RHAPSODY OF FIRE - Dark Wings Of Steel

11 rhapsodyoffire

 

VÖ: 22.11.2013
(AFM Records)

 

Homepage:
www.rhapsodyoffire.com

Mit „Dark Wings Of Steel“ veröffentlichen die „Original“ RHAPSODY OF FIRE ihr erstes Studioalbum ohne ihren Hauptsongwriter und Gitarristen Luca Turilli, der ja bekanntlich ebenfalls unter dem Namen RHAPSODY (nur eben mit seinem Namen als Zusatz) ein Album veröffentlichte und dies fleißig live vorgestellt hat. Man durfte sehr gespannt sein, wie sich die restlichen Mitglieder ohne ihn schlagen würden und welche Richtung das Ganze nehmen würde. Und irgendwie deutete die Live Scheibe Anfang des Jahres die Richtung an: Es wird erdiger.
RHAPSODY waren zwar von Anfang an bekannt für Bombast, fette Chöre, dicke Orchestrierung (ob Band oder von Musikern sei jetzt mal nebensächlich) und Pathos. Doch wo mich die ersten Scheiben noch durchweg restlos begeisterten, so konnten dies über die Jahre nur noch vereinzelte Songs. Das Gesamtpacket war mir dann doch zu überladen: Zu viel Bombast, zu viele Gesprächssequenzen (auch wenn Christopher Lee eine Ikone ist, irgendwann nervte das Ganze fast schon) und für meinen Geschmack auch zu viel Gefuddel und zu wenig songorientierte Melodien.
Das Ganze scheint Geschichte zu sein, denn hier wirkt nichts mehr überladen. Es gibt zwar noch fette Chöre („Angel Of Light“, „Rising From Tragic Flames“ oder der mit einem richtig geilen Refrain ausgestattete „Fly To Crystal Skies“), es gibt auch ab und zu Gefrickel und Gefuddel (meist vom Keyboard eingeleitet und von der Gitarre als kleines Solo abgerundet wie bei „My Sacrifice“) und Orchestrierungen. Aber das Ganze ordnet sich den Songs bzw. den Strukturen unter und nimmt in keinster Weise mehr überhand. Eher ist alles so dezent eingesetzt, dass man diese Scheibe von der Entwicklung her schon fast noch vor das Debüt Album stellen könnte.
Und genau da ist auch der Punkt, weswegen ich hier ebenfalls noch nicht zu 100% überzeugt bin: Die Richtung, alles etwas mehr erdiger zu halten und mit Orchester und Chor nur die guten Stellen zu unterstreichen ist zwar für meinen Geschmack vollkommen richtig, aber es kommt mir vor, als ob die Band hier sogar einen zu großen Schritt gemacht hat. Eventuell müssen sich die Bandmitglieder aber jetzt auch erst wieder neu finden und mit der Situation zurechtkommen.
Besser als die ganzen letzten Jahre gefällt mir die Scheibe auf jeden Fall, um an die Klasse der Anfangstage zu kommen, müsste aber evtl. noch mal eine kleine Prise von Allem drauf gesetzt werden.