BLACK MAGIC - Wizard's Spell


01 blackmagic

VÖ: 17.01.2014
(High Roller Records)

Homepage:
http://www.hrrecords.de

Beginnend mit überdeutlich provokant doofem Intro, steigen BLACK MAGIC in den „Wizard's Spell“ getauften Neuntracker ein. Danach wird eine scharf und heiß wie Hölle durch den Äther bretternde Kreuzung derbsten Oldshoolblack-Thrashs, N.W.O.B.H.M und auch ein bisschen US-Metal auf die ahnungslose Hörerschaft losgelassen, die sprachlos macht! Räudiger Oldshool Blackmetal-Thrash, dessen Einflüsse von SLAYER/VENOM/CELTIC FROST/METALLICA zu "Kill-Em-All" Zeiten an mancher Stelle sogar mit einem Hauch abgeschwächter POSSESSED gekreuzt, paart sich mit klassisch traditioneller N.W.O.B.H.M- und Speedanteilen. Alles fließt nahtlos ineinander über. BLACK MAGIC verstehen sich brilliant darauf, Brücken zur klassischen N.W.O.B.H.M. allem voran zur TOKIO BLADE/SATAN/BLITZKRIEG-Schiene zu bauen, rasant killendes Rumpel- Oldshool-Blackmetalthrash-Geballer inklusive Speedmetal und N.W.O.B.H.M. zu kombinieren. Mal ziehen sie die Temposchraube kräftig an, dann wird urplötzlich auf gedrosselt schleppendes Tempo heruntergefahren, ehe satte Midtempogrooves kräftig in den Allerwertesten treten! Sauber fließende Groovelines, Rhythmus-Wechsel, Tempovariationen und leidenschaftliche, an zahlreich unverzichtbar wichtige Szene-Acts erinnernde Passagen, die dem Heavy Metal kräftig ihren Stempel aufdrückten sind auf einer Plattform vertreten, die ausschließlich puristische Helden verehrt. Der verdächtig oft an VENOM Frontröhre Cronos denken lassende Gesang stellt nur einen Teil der Musik dar. Wüsste ich's nicht besser, würde für den ersten Teil von „Thunder“, keine geringere Classic Heavy Metal-Institution als IRON MAIDEN Pate stehen, ehe das Gaspedal abrupt im Vollgasmodus durchgetreten, SLAYER- zu Show No Mercy-Zeiten huldigt, während an mancher Stelle sogar Einflüsse der US-Powermetalkultband OMEN bei diesem Stück aufblitzen! Was ein herrlich abgedreht schräges Gebräu. Ungehobelt raues Midtempo-Riffing einschließlich prägnanter Leadsoli erinnert an den SLAYER-Nackenbrecher „Die By the Sword“ - das alles auf sprachlos machend gehobenen Niveau, - wie irre ist das denn??? Das Stück hätte auch „Black Magic“, „Crionics“ das eben bereits erwähnte „Die By the Sword“ oder „Evil Has no Boundaries“ heißen können, authentischer kommt man sonst an solch im Jahr 1983 entstandenen Tobak nicht heran, wobei es an eine wild inszenierte Kreuzung aller Vier denken lässt! „Night of Mayhem“ stellt sich als Zwitter ganz früher METALLICA zur Kill em' All-Phase, SLAYER und CELTIC FROST heraus. Bei „Embrace of the Occult“ wachsen der Oldshoolfraktion binnen Sekunden Hörner! VENOM und CELTIC FROST werden elegant mit frühen BLACK SABBATH gekoppelt, beim Gesang wird der oft kopierte, trotzdem unerreichte Tom G. Warrior lebendig. BLACK MAGIC haben (das blöde Intro dezent ausgeklammert ) sieben Volltreffer plus cremigem Zwischenspiel (The Ritual“), astreines Kraftfutter für die auf rotzräudig ungeschliffen puren Roh-Schredderstahl bauende Headbangerschaft abgeliefert, das sowohl Oldshool-Blackmetal-Thrasher, die von VENOM, SLAYER und CELTIC-FROST nie genug bekommen als auch N.W.O.B.H.M-Fans, deren Überzeugung sich im Bereich von SATAN, TOKYO BLADE und BLITZKRIEG trifft, begeistert. Aaarrgghhh! Wen bei Oldshoolgranaten wie „Rite of the Wizard“, „Thunder“, „Night of Mayhem“, die von hellen Klargesangschören begleitete einer Mischung aus IRON MAIDEN und SLAYER gleich kommende Hommage „Death Militia“ oder „Embrace by the Occult“ nicht das Headbangfieber packt, der hat etwas nicht mitbekommen. Er/sie sollte um den bis in die Haarspitzen oldshool behafteten Höllensilberling besser gleich einen Riesen Bogen machen.

Satte 9 Punkte von 10 für ein Album, das nach allen Regeln der Kunst sägend, krachend, kreischend und röhrend Erinnerungen an eine Zeitepoche weckt, in der das Produktionsniveau lange nicht so qualifiziert gewesen ist, wie heute. Dafür brachte der Bandpool in den Früh bis Midachtzigern unbestreitbare Topqualität in Serie hervor, die nicht das kleinste Gramm an Bedeutung und Klasse verloren hat. Wer Heavy Metal abgöttisch verehrt, wird, - nein: M u s s (!!!) dieses Album lieben!