8. MASTERS OF CASSEL - Kassel, K 19

Festival vom 12.12.15

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MOC

Das MASTERS OF CASSEL öffnet schon zum 8. Mal seine Pforten und es hat neben einem bunt gemischten Billing inklusive manch faustdicker Überraschung noch einiges mehr auf Lager. Grund genug, das geliebte Event passend zur Weihnachtszeit in bewährter Location mit einem gepflegten Besuch zu beehren. Vor dem Eingang steht ein von Lichterschläuchen beleuchteter Pavillon, aus dem es angenehm wohlriechend, bruzzelt und dampft, was mir gleich ein erstes Lächeln abringt, - aha für's leibliche Wohl ist bestens gesorgt! So jetzt aber in zügigem Tempo zum Eingang marschiert schließlich will ich gleich die erste Band nicht verpassen. An der Eingangskasse steht ein gefülltes Glas mit rot-weißen Zuckerstangen in Gehstockform, wer Lust darauf hat, darf sich bedienen. Dank einer heute tatsächlich auf die Minute pünktlich in Kassel eintrudelnden Bahn liege ich gut in der Zeit. Dem zunächst etwas begriffsstutzigen Taxifahrer hingegen sollte eigentlich bekannt sein, wo das Kulturzentrum K 19 liegt. Nun ja, der große Bauplatz mit vielen Zäunen am Unigelände reicht als grobe Wegbeschreibung aus, ähem... ok, nicht weiter schlimm, kommt vor.

Dass es sich beim M.O.C. um eine Rockveranstaltung mit enormen Geräuschpegel handelt, steht auf dem an einem Pfeiler neben der Bühne angebrachten Schild ganz massiv in aller Deutlichkeit geschrieben. Was im ersten Moment kaum zu überlesen dick aufgetragen wirkt, Ohrstöpsel gibt's für günstige  0,50 Cent an der Abendkasse zu kaufen, deren Verwendung empfohlen wird, hat Psychologischen Effekt: Es wirkt. Das der Veranstalter bei Missachtung dieser Gehörschutzauflage kein Risiko übernimmt, versteht sich ebenfalls ganz von selbst. Und ei der Daus, wer hätt's gedacht..., direkt oben drüber befindet sich die Running-Order einschließlich Spielzeiten aller Bands angebracht. Oft sind's die kleinen Sachen, die so richtig Freude machen. Vorbildlich!

VILE

sorgen gleich für einen heftig starken Auftakt im K 19. Die Tatsache, das alle Musiker und -rinnen irgendwann schon einmal in anderen Bands gespielt haben, gereicht ihnen dabei zum Vorteil, der Bekanntheitsgrad von VILE sorgt in diesem Fall gerade beim Opener für ein deutlich kräftiges Plus. Im Saal herrscht bereits ordentlich viel Betrieb, weil der straight vorwärts herausgeballerte deftig in den Hintern tretende Old School-Deathmetal (u. a. „Hunter“, „March To Death“) prima beim Publikum ankommt. Einige schwer ihre Mähnen rotieren lassende Fans geben zusammen mit der äußerst heftig brutal direkt auf den Punkt kommenden Band alles. Nach gefühlten dreißig Minuten ist die amtliche Deathmetal-Vollbedienung zu Ende und ein durchweg positiver Start geglückt!

WARLUST

Nach der fetten Deathmetalpackung von VILE liegt die Messlatte für die nach ihnen kommende Band recht hoch, das müssen WARLUST schmerzlich erfahren, die mit ihrem derben War Black Metal-Thrashgeprügel wie der Name verrät, gegenüber dem fett aufspielenden Opening Act Vile klar den kürzeren ziehen. Irgendwie wirkt die Band ein wenig deplatziert im Billing. Durch mehrfache „Mach mal die Gitarren lauter“-Unterbrechungen sowie überflüssige Rückkopplungen die den fließenden Rhythmus ausbremsen, macht sich der Black Metal-Thrash-Vierer trotz bis unter die Decke vorhandenem Räudigkeitsfaktor bei rohem Härtegrad zwischenzeitlich selbst das Leben enorm schwer. Musikalisch gibt es kaum Abstriche bei den vier um die Augen herum schwarz Geschminkten zu verzeichnen, Drummer Warmachine im lässigen roten Shirt auf dem Höckerchen sitzend, sorgt für den Hingucker des Tages und schlägt seinem Spitznamen Ehre machend auch die aller schnellsten Taktfolgen traumhaft sicher wegklöppelnd, eine deftig austeilende Kelle. WARLUST- Fronter Witchfukker keift sich die Kehle heißer. Insgesamt weiß der knallhart von satt groovenden Midtempo-Breaks durchsetzte oft hyperschnelle Black Metal-Thrash von WARLUST auf musikalisch-technischer Ebene zu überzeugen, dennoch staunt die gern das Gaspedal bis zum Anschlag durchtretende Band nicht schlecht, dass in der Mitte eine recht große Lücke klafft, auch wenn der Bass rumpelig schreddert und die beiden Flying V's noch so heftig röhren! Im Publikum rührt sich bedauerlicherweise wenig, einige Besucher wippen mit dem Fuß und nicken vereinzelt mit dem Kopf, andere schauen interessiert oder gelangweilt zu, während es einen Großteil der Leute zwischen zeitlich zum Rauchen, Essen oder zwecks gepflegter Unterhaltung nach draußen zieht. Sound und Ruppigkeitsfaktor der Thüringer Black Metal-Thrasher WARLUST gehen ok, dafür die Meinungen weit auseinander, was wohl auch daran liegt, das viele mit derart ruppigem Black Metal-Thrashgeschrote zu so früher Abendzeit kaum wirklich etwas anzufangen wissen. Schade. Unterm Strich zwar ein guter bis zufriedenstellender, jedoch nicht durchweg überzeugender Gig.

Eckbert's Pavillon outet sich als gern zu begrüßende Neuerung auf dem MASTERS OF CASSEL. Neben Bratwürsten wird auch viel warme Küche angeboten. Es gibt deftigen Eintopf, Gulasch- und Wirsingsuppe, Brötchen mit Leberkäse, Süße Kartoffeln (Sweet Potatos) und vieles mehr. Das breit gefächerte Spektrum verschiedener speisen mundet, wovon sich der Rezensent ebenfalls überzeugt und weiß zu gefallen. Ein sehr zuvorkommendes Team ist bemüht jedem Wunsch gerecht zu werden, um das leibliche Wohl zu stillen. - Eine Mission die ausnahmslos erfüllt wird! Hoffentlich wird Eckbert's Pavillon zur festen Einrichtung bei künftigen 98-Records-Events. Getränketechnisch ist das K 19 mit einer ziemlich breit sortierten Auswahl zu fairen Preisen (2 Euronen Pro Getränk, 0,50 Cent Flaschenpfand) ausgestattet, 0,5er Flaschen kosten geringfügig etwas mehr. Das Angebot reicht von Apfel- und Holundersaft, Bionade, Apfel/Kirsch-Limo Hefe- Weizen, Cola/Bier, Wasser, alkoholfreiem Bier, Cola und Bier bis zu Orangen- und Zitronenlimo. Die Garderobe hat wie immer geöffnet, Bandmerchandise gibt’s rechts vor dem direkt um die Ecke platzierten schwarzen Leder-Sofa zu erwerben. Direkt gegenüber wie könnte es anders sein (?) ist auch der 98-RECORDS-Stand mit gewohnt repräsentativer T-Shirt/Tonträgerauswahl vertreten.

CODE RED

Thrash mit modernem Einschlag der sich im groben aus MACHINE HEAD, METALLICA, PRONG und kräftigem Hardcoreanteil zusammensetzt ist generell nicht mein Ding, auch wenn die Band CODE RED heißt. Sänger Frank Ungewickel der nicht wenigen Kasseler Metalheads von seiner bekannteren Hauptcombo, der Kasseler Thrashinstitution TOXIN bekannt ist, gründete CODE RED innerhalb der 90er Jahre womit er heute fast so etwas wie ein Heimspiel an alter Wirkungsstätte hat. 2014 nach langer Pause reanimiert, ist die Erwartungshaltung im Publikum entsprechend hoch. Heavy Metal-Fans diverser Baujahre darunter ein nicht unerheblicher Anteil Musizierender warten gespannt auf die Rückkehr von CODE RED. Gleich zu Anfang verlangt die Combo einen Moshpit vor der Bühne, den sie im weiteren Verlauf sogar mehrfach fordert, der sich entgegen verstärkter Aufforderung nicht bildet, da es trotz vieler Zuschauer kaum voller im vorderen Bereich wird, entwickelt sich zwar vereinzelt Bewegung im Publikum, aber keine wie von der Band erhofft massenhafte. Kopfsocke und Samhain-Shirt bilden einen abstrakten Kontrast zur Musik des Baden-Württemberg-Vierers. Überall wohin der Blick auch schweift, sind erstaunte, schmunzelnde, nachdenklich, angespannte oder völlig ausdruckslose Gesichter zu erkennen, das Meinungsspektrum bei CODE RED ist extrem in sich aufgespalten, obwohl die süddeutschen mit zunehmender Spielzeit für einen recht ordentlich mit Leuten gefüllten Saal sorgen. Kraftvoll dynamisch pumpende Grooves besitzen CODE RED zu Hauf. Die Gitarren drücken fett, getrieben vom knallenden Schlagzeugpunch, actiongeladenes Bühnenposing fehlt ebenso wenig. Gesanglich ist der blonde ständig um die Gunst des Publikums bemühte genauso wie seine Mitstreiter alles aus sich herausholende CODE RED-Fronter gut zu verstehen. Nach Ablauf der offiziellen Spielzeit verkündet Frank Ungewickel, das er sich unter Berufung auf Absprache mit dem Veranstalter seiner Zeit in Kassel wegen das Privileg heraus nimmt, einen weiteres Extrastück zu spielen, ehe seine Mannschaft die Bühne verlässt, womit festzuhalten bleibt, das es CODE RED durch gespaltene Publikumsresonanz allenthalben bedingt gelang, das Stimmungslevel effektiv anzuheben. Nach CODE RED zieht es mich raus an die frische Luft, schnell einen Happen essen, dazu kühle Orangenlimo trinken und Konversation führen, während sich im Geiste das Verlangen ausbreitet rechtzeitig in die Pötte zu kommen, wenn eine gewisse Kasseler Sensenmann-Crew zum Tanz bittet. Draußen ist es nasskalt, weshalb ein unterm Shirt getragenes Longsleeve zweckmäßig erscheint.

REAPER

legen erwartungsgemäß eine wirklich gute Show hin, heute zur Überraschung ihrer treuen Fans ungewohnt ohne bewährtes Material. Kein „Fields of Joy“, „Azrael“, „Nemesis“, „The Raven“...? Irgendwie vermisst man schon etwas, dennoch lässt sich der treu ergebene REAPER-Fanblock die Lust am Headbangen ebenso wenig nehmen, zumal das Material vom bisher stärksten REAPER-Output 'An Atheist Monument' live keinen schlechten Eindruck macht. Möglicherweise findet gerade manch aktuellerer Song von dieser Hammerscheibe der Sensenmann-Crew schon bald seinen Weg in die Unverzichtbarkeitsliste. Das REAPER es sich leisten können, auch mal einen Set beinahe überwiegend komplett ohne älteres Material durchzuziehen, worauf großzügig verzichtet wurde, zeigt sich daran, dass die gesamte Band auch damit ihr Publikum in Bewegung bringt. Gitarrist Benny ist es zu heiß, weshalb er konsequenterweise den Oberkörper freimacht und seinem T-Shirt eine Auszeit gönnt. Daniels Gesang ist - soviel kristallisiert sich bei kräftig gegen das Übel von Religion wetternde Nummern wie „Of Sheep and Shepherds“, „Hail The New Age“ und „Realms of Chaos“ heraus, flexibler geworden als früher. Mit der höchst seltenen Rarität „The Iron Cross“ (vom 2000er Cardinal Sins-Release) geben sich REAPER experimentiell und risikofreudig zugleich. Das am Schluß mit „Lucifer Rising“ noch der ultimative REAPER-Rausschmeißer als Zugabe gebracht wird, erfreut nicht nur das eifrig rockende Kutten-Fanklientel in vorderster Reihe. Somit bleibt ein beherzter Promo-Gig für's aktuelle Album zu attestieren, der Kassels finest in puncto klassischer Heavy Metal genauso repräsentierte, wie man REAPER kennt, mag und schätzt!

MORTAL TERROR

MORTAL TERROR beweisen in Ranger, Night Demon-Shirts und ich meine auch NUCLEAR ASSAULT erkannt zu haben) auftretend nicht nur optisch Geschmack, sondern bringen die Hütte zum Toben! - Eigentlich war dieser Part Steelpreacher zugedacht. Der Fünfer gibt sich vom Start weg motiviert, die Musiker sprühen vor Spielfreude. MORTAL TERROR sind wie ein guter Wein, der mit den Jahren immer besser wird. „Violent Years“, „Speed Demon“, „Oldshool“, „Creating Destrucktion“..., egal welche Abrissbirne aufgefahren wird, MORTAL TERROR erzeugen mächtig Oldschool-Gitarrenalarm, nehmen das K 19 komplett nach Strich und Faden auseinander, wobei der ursprünglich aus Hann-Münden kommende mittlerweile in Kassel beheimatete Fünfer heute mindestens einen ganzen Tick stärker aufspielt als beim überzeugenden Gig auf dem EASTER-METAL-MEETING im April. Die Band funktioniert wie eine frisch geölte Maschine: Präzise, knallhart, einmal in Gang gesetzt, beständig auf Hochtouren laufend. Shouter Stefan „Charlie“ Kuhn , dessen aggressiv-giftiges Organ wirkungsvoll zur Geltung kommt, hüpft zwischendurch gar mit erhobener Faust die Fans anfeuernd über die Bühne, angetrieben von einer wahnsinnig straight und jederzeit sicher agierenden Rhythmussektion. Gerret „Rox“ Geilich holt alles heraus, was sein Bass hergibt, Jürgen Grauer klatscht unermüdlich auf Becken und Felle, das es nur so scheppert! Das wie aus einem Guss aufspielende Axemenduo alias Dirk Wieland und Matthias Kayser entfacht soviel mörderischen Druck, sich in einen unbeschreiblichen Rausch hinein steigernd, permanent heftig Dauerfeuer auf immensem Hochkaräter-Level gebend. Im Fanpulk geht’s tierisch ab, viele Matten sind ununterbrochen wirbelnd am fliegen. Yes, da ist pausenlos Bewegung drin! Beim kontrastreichen Schlußdoppel „Antichrist“/ “Jesus“ wird das ohnehin phasenweise enorm hohe Tempo extrem forciert, alte SLAYER, MEGADETH, SODOM, VIOLENCE... - Donnerlüttchen! MORTAL TERROR spielen immer entfesselter auf, das Publikum gerät komplett am Stück außer Rand und Band! Hoffentlich bekommt die sympathische Truppe künftig mehr Gigs, wo sie ihr Können unter Beweis stellen kann. Bürsten werden heute nicht gereicht, - ein waschechter Running Gag wiederholt sich eben kein zweites Mal. ;-) „Waren wir ok?“ richtet Shouter Charlie dezent leise und vorsichtig seine Frage ans Publikum. Was für eine Untertreibung. Donnernder Applaus vieler Hände verbunden mit massiv geäußerter Zugabeforderung bestätigen den Gesamteindruck.

MORTAL TERROR haben immens heavy das Kulturzentrum K 19 auf allerhöchstem Energielevel zerlegt, die Platzierung des nordhessischen Thrashurgesteins an Position 5 im Billing entpuppte sich als ausgezeichnete Wahl! Der Stimmungspegel bei zahlreichen Masters of Cassel-Gästen ist extrem steil nach oben geklettert. Nach solch beeindruckend brutal alles wegblasender Oldschool-Thrash-Lektüre kann es keine Steigerung mehr geben, es sei denn die nachfolgende Combo heißt:

STEELPREACHER

Pünktlich wie die Maurer legt zur besten Abendstunde um 21:55 Uhr (nach Kasseler Ortszeit) endlich die Wunschband los, auf deren Audienz zahlreiche Fans in und um Kassel nach zwei fehl geschlagenen Versuchen so lange vergeblich warten mussten: STEELPREACHER geben ihren Einstand im K 19! Spaß, Bier und Rock n' Roll sind beim Koblenzer Trio das mit keiner anderen deutschen Band vergleichbar ist, jederzeit vorhanden stets Trumpf. Vor der Bühne bildet sich eine größere Fanblase. Den gelungenen Einstieg markiert der Hymnenohrwurm „Dreamweaver“ , „Drinking With the Devil“, „Bitchcraft“, „Start Raising Hell“ verteilen kräftig aus dem vollen schöpfenden Heavy Metal/Rock n' Roll -Klassikerfundus edlen Highsteel-Kultfaktors, geprägt von 80er-Helden wie ACCEPT, WASP, RUNNING WILD, SAXON, AC/DC, MOTÖRHEAD, JUDAS PRIEST usw., - immer mit individuell eigener Stilnote versehen. STEELPREACHER ziehen, wo immer sie auftreten, ihr beinhart auf ehrlichen ausnahmslos trendfreien (100 % puren Oldshool-Metal!)schwörendes Fanklientel. Stilgemäß in Kutte, Domestos getränkter Jeans und Patronengurt repräsentieren sie exakt das, wofür H e a v y M e t a l im Grunde genommen steht! Massives Faust ballen, fleißiges Hörnergabel zeigen sowie das erforderliche Maß an Textsicherheit ist bei jedem STEELPREACHER-Gig Pflicht. Für überdurchschnittliche Livequalitäten ist das Trio hinreichend bekannt; somit verwandelt sich das K 19 mittels dreier Akkorde (und keinem Halleluja!) in eine vor Schweißgeruch müffelnde Bier getränkte Partyhölle! Weitere Standards wie „Blame it on Booze“ und „Hammered and Down“ wecken unnachahmlichen 80er-Jahre Spirit, lässige Rock n' Roller vom aktuellen Brecher 'Devilution' - „We Don't Get Drunk“, „To Old For Dying Young“, „Rock n' Roll On My Mind“ fügen sich nahtlos in den Set ein. - Fein, so muss es sein!

STEELPREACHER fuhren folgende Setlist in Kassel auf:

Dreamweaver
Drinking With the Devil
Bitchcraft
Forces of Hell
Blame It On Booze
We Don't Get Drunk
Start Raising Hell
Rock n' Roll on my Mind
Hammered and Down
To Old For Dying Young
DOA
Hell Bent For Beer
We Want Metal

Wilde Kreise dreht ein exzessiv rotierendes Grüppchen ausgelassen feiernder Fans, wobei der schon bei Mortal Terror kostümiert mitfeiernde Osterhase (und das zu Weihnachten, *kopfschüttelt*) wahnsinnig Partystimmung verbreitet, wie die vollends auf High-Power-Energielevel ausklinkende Kuttenträgerschaft! Mehrere Crowdsurfversuche scheitern, das tut der ausgiebigen Partystimmung keinen Abbruch. STEELPREACHER sind, wie sie selbst betonen, eine ziemlich unprofessionelle Band, was ihre Fans nicht im geringsten stört. Im Gegenteil, es macht das live weder schrecklich aalglatt, geschweige auf Biegen und Brechen fehlerfrei klingen müssende Trio umso glaubwürdiger, sprich von Grund auf sympathisch! Dreckig, räudig heavy groovend mit mächtig Spaß inne Backen bleibt bei den 'Stahlpredigern' kein Auge, (vor allem keine Kehle!) all zu lange trocken! Zunächst werden die Fans mit fließendem Bier verköstigt das aus dem tropfenden Hahn spritzt, danach kleben die Haare erst richtig schön grins* das vom Trio gespendete 5-Liter Bierfass erfreut sich wie überall, so auch in Kassel großer Beliebtheit. Dafür, dass der Inhalt in die richtigen Kanäle fließt und kein Tropfen vergeudet wird, sorgt die Kutte, Nieten, Spandex, Patronengurt, Jeans, Holzfällerhemd, Lederjacke tragende Anhängerschaft, die sich ehrlich, wie es sich gehört, den gesamten Inhalt des angezapften Fasses austrinkend, teilt. Zwischenzeitlich schaffen es Frauen in Blockstreifenhosenoptik und Kutte auf die Bühne, (toller Anblick!) während sich die Herrenriege ausgelassen Tanzend, Grölend, auf Teufel komm raus Headbangend unterhalb der Bühne austobt! STEELPREACHER sind von ihren Fans angetan, finden lobende Worte für ein Klasse Publikum im K 19. Ihr bestes Hymnentriple haben sich die Koblenzer bis zum Schluß aufgehoben: „D. O. A., - „diese drei Buchstaben kennt jeder, ich will sie ganz laaaut von euch hören!“ gibt Gitarrist/Sänger Jens „Preacher“ Hübinger die Order an sein Publikum aus, das Mitsingspielchen greift. „D – O... - D.O.A.! D – O... – D.O.A, D - O... D.O.A.“ hallt es stimmgewaltig durch's K 19! Was für JUDAS PRIEST-Fans Hell Bent For Leather bedeutet, heißt bei STEELPREACHER-Maniacs „Hell Bent For Beer“. Mit dem ultimativen Partymonster „We Want Metal“ - The Only Reason, we are Here..., We Want Metal (!), We Want Beer (!) zündet das Trio die letzte Rakete. Im treuen Fanblock herrscht unbändige Stimmung bis die ausgelassene Party wie jede Sause irgendwann auch einmal endet ( in diesem Fall nach 65 Minuten Volldampf am Stück) weil das Licht angeht. Fazit: STEELPREACHER wurden ihrem Ruf als exzellenter Liveact im K 19 jederzeit gerecht!

Wenige Minuten später ist das Trio fleißig mit Autogramme geben, Tonträger und Merchverkauf beschäftigt. Ein begeisterter Rezensent deckt sich kräftig bei den locker aufgelegten Musikern mit fehlendem Material ein, das amtliche Foto mit dem hoch erfreuten Trio gibt’s als Belohnung für harte Arbeit vor der Bühne zur ultimativen Krönung eines oberamtlich fetten Headlinergigs dazu.

DISCREATION

lassen am Schluss extrem heftig den Knüppel kreisen, das von schnell rausgefeuerten Blasts und schweren Grooves gezeichnete Raum für Melodien schaffende Grind-Deathgeballer des Hanauer Fünfers um Gitarrist Sebastian Schilling (gut Informierten als Redakteur vom RockHard-Magazin bekannt), findet im noch zu später Stunde ansprechend mit Leuten gefüllten K 19 seine  Anhängerschaft.  Bei DISCREATION kreisen innerhalb der Deathmetal-Bangerschaft fleißig Mähnen im Propellerverfahren. Ein derbe abgehender Pit mit Pogen und Crowdsurferalarm, der sich nichts schenkt,  ist bei brutalen Todesbleieruptionen mit heftigen Grinddeath-Ausbrüchen auf teils hohem Geschwindigkeitslevel wie „The Silence of the Gods, „To Cosmic Shores“ oder „Savage Soul“ ohnehin unvermeidbar, wodurch ein weiteres MASTERS OF CASSEL auch für die Knüppelfraktion reichlich gelungen zu Ende geht!

Der gesamten 98-Records-Crew inklusive Security muss für einen abwechslungsreichen Heavy Metal-Kleinevent in kampferprobter Location, (der aus meinem Tourkalender seit Erstausgabe überhaupt nicht mehr wegzudenken ist) für alle und jeden etwas bereit hielt, ein dickes Extralob gezollt werden. Die Organisation verlief reibungslos, Licht und Sound waren gut, das Angebot von Speisen lecker dank Eckbert und seinem freundlichen alle verköstigenden Team reichhaltig, Geschenke für die frühesten Gäste gab's auch, womit sich der Nikolaus gewohnt spendabel zeigte.

Fotos: Michael Toscher

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