SERIE - Kommissar Beck - Staffel 5.2

VÖ: bereits veröffentlicht
(Edel:Motion)

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EDEL

Klapptext:

"Kommissar Beck" gehört zu den Klassikern des etablierten Genres der skandinavischen Krimis. Seine spezifische Qualität besteht darin, realistische und milieugenaue Fälle so zu schildern, dass der Zuschauer eine starke Identifizierung mit den Ermittlern verspürt, aber auch gleichermaßen Opfer und Täter nachvollziehen kann. Die besondere Herausforderung für die neue Staffel lag darin, diesen Erwartungen gerecht zu werden und das Format trotzdem für neue Erzählvarianten offenzuhalten. Weiterhin auf der Grundlage der Figuren der Romanautoren Maj Sjöwall und Per Wahlöö präsentieren sich hier vier eigenständige und wirklichkeitsnah erzählte Filmstoffe.

Kritik:

Meine erste Berührung mit Ermittler Martin Beck der sich, blickt man auf alle bisherigen Folgen zurück, als ein wohl sehr konstanter Ermittler der schwedischen TV Welt präsentiert: Für mich nach Blick auf die vorliegenden Folgen von Staffel 5.2 eher unverständlich. So etwas hält sich so lange? Das wohl Interessanteste für Fans der Reihe dürfte das Rollenkarussel sein, in dem der Beck-Vertraute Gunvald (Mikael Persbrandt) im wahrsten Sinne aus der dem Cast geschossen wird und von Neuzugang Steinar (Kristofer Hivju) ersetzt wird, der dessen Posten einnimmt. Eine Charakterrolle, die den kompletten Cast um Meilen nach vorne bringt. Denn ernsthaft, ich habe selten ein solch belangloses, fades, emotionsloses und vor allem austauschbares Ermittlerteam gesehen. In dieses Manko spielt zudem die völlig sterile, emotionsarme Synchronisation hinein, die den Protagonisten keinerlei Charakter oder Gefühlstiefen verleiht. Hier steht regelrecht eine echte Distanz zwischen Synchro und Darsteller. Leider schleichen sich auch immer wieder völlig nichtssagende, wie überflüssige Dialoge in die Übersetzung, die die ganze Diskrepanz noch weiter fördern. Die 4 Fälle allesamt schleppend, nichtssagend, banal und farblos. Träge Ermittlungen und blasse, uninteressante Charaktere. Kommt einmal so etwas wie Spannung auf (was selten passiert) wird der Zuschauer zudem mit völlig wackeliger Kameraarbeit beglückt. Das Bild ist mit Pressung auf DVD de facto, gerade bei großen TV Geräten, nicht mehr zeitgemäß. 3 Stunden Spielzeit sind einfach zu viel für diese Art Speichermedium, das sich so teilweise sehr verwaschen präsentiert. Lediglich der druckvolle Klang mit schönen brummelnden Bässen mag mich hier überzeugen. Warum man HD Produktionen immer entmannen muss, um diese auf einem wesentlich schlechteren Medium regelrecht zu vergewaltigen, bleibt mir bei der heutigen Veröffentlichungspolitik sowieso immer wieder ein Rätsel.

Fazit: 5 Staffeln. Echt jetzt? Gut, Asche auf mein Haupt, ich kann und darf über das vorangegangene aus Unwissen nicht urteilen. Was man hier aber an Einschlafhilfen und Schlummerkost auf das Makrolon gepackt hat, ist schon strange. Selten habe ich mich bei einem Schweden Krimi so gelangweilt und haben mich blasse, völlig konturlose Schauspieler so sehr auf Distanz gehalten. Und um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, ich bin ein großer Freund nordischer Krimi-Reihen. Was man hier aber kredenzt, ist schon eine Frechheit. Hier müssten sich andere Ermittler, die es mit tollen Schaupiel und spannenden Fällen nicht einmal halb so weit geschafft haben, im Grabe herum drehen.

4,5 von 10 Punkte. Schlaftabletten wären billiger und im Regal nicht so sperrig.

Ein kleiner Widerspruch von Andreas Stephan

Jedem seine Meinung aber in einigen Punkten muss ich meinem werten Kollegen doch widersprechen. Ein Einstieg in die letzten vier Folgen ist natürlich eher unglücklich, da die Personen den meisten Zuschauern schon bekannt sind und daher die Charaktere nicht mehr groß herausgearbeitet werden. Zudem hat sicherlich MIKAEL PERSBRANDT die Serie maßgeblich geprägt und sein Ausscheiden ist schon ein recht großer Einschnitt, auch wenn KRISTOFER HIVJU seine Sache wirklich gut macht. Dass die Serie langweilig sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Ok, es gibt hier nicht immer 4-5 Tote pro Folge und auch keine endlosen Verfolgungsjagden und Schießereien, aber das erwartet der Fan von „Kommissar Beck“ auch gar nicht. Die Serie ist ruhiger und nicht auf Action ausgelegt, was natürlich auch der Hauptperson geschuldet ist, die eher spröde rüberkommt und eigentlich so gar kein Starpotenzial hat. Genau das macht die Serie aber aus, denn so etwas findet man sonst kaum.

Mein Fazit: „Kommissar Beck“ ist kein Action-Krimi, aber keine Serie hält sich über fünf Staffeln, wenn es den Zuschauern nicht gefällt. Ich bin grade aufgrund der ruhigeren Herangehensweise ein Fan. Für mich ist es ein etwas anderer Krimi, der abseits des Mainstreams agiert.

8/10