• Home
  • Reviews & Interviews
  • CD-Reviews
  • METALLICA – Hardwired...To Self-Destruct

METALLICA – Hardwired...To Self-Destruct

VÖ: bereits erschienen
(Blackened Recording/Vertigo)

Style: Heavy Metal

Homepage:
METALLICA

Liegt der nächste Streich der Bay Area-Thrashlegende METALLICA bereits geschlagene 8 Jahre Wartezeit, über ein halbes Dutzend Singles, mindestens ebenso viele Livealben sowie einige zur Überbrückung gedachte Compilations, EP's usw. zurück, sind aus einem Album nun derer gleich zwei geworden, die es auf eine rein effektive Gesamtspielzeit im überdehnten XXL-Format von 77:28 Minuten bringen. Wie lange haben sich zahlreiche METALLICA-Fans weltweit für dieses so innig herbeigesehnte Album gedulden müssen?

„Hardwired To Self Destruct“ startet aggressiv mit dem kurzen heftig explosiven 3 Minuten-Gewitter „Hardwired“ das METALLICA's Thrash-Wurzeln deutlich aufzeigt. Der ausnahmslos heavy in die Vollen gehende Uptempo-Hammer „Atlas Rise!“stellt das erste Albumhighlight dar,  „Now That We're Dead“ und „Moth Into Flame“ bestechen mit geilem Riffing und superber Melodie, „Halo of Fire“ mutiert sogar zur explosiv unter die Haut gehenden Emotionshymne womit sich das zweite Albumhighlight offenbart , „Confusion“ entwickelt sich zum spannungsgelandenen Riffmonster, während die zum Rauswurf exzellent killende bis zu den frühen Wurzeln zurückreichende Verneigung vor Bandeigenen Klassikern bezeugende Thrashabrissbirne „Spit Out To The Bone“ den mit "Hardwired" exzellent geöffneten Kreis ebenso eindrucksvoll schließt. (Welcher eingeschworene METALLICA-Fan denkt bei solch einer Granate nicht an „Metal Militia“ oder „Whiplash?“). Damit erreichen alle sieben erwähnten Stücke die sich durchaus auf dem ein oder anderen METALLICA-Klassiker wiederfinden könnten den für METALLICA-typischen Breitengrad in der Schnittmenge zwischen voluminösen Mörderriffs, fesselnder Leadsolieskapden und James Hetfields ausdrucksstarkem Organ angetrieben von einer kompakt aufspielenden Rhythmussektion.

Leider stehen dem erstklassigen positiven Eindruck hinterlassenden Songmaterial von CD 1 neben dem schwachen „Dream No More“ vier weitere sich endlos in die Länge ziehende  kaum greifen wollende Lückenfüller auf CD 2 gegenüber, die sich weder mit erwähnten Glanzleistungen messen, geschweige niveautechnisch mithalten können. „Am I Savage“ entpuppt sich als belangloser Durchschnitt, das bereits erwähnte „Dream No More“ geht als fader „Harvester of Sorrow/The Thing That Should-Not Be'-Abklatsch durch, der schleppende MOTÖRHEAD-Lemmy gewidmete Stampfer „Murder One“ entwickelt sich mittels sparsamer Riffs zur müde vor sich hin dümpelnden Schlaftablette. Bei „ManUNKind“ driftet das San Francisco-Quartett in punkto Songstruktur und Griffigkeit bedauerlicherweise sogar in die wenig erbauliche Load/Reload-Phase ab, „Here Comes Revenge“ gibt sich gleich nocheinmal extrem langatmig und der absolut stinklangweilige nach Schwarzes Album-B-Seite klingende Stampfer „Am I Savage“ überzeugt qualitativ leider ebenso wenig.

Ihre Blütezeit haben METALLICA soviel steht nach doppeltem Hördurchlauf fest - mittlerweile hinter sich, obwohl beide CD's ihre spannenden Momente (CD 1 mehr, CD 2 weniger) besitzen -„Hardwired To Self-Destruct“ lässt keinen Zweifel daran. James Hetfields Röhre klingt sehr zu meiner Freude mindestens eine Spur wohltuend bissiger als auf dem Vorgänger „Death Magnetic". Kirk Hammet soliert auf mannschaftsdienlich hohem Niveau, Bassist Robrt Trujillo bildet zusammen mit Lars Ulrich eine brilliant harmonierende fett aufspielende Rhythmussektion. In Sachen Riffdynamik und Sound bleiben die Herren Hetfield/Ulrich/Hammet/Trujillo eine Macht. METALLICA sind nach wie vor METALLICA obgleich sie auf „Hardwired...To Self-Destruct“  wieder keine 9-Punkte-Rakete zünden, haben METALLICA immerhin deutlich mehr gewonnen als verloren und können ihren Status somit halten. 

Fazit: Auch dieser METALLICA-Output wird erneut für gespaltene Gemüter innerhalb der riesigen klassischen Heavy Metal-Fangemeinde sorgen. Für Anhängerschaften der 'METALLICA-nach-dem-Schwarzen-Album-Ära' bedeutet „Hardwired... to Self-Destruct“ einen Pflichtkauf; der andere Teil der METALLICA-Anhängerschaft, die spätestens seit dem Schwarzen Album mit dem San Francisco-Vierer abgeschlossen hat, wird „Hardwired...to Self-Destruct“ trotz Probeweise Reinhörens in gewohnter Form konstant ignorieren. 7,5/10