JACK STARR (Featuring Rhett Forrester) - Out Of The Darkness

VÖ: 08.11.2013
(Limb Music)
Homepage:
http://www.jackstarr.com/
Mit seinem Ausstieg bei VIRGIN STEELE startete JACK STARR seine Solokarriere, was nun auch schon wieder seit mehr als dreißig Jahren zurückliegt. Geboten wird guter US-Metal alter 80er-Schule, der heute in dieser Form extrem selten geworden ist. MYSTIC PROPHECY-Shouter R. D. Liapakis übernahm das Mastering, während JACK STARR auf die Unterstützung von der THE RODS Rhythmussektion bauen konnte. Deutliche N.W.O.B.H.M.-Refernenzen luken bei „Concrete Warrior“ oder „Wild in the Streets“ oder Chains of Love“, (das für mich persönlich absolute Highlight, - scharfe Gitarren, bollernd treibende Doublebassbeats und eine geradezu in den Wahnsinn treibend brutal raue Speedkante zeichnen echte Granaten aus) hinter vielen Ecken hervor, wobei nicht nur frühe IRON MAIDEN zum Zuge kommen, was zeigt, das US-Metalbands gern schon mal ihren Blick auf die Entwicklung in Europa richteten. „False Messiah“ ist eine herrlich unter die Haut gehend an keinen geringeren als dem besten Heavy Metal-Sänger (wer außer Ronnie James DIO könnte damit wohl gemeint sein?) erinnernde Midtempostampfhymne. Zur klassischen auf Eurometal getrimmten Schule gesellt sich ein kräftiger Schuss classic-Hardrock hinzu, wobei inbrünstige Chöre („I Can't Let You Walk Away, Gospel-Gesänge und starke Instrumentals vom Feinsten die als Lehrbeispiele guter alter Gitarrenschule gelten, („Scorcher“, „Amazing Grace“) ebenso zur Entfaltung kommen. Am besten gefällt mir in erster Linie die exzellent-grandiose Gitarrenarbeit auf dem versteckten Fast-Klassiker. „Eyes Of Fire“ ist eine weitere Hymne der Sorte, die einen sofort bei den Weichteilen packt. Dem gegenüber steht das ungeheures Hitpotential offenbarende, fast schon als eine Art Tributesong an große Bands der frühen Glamrockära will heißen, THE SWEET oder SLADE zu verstehende, locker flockig ins Gehör laufende „Let's Get Crazy Again“. Das Balladeske „Odile“ glänzt durch traumhaft verspielte Melodiebögen, deren Inhalt JACK STARR'S gesamte Klasse zeigen. Zu den Bonustracks gilt anzumerken: Ein Auszug des berühmten von IRON MAIDEN kurioserweise im selben Jahr für deren auf dem Powerslave-Album befindlichen Melodicspeedklassiker „Aces High“ verwendete Churchill's Speech-Intro leitet das auf Wildwestromantik getrimmte „Exodus“ ein, das Stück könnte glatt einem Western entsprungen sein. Weiter geht’s mit dem ergreifend in erdig rockigen Blues Marke RORY GALLAGHER über gehenden „Sunday Strut“, das einem fulminant heavy um die Ohren geblasen wird, alle weiteren Bonustracks u. a. „Interlude In The Afternoon“ von Starr's 91er-Solowerk Blue Tears Falling bestätigen das große Talent des flexiblen Gitarrenvirtuosen. Am Gesang von Rhett Forrester, dessen Tod eine beklagenswerte Lücke in der US-Metalszene hinterließ, wird erst im Nachhinein richtig erkennbar, wieviel Klasse die Vinyl-Scheibe schon damals im Jahr 1984 besaß. Qualitativ zeitloser US-Metal aus den 80ern, der bis heute kein Gramm an Effektivität, Klasse und Eigenständigkeit eingebüßt hat. US-Metalfans, denen JACK STARR's 1984er-Solo-Debüt „Out Of The Darkness“ fehlt oder unbekannt ist, sollten das Ding einem dringenden Hörtest unterziehen!

