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SAVATAGE - Ghost In The Ruins/ Handful Of Rain/ Poets & Madmen


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VÖ: bereits erschienen
(Edel)

Homepage:
www.savatage.com

Die Veröffentlichung des Backkatalogs der US Metal Legende SAVATAGE geht in die vorletzte Runde. Den Anfang macht:
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Ghost in the Ruins – A Tribute to Criss Oliva
Meines Erachtens die beste aller SAVATAGE Live Scheiben. Der Live Mitschnitt beinhaltet durch die Bank weg hochgradiges Material, zum anderen lebte zu dieser Zeit noch der geniale Chris Oliva, womit die Musik der Band ihre ureigene Stilnote bekam, da beide Oliva Brüder (Jon und Chris, gemeinsam mit Caffery an der zweiten Klampfe, Middleton am Bass und Steve Wachholz an den Drums ein Team ergaben, dessen Klasse bis heute unerreicht blieb. Ein geradezu blind auf der Bühne agierendes Quintett, das bis heute von keinem Line Up ohne den verstorbenen Gitarristen mehr getoppt, nach wie vor nichts von seinem traumhaft magischen Flair verloren hat. Mit der frühen "Sirens/The Dungeons are Calling" Epoche und der "Hall of the Mountainking/Gutter Ballet" Ära beleuchtet, die nicht allein Criss Oliva zum Tribut angedachte (bis heute als einzige offiziell dokumentierte Live Aufnahme geltende) Zusammenfassung mehrerer Live Auftritte aus den USA die stärkste SAVATAGE Phase, wobei schon die Song Auswahl für sich spricht, der eine unglaubliche, geradezu einzigartige, fast magische Live Atmosphäre innewohnt. Alle Songs kommen druckvoll, treibend, roh und aggressiv aus den Lautsprechern, das Publikum geht völlig entfesselt ab, Sound technisch ist das Ding ebenfalls over the top! Im Zweifelsfall würde ich den "Ghost in the Ruins" Livetracker der "Live in Japan" besonders aufgrund des stärkeren SAVATAGE Line Ups inklusive wesentlich besserer Song Auswahl gegenüber favorisieren. Einzig die von Jon Oliva neu aufgenommene Akustik Version von "Stare into the Sun" hätte nicht unbedingt sein müssen.
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Savatage – Handful of Rain

Eines der besten, leider auch verkanntesten SAVATAGE Studioalben ist "Handful of Rain". Das erste Album ohne den verstorbenen Gitarristen Chris Oliva, der an einem Autounfall, den ein Geisterfahrer verursachte, tödlich verunglückte. Mit "Chance", dem Titeltrack "Handful of Rain", "Symmetry" und "Alone you breathe" befindet sich exzellentes Material auf dem Album. Dem gegenüber stehen allerdings auch weniger interessante Stücke, so dass "Handful of Rain" sich irgendwo in der Mitte zwischen top und flop wiederfindet. Nicht unbedingt das stärkste SAVATAGE Album, jedoch gebührt ihm aufgrund seiner besonderen Umstände, unter denen es entstand, sowie zumindest der vier tollen Songs ein besonderer Platz innerhalb der Bandhistorie. "Handful of Rain" markiert nach dem traurigen Ableben von Chris Oliva einen Neuanfang, der allen SAVATAGE Fans signalisierte: Es geht weiter! Gerade deshalb dürfte auch dieser Silberling für Sammler und Die-Hard SAVATAGE Fans (der um zwei weitere Akustik Songs "Summers Rain" und "Believe") ergänzt wurde, unverzichtbar sein.
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Savatage – Poets & Madman

Ähnlich wie "Handful of Rain" ist auch dieses im Jahre... erschienene SAVATAGE Werk eines der eher unterbewerteteren, das trotz alledem mit den Top-Alben "Hall of the Mountain King" und "Gutter Ballet" zumindest einigermaßen Stand halten kann. Dadurch, dass das Songwriting überwiegend komplex ausfällt wodurch das Album einen extrem progressiven Anstrich besitzt, wäre Zak Stevens hier aufgrund seiner besseren stimmlichen Vielfalt bei derart komplex arrangiertem Stoff bei manchem Stück stimmlich die bessere weil passendere Wahl gegenüber dem stellen weise stumpf und gequält singenden Jon Oliva gewesen, womit das Album ein wenig aus dem Rahmen fällt. Dennoch besitzt es durchaus seine Highlights, siehe die vier dramatischen Bombast Kracher "Commissar", "I seek Power", "Morphine Child" und "awaken", verläuft sich ansonsten eher im Mittelmaß. Ich würde trotzdem allen, denen "Poets & Madman" zu undurchsichtig ist, gewissenshalber empfehlen, vor einem eventuell durch eine unbedacht getroffene Schnellentscheidung bedingten Fehlkauf besser rein zuhören. Die beim Re-Release zusätzlich mit drauf gepackten Akustik Versionen von "Tonight he grins again" und "Sleep" ändern nicht das Geringste daran. Erst mal in Ruhe reinhören, dann Kaufentscheidung treffen!