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LANCELOT - But I Can't Stand Behind

11 lancelot

VÖ: bereits erschienen
(Karthago Records)

Style: Melodic Hardrock

Homepage:
LANCELOT

Die Bandgeschichte der Saarländer Melodic-Hardrockband LANCELOT reicht immerhin bereits ins Jahr 1973 zurück. Ob es der Band jemals gelang, etwas mit ihrem deutlich auf den US-Markt schielenden Melodic-Hardrock zu reißen, entzieht sich meiner Kenntnis. Sechzehn Nummern gebacken nach klassischem Schema befinden sich auf dieser CD wobei der Titel des einzigen Releases „But I can't stand behind“ Pate für eine zusammen mit vier Singles gestreckte CD-Compilation stand. Je länger ich in diese CD hineinhöre, umso überraschender offenbart sich ein vielseitiges Maß Abwechslungsreichtum bei kompositorisch hoher Dichte. Melancholisch langsames („Struck Down“) wechselt sich sowohl mit klassischem Rock n' Roll („Stargazer“) „Rock n' Roller“ - wie bezeichnend, der Bandtiteltrack röhrt gar im Spätsiebziger STATUS QUO-Format) als auch mit rasanten auf's Tempo drückenden Krachern („Little Jane“, „Blinded“). „Far away“ und „Miss You“ bahnen sich dank sofortiges Mitwippen auslösender Grooves als catchy Melodic-Ohrwürmer ihren Weg ins Gehör, ohne im Entferntesten kitschig zu wirken, selbiges gilt für die Ballade „Pretty Thing“. Der ungemein facettenreich sämtliche Hochtonkleitern erklimmende selbst in mittleren Tonlagen ausdrucksstark röhrende Klargesang von Albert Jochum hat selbst nach so langer Zeit kaum etwas von seiner Wirkung eingebüßt, das Debüt But I can't stand Behind stammt ursprünglich aus dem Jahre 1983. Erfreulicherweise gilt festzuhalten: Auch wenn es sich hier um kein Heavy Metal-Album, sondern „nur“ um ein A.O.R.-Album handelt, lässt sich dem Großteil der Kompositionen ein gewisses Maß an Klasse verbunden mit hoher Eigenständigkeit nicht absprechen. Anhängerschaften mit Hang zu Melodischem AOR-Hardrock sollten auf jeden Fall einige Hörproben entnehmen, es könnte sich lohnen! Als Orientierungswert könnten sich Melodic-Rock-Kapazitäten wie JOURNEY, SAGA, Heart und STYX empfehlen, ein würdig umgesetztes Cover des FREE-Klassikers „All Right Now“ fügt sich ebenso gut ins Gesamtbild, wie der F. J. Haydn gedachte Tribut. Eine richtig schön altbackeneMelodic-Hardrock-Perle heute selten gewordener Art, die es nun für Genre-Fans dieser Tage neu wieder zu entdecken gilt. 8/10