DEEP - Vol.1

VÖ: 04.12.2013
(Transubstans Records)
Homepage:
www.facebook.com/deepstoner
Unglaublich, wie viele Stoner und Doombands es in Italien gibt. Erfährt die dortige Szene gerade in letzter Zeit ausgelöst durch sich vermehrt ausbreitende Retromanie bisher ungeahnten Boom, sollten auch Bands, denen eine sehr wichtige Vorreiterrolle zufällt, da sie solche Musik längst spielten alsgerade eine Hand voll Bands existierte, deren stilistisches Augenmerk sich Doom rock/metal zuwendete, ihren Anteil vom Kuchen abbekommen. DEEP sind nicht bloß irgendeine x-beliebige Band, sie gehören zu den ersten und somit ältesten Wegbereitern auf schleppende Zeitlupen-Sounds schwörenden Bands, die fälschlicherweise aus welch unerfindlichen Gründen laut Infoblatt dem Stonerbereich zugeordnet werden, obwohl ihnen etwas kauzig düster mystisch okkultes, dem Namen entsprechend tiefgründiges anhaftet, denn tiefgründig geht es auf dem Silberdeckel jederzeit zur Sache, was nicht allein den herunter gestimmten Gitarren geschuldet ist. Vol. 1 beinhaltet schwer verdauliche Kost, bizarre Songstrukturen brechen sich Bahn, beschwörend heller Gesang, schwere, tief gestimmte Gitarren und kräftigen Punch entwickelndes Schlagzeug lauten die Erkennungsmerkmale der Italienischen Psychedelic-Doomer DEEP, deren stilistische Nähe zu Gründervätern wie PENTAGRAM, alten DEATH SS, WITCHFINDER GENERAL, BLACK SABBATH, ST. VITUS oder COUNT RAVEN reichlich vorhanden ist. Schon der von zähfließend über den Hörer herein brechenden Gitarrenriffs eingeleitete Opener „Sun“ dessen elegisch fast ritueller Gesang sich (dem Bandnamen in jeder hinsicht gerecht werdend) tief ins Gehör frisst, lässt das stilprägende Charakterelement genannten Bandkonsortiums zum Tragen kommen. Versatzstücke von LORD VICAR schließen sich obigem Einflussbereich an. Wenn im Blättchen von Stoner/Doom-Metal die Rede ist, kann diese Formulierung sicher kaum stimmen, zumal keine der aufgezählten Bands auch nur annähernd in den Bereich des Stoner-Genres fällt, geschweige denn so antiquiert abgemischt wie diese Combo ist, der stark okkulte Hintergrund einer Band wie DEEP schließt jedweden wie auch immer gearteten Stonervergleich praktisch von selbst aus. „The Wizard & The Mountain“ dümpelt zuerst einmal zähfließend wie siedend heiße Lava vor sich hin, entwickelt überraschend Tempoforcierende Geschwindigkeit, wird langsam ruhiger gleitet übergangslos tiefgründig leise in den nächsten Track „Hyperventilation Revelation“ hinein ehe sich erneut ein lässig rockend auf die frühen (Proto)-Doomwurzeln verweisender Groovepart anschließt. Selbst Ältere Semester unter Genrefans, denen DEEP bisher unbekannt waren, sollten sich beizeiten selbst die Ehre geben, die kauzig schräge Doom-Combo aus dem Stiefelland anzutesten. Je mehr die Tonkonserve im Laufwerk rotiert, desto mehr entwickelt sie spürbar ihren Reiz, um den Hörer zunehmend stärker in seinen Bann hinein ziehend zu fesseln. Als echte Anspieltipps empfehlen sich „Sun“, „The Wizard & The Mountain“, „Hyperventilation Revelation“ und „Sonic Mantra“. 8,5 von 10 Punkten für ein feines Perlchen in Sachen (Proto)-Doom sind nicht zu hoch gegriffen!

