LIQUID GREY - Grey Matter

VÖ: bereits erschienen
(Echozone)

Homepage:
www.myspace.com/theliquidgrey

"Everything that kills" ist ein Einstieg auf der CD, wie ich mir das wünsche, nämlich gleich ein Knaller. Eine Mischung aus Rock’n’Roll und Gothic/Wave, die ich in einer solch harmonischen Koexistenz nie vermutet hätte. Das Ende hat dann einen melancholischen Einschlag a la Moby. Und gleich danach mit "I never smile" ein Song, der mehr in die Alternative-Richtung tendiert. Ein so geiler Bass, dass das Lied sofort schon zu meinem Favoriten auf der CD wird. Gut dass ich nun mal nachgeschaut habe, was diese Gruppe ist, denn es ist keine Gruppe sondern EIN Mr. Grey, der alles selbst einspielt, bis auf die Drums, was man auch deutlich raushört, dass hier ein Drumcomputer am Werk ist. Bei "Red" muss ich wirklich gestehen, dass man schon ein wenig Danzig raushört. Mir als Bass-Fan geht dann "In Black" wieder gut rein, aber fairerweise muss ich sagen, dass es hier schon beginnt abzubauen. Das Pulver ist verschossen und auch "Low" danach kann nicht mehr so richtig überzeugen. "Part of everything" steigert zum Glück das Level wieder ein wenig, wobei wir jetzt erst wieder knapp über Groundlevel sind. "Fire" ist eins der Lieder, in der Mr. Grey eher auf seine rauchige Stimme setzt. Mit "You" gerät alles jedoch wieder in den Sinkflug, denn hier klingt die Stimme total unsauber und damit ist dies für mich das zweitschlechteste Lied auf der CD, wobei es direkt gefolgt ist von "Darkened skies". Hier hat die CD den zweiten brutalen Einbruch. Wem natürlich Alternative/Psychedelic zusagt, der findet in den mittleren Liedern genau das richtige. Mit "Lines" als eher rockigem Song versucht Mr. Grey wohl wieder die Qualität anzuheben, was mit "From dusk to dawn" auch recht gut gelingt, wobei es doch noch recht psychedelic ist. "No time" jedoch geht wieder zurück zu den Wurzeln und hat absolut hörenswerte Gitarrenriffs, die natürlich von dem fetten Bass immer wieder untermalt und getragen werden. Damit schiebt sich der Song jetzt nach vorne auf meinen Platz 1, gerade weil er richtig rockt. "The lost son" als Abschluß ist dann so psychedelisch, dass man hier echt keine Drogen mehr braucht, um sich aus dem Fenster zu stürzen. Das Lied sollte man sich nur anhören, wenn man in einer stabilen psychischen Verfassung ist.

Fazit: Sehr durchwachsen, Gothic/Wave-Rock und Psychedelic werden hier auf eine CD gepackt und sind so ca. 50:50 gemischt. Also für jeden was dabei könnte man denken, nur dummerweise muss man eben die ganze CD kaufen.

Kauftipp: Logischerweise ergibt sich hier dann eine klare Wertung, die ich aber auf 60% hoch setze, weil die Hälfte der CD, die für mich etwas ist, wirklich toll gemacht ist.