SAD IRON - Total Damnation

03 sadiron

VÖ: bereits erschienen
(Skol Records)

Style: heavy Metal

Homepage:
SAD IRON

Die holländische Metalszene hatte schon immer etwas für sich und sieht man einmal ganz davon ab, ihren eigenen Charakter, völlig unabhängig davon, ob in kommerzieller und nichtkommerzieller Hinsicht. VORTEX und HAMMERHAWK sind waschechter Undergroundkult, die seit 1979 bestehenden SAD IRON, Hollands früheste Powerspeedband erster Stunde, deren Debüt 'Total Damnation' kurz nach Abebben der NWOBHM-Blütephase erschien, darf erwähntem Kreis locker hinzugerechnet werden. Das auch diese Combo sich seinerzeit an der NWOBHM orientierend, den einzigartigen Spirit der NWOBHM-Blütezeit (1980-82) gierig in sich aufsog, macht die 1983 erschienene (nun in CD-Form nachgepresste) Vinyl-LP bereits ab den ersten drei Minuten deutlich. An mancher Stelle dürfte der Gesang bei aller Varianz mehr Biss vertragen, was den Inhalt der Tonkonserve aufgrund überwiegender Vorteile jedoch nur geringfügig trübt. Ungeschliffen rotzig werden scharfkantige Gitarrenriffs, filigrane Leadsoli gipfelnd in rasant ausbrechenden Tempo- Attacken gefahren. Oldshool bis zum Anschlag rumpelnde Bassläufe und ein dumpf abgemischt bezeichnender maßen ins Gesamtbild hinein passendes Schlagzeug sorgen für ordentlich Dampf. Der ziemlich unorthodoxe, kaum einem bestimmten Idol huldigende, dafür unterschiedlichste Stilfaktoren aufweisend extrem virtuose Gesang von Stimmakrobat Herke van der Poel erinnert u. a. an Ex-TANK-Shouter Algy Ward oder SATAN-Vocalist BRIAN ROSS. Nummern vom Typ „Demon's Night“, „Prisoners“, „We all Praise the Devil“ oder das heroisch balladesk eröffnend, zur kräftigen Rock n' Roll Orgie geratene Titelstück „Total Damnation“ müffeln geradezu vor ungeschliffenem Oldshoolflair, was echten Undergroundmetal ja gerade so liebenswert macht. Als wichtige Richtungsweiser von SAD IRON kristallisieren sich Combos wie RAVEN, HOLLOW GROUND, TANK und SATAN heraus. Aufgestockt durch zwei rare Livetracks des 'Holland Heavy Metal Vol. I Live in Brouwershoek'-Samplers plus drei weiteren vom geplanten, in den 80ern aufgrund miserabler Umstände leider unveröffentlichten Zweitwerk 'The Antichrist' (das Label ging pleite) in Form eines Zwölftracklings wiederveröffentlichte hauptsächlich für NWOBHM-Jüngerschaften interessante Compilation zum intensiven Hörgenuss. Mit den in furiosem High-Speed Tempo alles wegblasenden Granaten „Living Like a Rat“ und „We play to Kill“ verfeinert durch kräftige Backingvocals servieren die Oranjes zum Schluß noch zwei Highlights, deren Stil frühen Protospeed-NWOBHM-Vertretern á lá RAVEN und SATAN zugeschrieben werden muss.

Die positive Nachricht für Schlechtredner lautet: SAD IRON haben ihre Auszeit beendet, sind zurückgekehrt, womit davon auszugehen ist, das der damals unter den Tisch gefallene Zweitling eventuell spätestens im nächsten Jahr tatsächlich doch erscheint. Was lange währt, wird endlich gut. "Total Damnation" lebt faszinierend eigenständig klassischen NWOBHM-Spirit! 7,5/10 Punkten.

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