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V1 - Armageddon – End Of The Beginning

10 v1

VÖ: bereits erschienen
(Eigenproduktion)

Style: N.W.O.B.H.M.

Homepage:
V1

Dennis Willcock und Terry Wapram sind Ur-Mitglieder aus der Gründer-Formation der NWOBHM-Legende IRON MAIDEN. Beide gründeten V1 bereits nach ihrem (noch vor Aufnahme der 'Soundhouse Tapes' noch ehe das IRON MAIDEN-Debüt das Licht der Welt erblickte), erfolgten Abgang von IRON MAIDEN. Ganz nach ihrem Gustus wollten Willcock/Wapram eher dem klassischen Hardrock im Stile  der 70er frönen, statt sich brav dem neu sich ausbreitenden Heavy Metal-Phänomen anzuschließen. Das Ergebnis davon ist 'End of the Beginning'. Beinahe vierzig Jahre Abstinenz sind schon eine ziemlich lange Auszeit. Die 1978 aufgenommene Demo-CD erschien schließlich 2015, dem zwei Jahre später - jetzt also das Debüt folgt.
Musikalisch sind gewaltige Unterschiede bei den Londonern zu den bereits in  ihren frühen Anfangstagen weitaus flotter zu Werke gehenden eisernen Jungfrauen auszumachen. Nach IRON MAIDEN klingt hier größtenteils fast überhaupt nichts.
'Armageddon – End of the Beginning ist ein guter im klassisch-traditionellen Sinne sich verstehender Hardrock-Schinken, kaum wirklich mehr, geschweige denn weniger. Der schwache Opener kann jedenfalls kaum etwas reißen, dieser Zustand ändert sich erfreulicherweise schnell bei Stücken wie „Taking You Higher“, „Devil, Devil“, „Ready For Action“ „Croydon Boys“ und einem richtig schön explosiven „Runner“ - hier dominiert knarrzig antiquierter, für knackigen N.W.O.B.H.M.-Sound geradezu charakteristisch prägend scharfkantiger Hardrock-Groove, der mich an solche Formationen vom Schlage DIAMOND HEAD, VARDIS, ganz frühe TYGERS OF PAN TANG, BASHFUL ALLEY oder das nicht der NWOBHM zurechenbare US-Quartett QUIET RIOT erinnert, das Geschehen. Relaxte Blues-Nummern haben auch Einzug in den Songfundus gehalten, - „She's So easy“ belegt es deutlich.  Beim epischen Schlußtrack „Armageddon“ zeigen V1 überraschend pathetischen Anstrich, allerdings fehlt es zum einen an der entsprechenden Hochton-Stimmlage, zum anderen an der Würze, diesen zusammengebastelt wirkenden Track effektiv auszuschmücken, der sich ähnlich des Openers nicht als das gelbe vom Ei entpuppt.
Fazit: Um dem entarteten IRON MAIDEN-Vergleich gerecht zu werden, müssten V1 trotz entsprechend vorhandener Dynamik eine gewaltige Schippe Geschwindigkeit drauf packen. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl nicht im Sinne der auf klassischem Hardrock-Terrain aufblühenden V1 sein. Somit bleibt unterm Strich ein gutes chillig relaxtes Hardrock-Album, das auf 7,5 von 10 Punkten kommt. 7,5/10