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FORGED IN BLACK – Sinner Sanctorum

09 forgedinblack

VÖ: 02.09.2017
(Eigenproduktion)

Style: Heavy / Thrash Metal

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FORGED IN BLACK

FORGED IN BLACK waren mir zugegebenermaßen bisher kein Begriff, umso erstaunter bin ich nun, beim Hören dieser EP, das die aus England (genauer Essex) kommende früher im Thrash beheimatete sich nun auf klassischen Heavy Metal konzentrierende Band bislang bereits zwei EP's und ein vollständiges Longplayalbum veröffentlicht hat, dem sich nun eine weitere die insgesamt dritte EP anschließt. Der Auftakt „There's always in Time“ verschwimmt nach zunächst der akkustischen Gitarre den Vorzug einräumenden Intro in ausufernd verschachtelter Theatralik, das Stück wirkt konstruiert, so als hätte die Band hier noch nicht zu ihrem Stil gefunden. Das schlechte Timing bei überstürzten Tempowechseln sowie der farblose Gesang nervt gewaltig ab. „Pay The Price“ outet sich danach im Durchschnittsformat bereits hinlänglich bekannter Strukturen, wobei das hauptsächlich von KAPELLEN wie ANNIHILATOR/JUDAS PRIEST-beeinflusste Stück nun keineswegs die Klasse dieser beiden Kapellen erreicht. Für Fans von JUDAS PRIEST/ CANDLEMASS/GRAND MAGUS heißt es vielversprechend im Infoblatt. Hier hätten besser ANNIHILATOR deren Einfluss recht deutlich zusammen mit Faible für GRAND MAGUS'sche Epic durchscheint, statt dem unpassenderweise krampfhaft bemühten, sich jedem Vergleich mit FORGED IN BLACK entziehenden Epic-Doomern CANDLEMASS, zumal die Engländer mit den mit ihnen verglichenen Schweden prinzipiell überhaupt nichts gemein haben. Aufgrund dessen stellt sich die Frage: Was soll dieser inakzeptable Vergleich? GRAND MAGUS sind berechtigtermaßen angebracht, sogar heraus hörbar. Von CANDLEMASS hingegen sind FORGED IN BLACK auch wenn sie noch so sehr zu deren Vorbildern gehören, bei allem Respekt meilenweit entfernt.

Mancher wäre jetzt geneigt, diese EP komplett in die Tonne zu treten, doch in meinem Fall werde ich nun tatsächlich eines besseren belehrt. Hier lässt der Titeltrack 'Sinner Sanctorum' weit mehr als nur gute Ansätze im gehobeneren Bereich erkennen, - na also, - geht doch! Der Gesang von Chris Storoszynsk besitzt auf einmal genau die erforderlich kräftige besser zum Material passend raue Stimmfärbung wie sie Bands der Sorte FORGED IN BLACK zweckdienlicher weise grundlegend benötigen, wenn ihr Songmaterial effektiv zur Geltung kommen will. „Crimson Echoes“ schließt sich mit spannenden Taktrhythmuswechseln begleitet von satt nach vorn gehender Dynamik dem gesteigerten Qualitätsniveau nahtlos an, womit für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt wäre.

Für das feine folkloristische Akkustik-Intermezzo sowie erfolgreiche Bemühen um strukturelleren Songaufbau gibt’s einen dicken Extrapunkt. Nichtsdestotrotz ergibt sich daraus folgendes Fazit: Unterm Strich beinhaltet diese zur einen Hälfte aus Licht, zur anderen Hälfte aus Schatten bestehende Viertrack-Ep ein zwiespältiges Gesamtresultat, was unmissverständlich zeigt, das diese Band künftig noch deutlich mehr ihre Linie finden muss, wenngleich gerade die zwei letzten Stücke „Sinner Sanctorum“ und „Crimson Echoes“ in vorzüglicher Form zeigen, das FORGED IN BLACK auf dem richtigen Wege dazu sind. Daran gilt es nun künftig anzuknüpfen! 6/10