JACK TAYLOR - Vol. 1 Folgen 1-6

VÖ:09.12.13
(Edel Motion)

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Klapptext:

Der scharfsinnige, unbestechliche Jack Taylor war trotz seines Alkoholproblems ein engagierter Polizist. Seit seinem Rausschmiss bei der irischen Polizei befasst er sich als Privatdetektiv mit Fällen, die amtliche Instanzen längst als unlösbar deklariert haben. Mit unkonventionellen Methoden, einem Charme, dem besonders weibliche Zeugen häufig erliegen, und großer Dickköpfigkeit begibt er sich auf Spurensuche. Die Region um Galway herum bietet düsteren Gestalten eine perfekte Kulisse für ihre kriminellen Machenschaften. Taylors Fälle führen ihn in die finstersten Winkel der menschlichen Seele. Und weil seine „Operationszentrale“ eine Kneipe ist, blickt er seinen Dämonen täglich direkt ins Auge.

Kritik:

Mit Jack Taylor betritt eine neuer Krimiheld das Parkett. Basierend auf den Romanen von Ken Bruen, serviert man hier auf Staffel 1 sechs Fälle in Spielfilmlänge, die den charismatischen Ex-Cop mit viel Nehmerqualitäten in seinem neuen, unfreiwilligen Betätigungsfeld als Privatdetektiv zeigen. Bereits an dieser Stelle sei erwähnt, dass sich Jack Taylor erfreulich von seinen skandinavischen Kollegen unterscheidet. Keine düster, morbiden Grundstimmungen vorherrschen. Keine Dämonen, die den Hauptdarsteller treiben. Jack Taylors Dämon heißt Alkohol. Sein Streben basiert auf Unbeherrschtheit. Seine Loyalität ist vollkommen. So fliegt unser Held, der übrigens mit dem Game of Thrones Star Ian Glen verdammt gut gecasted wurde, mit einer letzten unbeherrschten Handlung aus dem Polizeidienst und führt ab nun ein eher unstetes Leben als Ermittler. Dabei sollte man Teil 1, in dem - leider sehr spannungsarm - recht wenig passiert, als reine Einführungsfolge betrachten. Hier werden Charakter gezeichnet und Personen in die Reihe eingeführt. So richtig los geht es erst ab Folge 2. Dann aber , wenn auch weiterhin wenig rasant, mit merklich mehr Biss und Charisma. Die Fälle sind intelligent und zeigen nebenher noch ein schön gezeichnetes Irland während des sozialen Wandels der Republik. Und genau der Punkt Irland ist es, der Jack Taylor so erfrischend macht. Sehr schöne Locations, Bilder und endlich einmal keine skandinavischen Wälder oder Großstädte machen hier den größten Reiz aus. Auch der erdige Grundton der Reihe mit seinem sturen, markanten Hauptdarsteller ist hier sehr erfreulich. Jack Taylor macht Spaß und ist ein wenig anders. So gibt Jack Taylor immer wieder selbst als eine Art Erzähler kurze Kommentare aus dem Off und ist immer sehr verbeult und gesundheitlich angeschlagen. Kein glänzender Superheld, sondern ein Mann mit Ecken und Kanten. Alles ist ruhig und beschaulich. Musik wird nur als Stimmungsmittel an markanten, spannenden Szenen eingesetzt. Hier wirken die Bilder meist noch ein wenig intensiver oder gar idyllischer. Das Bild der DVD ist wirklich ausgezeichnet; scharf und kontrastreich. Auch handlungstechnisch ist Jack Taylor äußerst abwechslungsreich und immer wieder überraschend. Hier bekommt die katholische Kirche nicht nur einen Tiefschlag verpasst sondern gleich mehrere. Fazit: Jack Taylor hat mich in vielerlei Hinsicht mehr als positiv überrascht. Charaktere sind hervorragend besetzt, die Handlung erdig und markant und gerade mit den letzten Folgen immer fesselnder. Für mich die Krimiüberraschung 2013. 8,5 von 10 Punkten.