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MORBID ANGEL + DESERTED FEAR - Mannheim, Alte Seilerei


12 morbidangel

Konzert vom 03.12.2014

Special Guest: Deserted Fear

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MORBID ANGEL
DESERTED FEAR

Weihnachten ist für Death Metal Fans dieses Jahr schon drei Wochen früher gewesen, denn MORBID ANGEL geben sich die Ehre und haben als Support auch noch die Senkrechtstarter von DESERTED FEAR mit an Bord.
An der Halle angekommen erst mal ein Schreck, verdammt, da ist ja alles dunkel und von dem von mir erwarteten Fan Ansturm war relativ wenig zu sehen. Also, rein in die Alte Seilerei und der Dinge harren, die da kommen werden.
DESERTED FEAR entern die Bühne und zu diesem Zeitpunkt dürften sich knappe 200 Leute eingefunden haben, doch das ist für die Thüringer eher egal, denn sie brennen ein wahres Death Metal Feuerwerk ab und präsentieren Songs ihrer beiden bisherigen Alben, wobei mir das atmosphärische „Call Me Your God“ wie auf Platte besonders gut gefällt. Auffällig, dass DESERTED FEAR mit vier Mann auf der Bühne präsent sind, da sie ja bisher immer als Trio auftraten, aber dazu im Interview an anderer Stelle mehr. Auf jeden Fall sind die Jungs mehr als nur ein langweiliger Opener, im Gegenteil, Drummer Simon Megs knüppelt hervorragend und dessen Drum Sound ist geil, Sänger / Rhythmus Gitarrist Manuel Glatter und Lead Gitarrist Fabian Hildebrandt sowie der für die Tour eingesetzte Basser bangen, auch wenn der Platz auf der Bühne stark begrenzt ist und die Aufsteller der Band auch noch etwas Platz einnehmen, was das Zeug hält, gehen den Dialog mit dem Publikum ein und haben die anwesenden Fans locker auf ihre Seite gezogen. Wenn man DESERTED FEAR auf der Bühne sieht und hört, kann man von einem echten und neuen Juwel des Death Metal sprechen, von dem man in Zukunft noch viel hören wird. Schön und zu erwähnen, dass die Jungs in Sachen Licht und Sound sehr gut rüber gekommen sind und auch keine Einschränkungen diesbezüglich hatten.
Nun wird es Zeit für die Legende MORBID ANGEL, mit großen „Covenant“ Aufstellern und einem riesigen Backdrop macht die Bühne mit dem großen Drumkit schon was her und beim Intro sieht man in Sachen Lichtshow, dass hier viel abgehen wird. Das macht es auch, als Sänger / Basser David Vincent, die Gitarristen Thor Anders Myhren und Trey Azagthoth die Bühne betreten und vor allem ein Kompliment an Drummer Tim Yeung, der die Songs des „Covenant“ Albums sicher raus ballert und seinem damaligen Vorgänger der Platte, Pete Sandoval, in nichts nachsteht. Wie gesagt, als Stücke wie „Rapture“ oder „Pain Divine“ ballern wie die Sau, geht auch auf der Bühne einiges ab, Rauchsäulen steigen in die Luft, Strato Licht flackert und die normale Lightshow ist sehr sehenswert. Das Alter merkt man den morbiden Engeln zwar an, aber sie machen das Beste draus, klar, dass ein David oder Trey nicht mehr wie zwanzig jährige über die Bühne flitzen, aber gerade Trey zeigt mit seinen Soli, dass er immer noch einer der größten Death Metal Gitarristen ist und seine Finger flitzen herrlich übers Griffbrett. Aber nicht nur die schnellen Sachen bringen die jetzt cirka 300 Leute zum Ausrasten, bei den langsamen Parts und im Zusammspiel mit der Lichtshow sieht David richtig dämonisch aus und das macht die komplette Show von MORBID ANGEL zu einem wahren Erlebnis, an das man sich noch lange und gerne erinnert, wer weiß, ob die Herren noch mal zu uns in die Nähe kommen werden.
Für mich stellt sich nur die Frage, wo die Leute aus der Umgebung waren, die immer noch großen Acts in der Region brüllen, da kommen MORBID ANGEL zu uns, haben die genialen DESERTED FEAR mit im Gepäck und die sogenannten Fans kommen nicht. Das finde ich sehr schade, aber den Leuten sei gesagt, dass sie einiges verpasst haben.