur, so druckvoll pumpend geht das Stück versehen von superben Gesangslinien, sowie starken Rhythmus/Tempogrooves direkt unter die Haut. „Bärsärkana frän Svitjod“ verteilt in schwedischer Landessprache den Spirit verruchten Berserkertums gepaart mit akkustischer Lagerfeuerromantik. „Nattram“ haut erneut von druckvoll in schrittweisen Grooves kontinuierlich Tempo steigernd ins Mett, mystischer Sprechgesangspart baut intensiv Atmosphäre auf, ehe ein heroischer Walkürenabgesang für den mächtigen Universums „Allvader“ – Odin - das Album leise in sanfter Weise stilvoll beschließt.

Abwechslungsreich, spannend, majestätisch erhabener Wikingermetal mit ureigener Stilnote versehen, worauf ich gern das (Frucht)-Nektar gefüllte Horn erhebe - Odin Owns Ye All! 8/10