TALES OF GAIA – Hypernova

09 talesofgaia

VÖ: 04.09.2017
(Fighter Records)

Style: Power Metal

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TAKES OF GAIA

Seit 2010 im Geschäft, kündigt sich mit TALES OF GAIA ein weiterer Power Metal-Newcomer an, dessen Longplaydebüt immerhin bereits sieben Jahre auf sich warten ließ, um tiefe Spurrillen von Acts der FREEDOM CALL/STRATOVARIUS/GLORYHAMMER/RHAPSODY-Schule im Boden zu hinterlassen. Ihre Lektionen in Sachen Spannungsaufbau, Theatralik und Melodiegebung haben die Spanier soweit recht gut gelernt, um auf der softeren Spur des klassischen Heavy Metals, dem Glanz & Gloria- Powermetal problemfrei Fuß zu fassen. „Keep The Dream Alive“ steht im Grunde stellvertretend für das Gesamtergebnis, eines sich nur allzu häufig ähnelnden Grundschemas. Nestor Catalajà dessen theatralisches Hochtonorgan trotz vielfältig pathetischer Vocalistic vermehrt einer krankheitsbedingt wegen Erkältung das Bett hütenden Jungfrau ähnelt, fällt stark aus dem Rahmen. Das Keyboard sorgt für nette Soundeffekte, welche dazu beitragen sollen, das Material kreativer zu gestalten. Gitarren und Schlagzeug wurden sauber eingespielt, könnten jedoch weitaus druckvoller abgemischt sein. „Knights of Heidelberg“ rockt fein elegant im heroischen Modus. Das man auch mal gesunder maßen aus dem Rahmen fallen kann, zeigt der Einsatz von (wenn auch künstlich per Keyboard erzeugten) Bläsern beim Titeltack „Hypernova“ (welcher Dämon war hier bloß im Spiel?) Davon abgesehen offeriert das Sechstett aus Barcelona handwerklich Genre kompatibles Material, dem es trotz verstärktem Hang zu flotter Tempodynamik stellenweise am entscheidenden Kick fehlt. Insgesamt liegt der Inhalt auf „Hypernova“ jenseits von gut und böse. Technisch zu gut, um wirklich schlecht zu sein, hinsichtlich Druck zu schwach, um Wände zum Einsturz zu bringen.

Fazit: Brauchbares Debüt für die auf Acts wie FREEDOM CALL/STRATOVARIUS/RHAPSODY/ GLORYHAMMER-getrimmte Symphonic Power Metal-Fraktion, das noch nicht ganz deren Klasse erreicht, immerhin recht soliden Eindruck hinterlässt. Mein Metal sind solche Alben zumindest auf den Regelfall bezogen eigentlich nicht. Dauerhaft geht soviel übertrieben selbst verliebtes in derartig schwelgerischem Pathos versinkendes Geschwurbel richtig penetrant auf den Wecker, wenngleich den Spaniern fairerweise zugestanden werden kann, das sie ihr Ding konsequent durchziehen, womit man sie ernst nehmen muss, obwohl es dieses passable Debüt schwer haben wird, auf dem riesigen Markt für klassischen Power Metal einen Blumentopf zu gewinnen. 6/10