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A PALE HORSE NAMED DEATH - And Hell Will Follow Me


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VÖ: bereits erschienen
(SPV/Steamhammer)

Homepage:
www.apalehorsenameddeath.com

Der interessante, aber ein wenig lang geratene Bandname, der düstere Albumtitel und das genial apokalyptische Coverartwork führen eine von Metalcore-Klischees geplagte Käuferschicht zunächst auf die falsche Fährte. Erfährt man dann, dass A PALE HORSE NAMED DEATH (in der Folge APHND genannt) das jüngste Projekt von LIFE OF AGONY Drummer Sal Abruscato ist, kommt es zu einer Kurskorrektur und doch ist auch diese wieder irreführend. Um APHND zu ergründen, muss man tief in das musikalische Konstrukt eintauchen. "And hell will follow me" klingt weder modern (abgesehen vom Sound), noch übertrieben aggressiv. Es ist auch kein wildes Crossoverprojekt. Musikalisch orientiert sich Abruscato an seiner alten Wirkungsstätte TYPE O NEGATIVE und so hat er passenderweise auch John Kelly ins Boot geholt, welcher seine Drumsticks übernahm und diese bis zum tragischen Tod von Pete Steele innehielt. Abruscato selbst übernimmt die Rolle des singenden Gitarristen und wird dabei von Bobby Hambel (BIOHAZARD) und Matt Brown (SEVENTH VOID) unterstützt. Letztgenannter zeichnet zudem noch für den fetten Sound verantwortlich, der nicht nur aufgrund der zahlreichen Gitarrenspuren und des schweren Riffings alles Glück auf Erden wegzudrücken vermag. Tipp am Rande: Laut aufdrehen! Dann kommen die Songs erst so richtig zur Geltung! Gesanglich orientiert sich der Mastermind ebenfalls am seeligen Pete Steele, mit dem er seinerzeit TYPE O NEGATIVE aus dem Hudson River hob.  Abruscato singt zwar düster und getragen und hat seine Songs dementsprechend ausgerichtet, doch sollte man mit allzu vielen Querverweisen in Richtung TYPE O NEGATIVE vorsichtig sein. Nicht nur, weil diese ohnehin unkopierbar und Pete Steele unersetzlich sind/ist und APHND diesem Anspruch niemals gerecht werden könnte, sondern auch weil APHND etwas mehr Drive aufweisen und nicht ganz so doomig daherkommen. Eine weitere stabile Säule der Inspiration stellen sicherlich ALICE IN CHAINS dar. Will man es böse mit APHND, so kann man gar einige adaptierte Melodien und Riffs ausmachen, doch wir sind dem Projekt nicht zuletzt aufgrund des Seltenheitswertes einer solchen Veröffentlichung in diesen Tagen ja wohlgesonnen und machen lieber noch ein wenig PARADISE LOST Inspiration in den düsteren Passagen aus. Zusammengefasst erfindet "And hell will follow me" das Rad keineswegs neu und steht qualitativ auch im Schatten vorgenannter Referenzbands. Doch muss man zugeben, dass diese einen äußerst großen Schatten werfen, in dem sich nicht allzuviele Nachzügler tummeln und somit darf das Debutwerk von APHND allen ans schwermütige Herz gelegt werden, die mal wieder in die Stimmung der späten Neunziger eintauchen wollen und sich an einem modernen Sound dabei nicht stoßen.