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SUBWAY TO SALLY, KORPIKLAANI, LORDI, LORD OF THE LOST - Bochum, Ruhrkongress

Konzert vom: 29.12.13 Bochum, Ruhrkongress
Supports: Korpiklaani, Lordi, Lord oft he Lost


Homepages:
www.lordofthelost.de
www.lordi.fi
www.korpiklaani.com
www.subwaytosally.de

 

Eisheilige Nacht die 4. Zum Glück passte das Wetter nicht zum Abendmotto, so konnten die beiden sehr akkuraten, aber auch langen Schlangen, die sich rechts und links um die Halle wanden, trocken und moderat temperiert auf den Einlass harren, der auch pünktlich um 18 Uhr erfolgte. Nette Halle übrigens. Mein erster Abend hier. Das Publikum sehr gemischt, freundlich und in Feierlaune. Das heute abend geschnürte Package hatte es musikalisch übrigens in sich. Bunt gemischt, doch jederzeit hochkarätig. Den Anfang machten dann um 19 Uhr Lord oft he Lost. Die Hanseaten verfügten heute über eine immense, meist weibliche Fanbase direkt vor der Bühne, die lautstark ihre Helden feierten. Überhaupt haben mich die sehr überschwänglichen Reaktionen für den Opener doch positiv überrascht. Kleines Heimspiel wage ich einmal zu behaupten. Der Mix Him meets Deathstars kam auf jeden Fall prima an, der Sound war gut und druckvoll. So hatte der schwarzbeschmierte Fünfer nach 30 Minuten einen sehr passablen Gig zu verbuchen und verließ sichtlich glücklich die Bühne. Mein Fazit: ein wirklich netter und überraschend guter Opener, den man durchaus weiterempfehlen darf.

 

Ein wenig überraschend für mich die jetzige Running Order. Lordi vor Korpiklaani. Hatten Lordi doch gerade erst eine Headliner Tour hinter sich. Sei es drum, um 19.50 verlosch das Licht und die Finnen- Monster begannen einen 50 minütigen Gig, der bunt gemischt durch alle Alben sprang und eine leicht abgespeckte Monster Show beinhaltete. Hier muss ich vor allem den klasse Sound loben mit dem man die Anwesenden verwöhnte. Vom Acting zwar ein wenig statisch, den schweren unförmigen Kostümen geschuldet, verließ sich Frontmann Lordi meist auf ausufernde Armgestik statt wild über die Bühne zu fegen. Bei den locker 40 cm Plateauschuhen auch kein Wunder. Ich mag mir eigentlich gar nicht vorstellen, wie sehr man unter diesen Kostümen schwitzen muß. Richtige Stimmung kam aber erst im letzten Drittel des Sets auf, als man den Eurovision Hit „Hard Rock Halleluja“ endlich aus der Trickkiste zog und damit das Publikum auf seine Seite brachte. Das Eis war gebrochen und so konnte man mit „Sincerly with Love“ eine beachtliche Stinkefingerparade bis in die letzten Reihen sehen. Mit „Would you Love a Monsterman“ kam ein letztes Highlight aus guter alter Zeit und wirklich fix waren die 50 Minuten Playtime auch schon um. Man mag über das Theater streiten aber Lordi sind definitiv immer eine Reise wert.

Fixer Umbau und um Punkt 21 Uhr gehörte die Bühne den Männern aus dem Wald: Korpiklaani. Der wirklich illustre Haufen legte auch gleich spritzig los und präsentierte im Gros natürlich viele Songs vom aktuellen Output „Manala“. Leider drehte man den Soundregler hier etwas zu weit auf, unter dem die Soundqualität doch merklich litt. Nun mag der Polkalastige Sound mit finnischen Texten in der Tat nicht jedermanns Sache sein, doch der Besucherschwund in der Halle und ein sich stetig füllender Vorraum überraschte mich doch ein wenig. Stehen Korpiklaani doch für pure gute Laune und Feiermusik. Der komplette, 70 minütige Set bewegte sich eigentlich auf einem Niveau. Ich persönlich hätte mir zwar einige ältere, hochkarätigere und bessere Songs gewünscht, aber das war hier heute halt kein Wunschkonzert. Korpiklanni zeigten sich spiel- und bewegungsfreudig und fielen durch ihren sehr illustren Kleidungsstil auf. So latschte Basser Jarkko während des Auftritts doch gleich mal barfuss umher. Muss ne gesunde Fussflora haben der Gute. Um 22.10 Uhr war dann aber endgültig Schluss.

Letzte kurze Bier- und Pippi Pause und eine kurze Anekdote wie klein die Welt doch ist. Grinst mich doch die ganze Zeit mein Tischkellner aus Fuerteventura aus dem Bühnengraben an, der heute seinen ersten Abend als Security Mitarbeiter hatte. Krasser Jobwechsel. Nettes Wiedersehen. Um 22.20 hieß es dann Licht aus und die ewig tourenden Subway to Sally gaben sich die Ehre. Wie nicht anders erwartet war der Sound druckvoll und klar. Die Bühnenpräsenz absolut professionell und perfekt eingespielt. Mit Schaumkanonen setzte man auch gleich einen sehr stilvollen Beginn um den Opener „Schneekönigin“ nett zu untermalen. Mit „Sieben“ kam dann der erste große Hit. „Schlagt die Glocken“ wurde mit blendend grellen Pyrosäulen untermalt, während Erik sich passend zum „Schwarzen Meer“ durch Publikum treiben ließ. „Schwarze Seide“ ein erster Appetizer auf das kommende Album „Mitgift“. Ein Stück das mich ein wenig ernüchtert, weil nicht überzeugt hat. Schade. Überhaupt war die Setlist heute ein wenig durchwachsen. Viele eher sperrige Songs, wenig alte Gassenhauer und Hits. Ein Eindruck, den mir viele gemurmelte Gespräche beim Verlassen der Halle bestätigten. Die Setlist war heute nicht wirklich glücklich zusammengestellt. Ein sehr hübsches Flammeninferno folgte passend zu „Feuerland“ und „Tanz auf dem Vulkan“. Echte Subway to Sally Feierstimmung kam erst mit den letzten 3 Songs des regulären Sets auf um mit der gelungenen Zugabe und dem unumgänglichen „Julia und die Räuber“ zu enden. Playtime 1 Stunde 40 Minuten. Ein grundsolider Gig, dem heute aber die Subway-typische Magie fehlte. Ein wenig unterkühlt und eine Setlist mit zu wenigen echten Hits. Sei es drum, denn dies ist Meckern auf hohem Niveau. Hier bekam man einen sehr exklusiven, abwechslungsreichen Abend mit sehr ansprechenden Spielzeiten geboten, der zu jeder Zeit sein Eintrittsgeld wert war. Eisheilige Nacht, die 5. Gerne wieder.

Setlist Subway to Sally:
Intro: Schnneekönigin
Schneekönigin
Puppenspieler
Sieben
Schlagt die Glocken
Das schwarze Meer
Wo Rosen blühn
Schwarze Seide
Feuerkind
2000 Meilen unter dem Meer
Judaskuss
Feuerland
Ratten
Kleid aus Rosen
Nichts ist für immer
Tanz auf dem Vulkan
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Maria
Veitstanz
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Julia und die Räuber

Weitere Bilder vom Konzert gibt es >hier<