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PAGAN ALTAR – The Room Of Shadows

08 paganaltar

VÖ: 24.08.2017
(Temple Of Mystery Records)

Style: N.W.O.B.H.M.Doom/Hard Rock

Homepage:
PAGAN ALTAR

PAGAN ALTAR gehören zu meinen absoluten Lieblingen der N.W.O.B.H.M. . Dreizehn Jahre hat es gebraucht, bis es damit klappte, 'The Room of Shadows' tatsächlich nun das Licht der Welt erblickt, womit ein Kapitel zeitloser Hardrock/Heavy Metalgeschichte stilvollzu Ende geht. PAGAN ALTAR Gitarrist und Gründer Alan Jones ließ sich von seinen beiden Komparsen Bassist Diccon Harper und Schlagzeuger Andy Green schließlich dazu überreden, das geplante, bisher nie veröffentlichte Gesamtwerk seines Vaters doch zu vollenden, wofür den dreien zumindest meine Anerkennung sicher ist. Tragischerweise verloren PAGAN ALTAR ihren Frontmann Terry Jones, der kurz vor seinem bedauerlichen Tod mit atemberaubender Gesangsleistung auf 'The Rooms Of Shadows' brilliert. Egal ob 'Vol. I.', 'Lords of Hypocrisy', 'Mythical and Magical'... dieser letzte PAGAN ALTAR-Studiorelease fesselt durch den einzigartig zeitlosen Spirit nahtlos ineinander fließender Folkelemente verbunden mit permanent mystischem Unterton. Elemente aus englischer Folklore treffen kantigen Hardrock angereichert mit kräftiger Prise Doom und traditionellem Heavy Metal, stets begleitet von einem urigen Flair angenehm kauziger Verschrobenheit einschließlich schweblütig-melancholischer Schattierung. 'The Room of Shadows' ist ein liebenswert detailreiches Sammelsurium düster melancholisch kraftvoll gestalteter Kompositionsvielfalt. Eine vorzüglich sich im Licht zahlreicher Emotionen reflektierender Melodien, kantig hart rockender Gitarrenriffs, hochkarätig eigenwilliger Leadsoli, hingebungsvoll charismatischer Gesangslinien versehen mit reichlich auf dem schmalen Grad zwischen Hoffnung und Düsternis schwankender Melancholie ergießende Rauschorgie für ein kleines Fanklientel harter Klänge, die sowohl Folk-, Rock-, Heavy- als auch Doom-Faktor beinhaltend von tighter Rhythmusdynamik angetrieben durch Alan Jones' individuell eigenständigen Leadgitarrenfinessen seine Krönung erfährt. Sechs Mythen-Folk-Heavy-Doomrock-Hochkaräter allerfeinsten Levels lassen restlos überzeugte PAGAN ALTAR-Fans bei getragen episch beginnend mit knapp acht- endend bei zehneinhalb Minuten-Eröffnungsklagen wie „Rising of The Dead“, „Danse Macabre“ und „The Ripper“ ehrfurchtsvoll niederknien. Im poetischen Titelstück 'The Room of Shadows' wird auf geradezu magisch anmutende Weise gar die längst vergessene Kunst altertümlicher Barden lebendig (!), zunächst schleppend zähfließend seines Weges daherziehend, gewinnt es zur Halbzeit an explosiver Dynamik, um phantasievoll in bardisch-balladesker Eleganz auszuklingen. „The Portrait of Dorian Grey“ bahnt sich zuckersüß Groove rockig seinen Weg ins Gehör. Terry Jones stimmlich einzigartig warmes Timbre berührt die Seele dort, wo sie am empfindlichsten ist, selbiges gilt für „Dance of the Vampires“. Mehr zeitloser Heavy Metal-Spirit geht nicht. Der Classic-Metal-Release des Jahres! Traurig bleibt festzuhalten: PAGAN ALTAR werden der Underground-Heavy Metal-Szene schwer fehlen. - R.I.P.- Terry!

Fazit: Mit solch einem herausragend facettenreich-verschroben emotionsgeladenen Opus Magnum hätten PAGAN ALTAR ihre Geschichte überhaupt nicht würdiger abschließen können. Bei jedem Durchlauf kristallisieren sich weitere Feinheiten heraus. 'The Room Of Shadows' spricht für sich. Diese zeitlos geniale N.W.O.B.H.M.-Band wird im Herzen ihrer Fans weiterleben. - Legendär! 10/10.