ARGUS – From Fields Of Fire

09 argus

VÖ: 08.09.2017
(Cruz Del Sur Music)

Style: Epic Heavy Metal / Doom

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ARGUS

Vier Jahre lang wurde es ziemlich still um ARGUS. Dieser Tage kehren die US-Epic-Doomer aus Pennsylvania endlich mit ihrem brandneuen Studiowerk zurück, das in Sachen Klasse locker an die beiden 2011 bzw. 2013 veröffentlichten Vorgänger „Boldly Strike The Doomed“ und „Beyond The Martyrs“ herankommt. Das Werk bildet sogar die Schnittmenge beider Scheiben, was auf einen äußerst geduldigen Entwicklungsprozess schließen lässt, der sich auf dem vierten Langdreher 'From Fields Of Fire' bemerkbar macht. Parallelen zu WHILE HEAVEN WEBT, die zuerst sehr Doomig klangen, danach entwicklungs technisch zunehmend mehr zum epischen Bereich tendierten, liegen spürbar auf der Hand. Die früher um einiges stärker vertretenen Doomanteile wurden zu Gunsten des Epic-Anteils deutlicher in den Hintergrund gestellt, sind erfreulicherweise immer noch latent vorhanden, womit sich am elementaren Stil tatsächlich weit mehr als nur 'ein bisschen' verändert hat. 'From Fields Of Fire' entpuppt sich als gefühlvollster ARGUS-Output bislang, dem reihenweise filigrane Melodien entströmen. Langsam rollende Walzen vom Typ „As A Thousand Thieves“ halten sich zu flotteren riffkaskadigen Epic-Rockern Marke „Devils Of Our Time“ die Waage. Vorteilhaft erweist sich das Element fließender Rhythmustempodynamik. Shouter Butch Balich kennt sein Metier genau, dessen heroisches Organ majestätisch erhabener Epic unweigerlich ihren Stempel aufdrückt. Kraftvoll groovendes Doom-Flair kommt bei „216“ auf, ein Song bei dem zunächst der Eindruck entsteht, es handele sich um ein Instrumental. Die gibt’s zur Umrandung in Form des einleitenden Intros „Into The Fields of Fire“ sowie beim „From the Fields of Fire“-Outro, das sieben hochkarätig flexibel sich auftürmende Epic-Wellen verträumt sanft im Sand abrollen lässt. „Infinite Lives Infinite Doors“ bringt als herausragender Epic-Langriemen samt inbrünstigen Klageanteil Augen und Ohren von Anhängern heroischer Pathosklänge zum Glühen, der Balladeske Epic-Klopfer „No Right To Grieve“ schlägt in dieselbe Kerbe, was einige Längen locker überspielt, treibt das Emotionslevel erneut in enorme Höhen. “ Hour of Longing“ legt dem in seelischer Pein gefangenen Individuum bittersüße Stahlketten theatralisch leidender Monumental-Elegie glänzend epischer Schwermut an. Die Natur erschafft stets ihre eigenen Wunder. Ein gewaltiger unterirdisch entstehender Vulkan schält sich neu geboren aus dem Wasser heraus, wo zuvor ein anderer stand.

Fazit: Phantastisch abwechslungsreiche Epic-Doom-Feinkost, die mit jeder Umdrehung zunehmend erheblich an Reiz gewinnt. Mehr grundehrlich fesselnd epischer Heavy Metal geht nicht. 8,8/10