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JESS AND THE ANCIENT ONES - Second Psychedelic Coming: The Aquarius Tapes

12 jess

VÖ: 11.12.2015
(Svart Records)

Style: Psychedelic/Classic Rock

Homepage:
JESS AND THE ANCIENT ONES

So flexibel trotz aller Detailverliebtheit wie auf ihrem Zweitling waren JESS AND THE ANCIENT ONES bisher noch nie, unabhängig ob Orgel, Flöten, gesprochene Passagen oder unterschiedliche Percussionseffekte zum Einsatz kommen. Second Psychedelic Coming macht es dem Hörer nicht gerade leicht, greift aber mit jedem weiteren Hördurchlauf umso intensiver. „Samhain“ sorgt auf Anhieb für düstermelancholische Novemberstimmung, deren Spannung sich dank extrem hoher Schlagfrequenz gewaltig erhöht. „The Levitating Secret Dreams“ macht Platz für freischwebende Träumereien. „The Flying Man“ wird zur gespenstisch sich zunächst nur langsam, danach zügiger auflösenden Nebelschleier wabernd verschwommenen Bluesorgie, “The Equinox Death Trip“ rockt lässig dynamisch – ein perfekt verschwommener Okkultrock-Gruseltrip effektiver Breitenwirkung. „Wolfes Inside My Head“ stellt sich dem inneren Wolfsrudel verschroben kauzig auf ungewöhnlich tanzbare Weise entgegen, dem Strudel innerer Ängste tapfer zu entrinnen versuchend. „Crossroad Lightning“ lässt für einsam Nachtwandernde Seelen mittels vereinzelter Teelichtgläser ein Licht der Hoffnung brennen, „The Lovers“ verfängt sich im explosiven Geflecht aus heftiger Dynamik und Psychedelic gepaart mit kauziger Verschrobenheit. „Goetia of Love“ schafft auf unterkühlt fesselnde Art Gespensteratmosphäre. „Goodbye To Virgin Grounds Forever“ verliert sich in Form eines facettenreich spannend tiefen psychedelisch arrangierten 22 Minuten-Neofolk-Epos basierend auf bunt geschmückter Palette bewußtseins erweiternder Gefühlsebenen, wobei Sängerin Jess zum Schluß erneut sämtliche Register ihres vielseitig klaren Gesangs zieht. JESS AND THE ANCIENT ONES lassen durch ihr unorthodox dennoch unglaublich elegant gebrautes Elixier bestehend aus Psychedelic-Vorhängen, Neo Folkanteil, fließendem Classic Rock und mystischen Okkultflair überhaupt keinen Vergleich mit anderen Combos auf dem Psychedelic /Classic-Rocksektor zu. Geisterhaft verschwommene Psychedelic-Okkult-Neo-folk-Rock-Ästhetik unterlegt von abstrakt romantisch kauzig verwobenem Gruselkino kleiner Schrittfolgen zelebriert im großen Stil. 8,5/10