OPHIS – The Dismal Circle

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VÖ: bereits erschienen
(FDA Records)

Style: Death / Doom Metal

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OPHIS

Viertes Album des Hamburger-Doom-Deathmetalhaufens OPHIS. Inhaltlich drehen sich alle Stücke der zwischen 7 – 14 Minuten wummernden 'The Dismal Circle' genannten Finster Doom-Deathmelange im gewohnten Rahmen um dunkle Abgründe der menschlichen Seele, tief in uns Verborgen lauerndes, Zustände drückend bleierner Schwere, deren Gewicht etwa wie ein Magnet auf uns lastet, unverhohlen ehrlich  offen legend – Depressionen, körperlich-seelische Qualen, Dämonen, Atheismus. Das herrlich fiese, hervorragend geeignete heißere Organ von Philipp Kruppa growlt sich extrem derb durch Mark und Bein. Bei schnellen vom schleppenden Trauerdoom zur harschen, in rasender Tempobeschleunigung rollenden Todesblei-Attacken keimt der Gedanke an eine krude Mischung ausladend melancholischer MY DYING BRIDE-Stimmungen treffen brachial bis unter die Decke aggressive MORBID ANGEL auf. Dazwischen liegen noch eine Reihe anderer Facetten, wie der von einer weiblichen Stimme eingeleitete Brecher „Engulfed in White Noise“ zeigt. Insgesamt bewegt sich der Silberling auf einem recht ausgeglichenen Qualitätslevel. Ganze Wagenladungen tiefer Depression verteilende Gitarrenharmonien dringen intensiv über das Gehör ins Bewusstsein, feine Leadsoli, tiefe Bassparts und ein voluminöser Schlagzeugsound geben dem schwachen Lichtstrahl umhüllt von finsterer Schwärze Freiraum, seinen Weg schrittweise aus dem undurchdringlichen Dickicht schmerzhaft melancholischer Trauerelegie zu finden. OPHIS erwecken jenes Prinzip Hoffnung, der dunklen Grotte des Seelenlabyrinths zu entfliehen, wenn sich grausam das Bewusstsein quälende in ohnmächtige Wut umschlagende Pein beständig im Inneren kochend gefangener Gefühlsregungen, die ihr Ventil suchend alle Fesseln sprengend einem gewaltigen plötzlich aus dem zuvor stillen Ozean hervorbrechenden Monster sich Luft macht...
Fazit: Effektiver lassen sich Empfindungen tiefsten Schmerzes kaum transportieren. 8,7/10