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DEAD LORD – In Ignorance We Trust

08 deadlord

VÖ: 25.08.2017
(Century Media Records)

Style: Hard Rock

Homepage:
DEAD LORD

Seien wir ehrlich, die Zeiten ihres bärenstarken 2013er Debüts „Goodbye Repentance“ haben DEAD LORD längst hinter sich gelassen, knackig rocken tun die Schweden indessen nach wie vor, was gleich beim gelungenen Einsteiger „Ignorance“ zum Tragen kommt. Fügten sich auf dem Zweitling „Heads Held High“ zum immer noch vorhandenen THIN LIZZY-Faible weitere Stilfacetten verbunden mit einem deutlicherem Grad an Eigenständigkeit hinzu, setzt sich diese Entwicklung bei DEAD LORD auf deren aktuellem 'In Ignorance We Trust' getauften Werk fort. Im Prinzip sind sämtliche Trademarks, - Gespür für tolle Melodien und peppige Beats, entspannt lässige Grooves, nachdenkliches Songwriting und relaxte Doubleleadgitarren vorhanden. Allein der phasenweise brustschwache Gesang könnte an mancher Stelle ruhig wieder etwas explosiver sein, um nachhaltiger wirkend im Gedächtnis zu bleiben. Diesen entscheidenden Faktor vermisse ich bei Nummern vom Typ „Too Late“, oder dem gitarrentechnisch killenden von Backroundvocals begleiteten Smasher („Kill em All“), und der austauschbaren Durchschnittsballade „Leave Me Be“ schon, obwohl der hervorragende Gitarrensound darüber hinwegtröstend versöhnlich stimmt. Ein schlechtes Gesamtwerk ist 'In Ignorance We Trust' keineswegs, nur eines, da vielleicht mehr als nur einen Hördurchlauf braucht, darüber hinaus auch die ein oder andere Überraschung bereit hält. „Reruns“ glänzt durch weiblichen Gesang im Hintergrund, womit Hakim stimmlich entlastet wird, was den Heavynessfaktor deutlich anhebt. „The Glitch“ geht als mehr als dezent Hippie Flair verteilende das Gedankenkarussellzum in die Ferne schweifen bringende dunkel-melancholische Flower-Power-Pause durch, die sich anders als von DEAD LORD gewohnt, entpuppt. „Part of Me“ berührt emotionell verträumt, wobei die gedämpft im Hintergrund zu hörende Mundharmonica in Verbindung zur akustischen Gitarre kombiniert zum Überwechseln in den halb balladesken Rockmodus samt raumgreifender Klangästhetik Akzente setzt. Hier zeigt sich eine neue, ungewohnt weiche Seite der chilligen Schweden. Ihre besten Momente haben sie jedoch gerade wenn völlig ungewohnt für DEAD LORD-Verhältnisse ungewohnt experimentiell episch melancholische durch Frauengesang veredeltes nach schleppender Schwermut sich genussvoll in exzessives Rock n' Roll-Feeling steigernde Edelkost wie „Never Die (!)“ verabreicht wird. „They!“ sucht Anschluß zum feurigen 'Goodbye Repentance' Debüt; der deutlich in Richtung einer schnelleren zeitgemäß auf den Punkt gebrachten Version dynamischer THIN LIZZY-Power trifft knackig uriges SLADE-Faible gehende Schlussakkord „Darker Times“ weiß ebenfalls zu überzeugen. Ergo: DEAD LORD haben sich enorm weiterentwickelt, und sind ihrer Sache standesgemäß treu geblieben. - Gut! 8/10