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KNOCK OUT FESTIVAL 2009 - Karlsruhe, Europahalle


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Festival vom 12.12.09
Bands: Hammerfall, Edguy, U.D.O., Pink Cream 69, Rage, Pussy Sisster

Homepage:
www.knockout-festival.de

Am 12.12. fand das Knock Out Festival in Karlsruhe statt. Ich muss gestehen, ich hatte bis zu diesem Jahr noch nichts davon gehört, das Billing hörte sich aber vielversprechend an. Ich komme um kurz vor 4 an der Halle an und ergattere noch einen der kostenlosen Parkplätze 5 min. vom Eingang entfernt. Ob später Angereiste auch noch einen kostenlosen Parkplatz bekamen oder wenigstens in der Nähe ihr Auto absetzen durften, entzieht sich meiner Kenntnis. Vor der Halle steht dann schon eine riesige Schlange und wartet auf den Einlass. Vor der Abendkasse bzw. der Umtauschkasse hingegen gibt es keine Schlangen. Jedoch gibt es schon ratlose Gesichter, als es zehn nach vier wird und weder der Eingang geöffnet wird noch jemand an der Presse Kasse erscheint. Als dies dann aber geschieht, geht auch hier alles ganz schnell und ich verzieh mich kurz noch mal zum Auto. Auf dem Weg zurück bleib ich bei nem Schwätzchen auf dem Parkplatz hängen und komme erst um nach 5 Uhr wieder an den Eingang. Und jetzt wird's langsam gruselig: Die Schlange vorm Einlass ist höchstens noch größer geworden und eigentlich ist ja jetzt schon Beginn angesagt. So was kann ich nie nachvollziehen: Wenn ich nicht gerade das erste Mal etwas veranstalte, sollte ich entweder genug Personal und Eingänge haben, um die zu erwartenden Gäste in einer Stunde abzufertigen oder aber die Zeitspanne erhöhen, die für den Einlass nötig ist. Durch den Seiteneingang geht’s dann rein und es folgt sogleich die nächste freudige Überraschung: Die Garderobe. Es ist klar, dass bei diesem Wetter nur die ganz Harten ohne Jacke kommen, schließlich ist Schnee angekündigt und die Nacht verspricht Minusgrade. Dementsprechend konnte man damit rechnen, etwas anzustehen, aber als ich mir die Schlange ansah und beobachtete, wurde mir bewusst, dass ich min. eine halbe Stunde dort stehen würde. Vielen Dank, Jacke über'n Arm, Bier und Wurst gekauft und runter in die Halle. Dadurch, dass ja noch so viele Leute entweder mit Reinkommen oder Jacke abgeben beschäftigt waren, ging dies auch sehr flott – für einige Stunden das letzte Mal. Eigentlich bin ich nicht derjenige, der sich gleich die Literhumpen bestellt, jedoch wenn ich schon mal 20 Minuten anstehe, da die Hälfte der Bierstände in der Halle geschlossen sind, kauf ich auch eher in Massen.

Aber was war da los? Ich meine 'ne Halle mit - wie ich mir sagen ließ - 7.000er Kapazität, in der geschätzt nur die Hälfte gefüllt war und dann solche Zustände? Was wäre denn passiert, wenn das Ding ausverkauft gewesen wäre? Um ca. 20 Uhr wollte ich mir ein Stück Pizza kaufen. An sich ging das, hab ich auch gemacht, nur ohne Belag. Ähm ja, die Halle war ja auch immerhin schon 4 Stunden geöffnet, da kann einem schon mal der Belag ausgehen. Lieber Veranstalter: So ne Orga is' unter aller Sau. Wenigstens wurden später, als eh jeder schon ausgepowert war, einige andere Bierstände geöffnet. Ganz ehrlich: Wenn zu den Punkten Einlass, Garderobe, Essen und Bierstände keine Erklärung von Seiten des Veranstalters kommt, werde ich dieses Festival nicht mehr besuchen und rate auch jedem davon ab. Dafür gibt’s in Deutschland einfach genug bessere Festivals, dass man so was nicht hinnehmen muss!

Nun, auf nem Festival gibt's auch noch mehr und zwar die Musik. Und davon gab's ja ein gutes Paket. Die PUSSY SISSTERs hab ich leider nicht gesehen, habe die Band aber auch überhaupt nicht gekannt.

RAGE gaben von Anfang an Vollgas, hatten einen dicken fetten Sound (wobei ich sagen muss, dass der Sound in solch großen Hallen mich generell meistens mehr an Blech denn an Metal erinnert – eben durch den Hall) und die Anwesenden Leute auf ihrer Seite. Leider spielten RAGE einen kurzen Set und es gab auch keine Songs aus der Pre-Victor Ära. Aber natürlich hat diese Band auch mit neuen Liedern genug gutes Material am Start.

Warum aber dann PINK CREAM 69 nach RAGE auf die Bühne durften, weiß sicher auch der Veranstalter, der die PINKIES vielleicht besser kennt als RAGE? Wer weiß, aber diese Frage stellten sich, wie ich mitbekommen habe, mehrere Gäste an dem Abend. Dennoch gab es auch hier ein gutes Konzert mit einigen älteren Stücken, die ich nicht kannte, da ich erst seit 98 ein Fan der Band bin und durch deren letztes im Set gespieltes Stück, den Obersong „Shame“, auf die farblichen Irrläufer aufmerksam wurde.

Und was kam dann? Eine vielleicht zu hoch geschraubte Erwartung meinerseits? Auf dem Bang your Head dieses Jahr freute ich mich zwar U.D.O. wieder mal zu sehen, erwartete aber eher Standard, da ich die Truppe doch schon sehr oft gesehen hatte. Und was folgte im Sommer? Der absolute Übergig, bei dem man nur grinsende Gesichter sah. Direkt als zweites das Gute-Laune-Lied „Midnight Mover“ und der Rest war auch bombastisch. Und irgendwie erwartete ich wohl eine Wiederholung, doch die sollte nicht folgen. Zumindest für mich. Weder kam der MM noch sonstige Überraschungen. Sicher kann man mit „Balls To The Wall“, „Metal Heart“ und „Princess Of The Dawn“ nicht viel verkehrt machen, aber für jemanden, der die Band schon öfter sah, machen es eben andere Songs aus, ob das Konzert übergeil oder nur gut ist. Versteht mich nicht falsch, schlecht war's bestimmt nicht, aber ich bekam das, was ich vom Bang Your Head Auftritt erwartet hatte. Für mich schade, für andere bestimmt dennoch sehr geil. Hab mir sagen lassen, dass es auch sehr laut war. Hab ich diesmal nicht so empfunden, aber U.D.O. drehen gern mal die Regler nach oben.

Als nächstes stehen EDGUY auf dem Programm und was kommt von denen? Tja, ich kann nix dafür, für meinen Geschmack ebenfalls Durchschnitt. Man haut eine Überraschung rein, indem „The Piper Never Dies“ gespielt wird, aber ist das wirklich der beste Song mit Überlänge von EDGUY? Für mich bestimmt nicht. Die gängigen Sachen wie „Mandrake“ etc. fehlen natürlich auch hier nicht, aber geht es denn nur mir so oder könnten die Gruppen, die man eben oft in Deutschland sieht (wenn man sich nicht gerade einschließt) ruhig mal ein paar Standardklassiker weglassen und dafür mehr Außergewöhnliches spielen? Ich meine, die meisten dieser Bands haben doch schon über 7 Alben draußen. Geht man mal von 10 Songs pro Scheibe aus, gibt’s doch eine Auswahl von 70 Stücken. Und wenn die gut genug für die CD waren, sollten die doch auch gut für's Live Konzert sein. Denn ich muss sagen: Irgendwann ist auch der beste Track ausgelutscht, wenn er dauernd durchgenudelt wird. Das sehen jetzt Leute, die die Bands nicht so oft sehen, bestimmt anders, aber ich geb ja hier auch nur meine Meinung wieder.

Und was machen HAMMERFALL? Meiner Meinung nach nicht viel anderes. Ebenfalls werden die Standardsongs gespielt, aber – und das konnte ich aber bei jeder Band eigentlich feststellen – mit richtigem Eifer und sehr viel Professionalität. Da gab's überhaupt nix zu meckern. Ich fand wirklich kein einziges Konzert der ganzen Bands schlecht, nur braucht es schon etwas Außergewöhnliches, um mich richtig mitzureißen, wenn ich eine Band schon x-mal gesehen hab. Professionalität zeigte aber auch Joacim, der seinen Mikroständer wegschleuderte, weil irgendwas mit der Technik nicht funzte. Ich muss sagen im Publikum hat man davon eigentlich nichts mitbekommen (oder lag's an den Literbieren?), auf jeden Fall entschuldigte er sich und es gab eine kurze Pause, in der die Technik auf der Bühne neu geregelt wurde. Er meinte, HAMMERFALL Fans sollten die bestmögliche Show sehen und ich fühlte mich an Joey de Manowar erinnert mit seinem Earthshaker Soundcheck. Mit dem Unterschied, dass hier 5 Minuten Stille herrschte und danach das Set durchgezogen wurde. War mir dann so doch etwas lieber.

Ja, das war dann das Knock Out Festival 2009. Meine Zusammenfassung: Sehr geile Bandauswahl, sehr geile Spielfreude jeglicher Bands, angenehmes Publikum, scheiß Organisation und liedertechnisch zu wenig Überraschungen. Ich für meinen Teil bin sehr gespannt über andere Berichte oder auch Austausch per Mail wie andere Gäste dieses Festival empfanden und ob der Veranstalter sich zu den angesprochenen Kritikpunkten äußert – und das mit einer guten Ausrede.


Setlist PUSSY SISSTER:
Liegt nicht vor

Setlist RAGE:
All I Want
Paint The Devil On The Wall
Set This World On Fire
War Of Worlds
Black In Mind
Carved In Stone
Soundchaser
Straight To Hell

Setlist PINK CREAM 69:
Children Of The Dawn
Do You Like It Like That
Lost In Illusion
Talk To The Moon
No Way Out
Welcome The Night
Seas Of Madness
Shame
Keep Your Eye On The Twisted

Setlist U.D.O.:
The Bogeyman
Dominator
I Don´t Wanna Be Like You
Mastercutor
Vendetta
Princess Of The Dawn
Man And Machine
Animal House
Metal Heart
Balls To The Wall

Setlist EDGUY:
Dead Or Rock
Speedhoven
Fucking With Fire
Lavatory Love Machine
Tears Of A Mandrake
The Piper Never Dies
Ministry Of Saints
Drum Solo
Superheroes
Mysteria
King Of Fools

Setlist HAMMERFALL:
Punish and Enslave
Renegade
Hallowed Be My Name
Drum Solo
Last Man Standing
Heeding The Call
Glory To The Brave
Short Interruption
Blood Bound
Crimson Thunder
Any Means Necessary
Threshold
Riders Of The Storm
Templars Of Steel
Let The Hammer Fall
Hearts On Fire