• Home
  • Reviews & Interviews
  • CD-Reviews
  • MAUSOLEUM GATE – Into A Dark Divinity

MAUSOLEUM GATE – Into A Dark Divinity

09 nausoleumgate

VÖ: 08.09.2017
(Cruz Del Sur Music)

Style: Epischer 70er-Jahre Psychedelic Hard Rock

Homepage:
MAUSOLEUM GATE

Drei Jahre nach dem tollen Debüt 'Mausoleum Gate' kommt der Finnlandfünfer selbigen Namens mit dem fälligen Nachfolger aus den Startblöcken. 'Into A Dark Divinity' nennt sich das gute Stück, worauf sämtliche Bandtrademarks im Rahmen einer gesunden Entwicklung noch um ein vielfaches verfeinert wurden, was dem sechsteiligen Songmaterial super bekommt. MAUSOLEUM GATE besinnen sich noch mehr als auf dem abwechslungsreichen Debüt auf ihren ohnehin bereits recht ausgeprägten 70er-Jahre Fundus. Drei zwischen 9 bis fast 11 Minuten theatralische Hochspannung verbreitende an kauziger Epic nicht mehr zu überbietende Longtracks „Condemned to Darkness“, „Apophis“ und „Into a Dark Divinity“ versprühen jede Menge klassisches Hardrockflair Marke URIAH HEEP, DEEP PURPLE, dem erneut angenehm duftintensiv geräucherter HAWKWIND-Kauznote die sich mit vereinzelt aufblitzend mystischer Proto-80er-N.W.O.B.H.M.-Hinterhofnebel-Duftnote verindet, entströmt. Überraschende Stimmungs- und fließende Tempowechsel reißen das Ruder bei den gedehnten Epen während mancher in kritische Langatmigkeit auszuufern drohender Passage exakt im letzten Moment gerade noch rechtzeitig herum, bevor Einlullungsgefahr besteht. Effektvoll raumgreifend urig dröhnende Hammondorgelklänge, variabel sich im Spektrum von majestätisch, charismatisch-, schwungvoll und Epik bewegender Gesang von Stimmbandästhet V. P. Varpula, dem angenehm altertümlich stark in Richtung Minnegesang tendierender Folkpathos entspringt, Mellotron, dezent im Hintergrund eingesetzte Synthies, sowie ein effektives Piano sorgen für zahlreiche Farbtupfer eines ohnehin beeindruckend vielfältig bunten Grenzgängers, dessen tief melancholisch trauerklagend immer einen kräftigen Schuß hoffnungsvoll verträumtes Elixier ausschenkender Kelch lieblich sanfter Tonfolgen ebensowenig abgeneigt ist. Einen solch extrem düsteren Mystikfaktor wie ihre beschlagenen Landsleute JESS AND THE ANCIENT ONES fahren MAUSOLEUM GATE nicht auf, doch gehen sie ähnlich vielseitig zu Werke. Der kürzeste nach 2:42 Minuten endende Track „Burn The Witches At Dawn“ zeigt MAUSOLEUM GATE aufreizend lässig auf der flotten Überholspur. „Solomons Key“ schließt nach „Apophis“ elegant das Tor auf, ehe das von süßem DEEP PURPLE/URIAH HEEP/RAINBOW-Met gefüllte „Horns“ den Taktbeatmotor mit erheblich gesteigerter Grooveschlagzahl kräftig ankurbelt, während in dem für ein würdiges Finale sorgenden Titelopus „Into a Dark Divinity“ sich alle Musikalischen Finessen inklusive Facetten des zum wiederholten Male fett auftrumpftenden Kupio-Teams treffen, wobei mir hinsichtlich soviel feinfühlig altertümlich gestalteter Pathos-Epik im urigen Kauzmuster mehr als einmal so mancher Gedanke an die australische Seelenverwandtschaft TAROT gestattet sei, wobei „Into A Dark Divinity“ wegen zuviel immenser Verspieltheit nicht ganz an das bis zur letzten Sekunde Spannung aufbauende Dramaturgiklevel des begnadeten australischen Trios heranreicht.

Fazit: Soviel Eigenständigkeit, Leidenschaft, feinfühlige Detailverliebtheit bei entspannt rockiger Harmonie,deren Melodieführung tief in den Ozean romatischer Verklärung abdriftet,jedoch nur, um galant in unerreichte Sphären tiefenpsychedelischer Weltentrücktheit einzutauchen, weiß zu fesseln. MAUSOLEUM GATE haben es drauf. Neben den Australiern TAROT und ihren Landsleuten JESS AND THE ANCIENT ONES gehören MAUSOLEUM zur Cremé dé lá Cremé der Psychedelic Hardrock-Newcomer, was „Into A Dark Divinity“ deutlich belegt. - Satan likes Rock n' Roll! 8,7/10