SERPENT - Possessed By Night

VÖ: 10.01.2014
(High Roller Records)
Homepage:
www.facebook.com/hmsserpent
Mystische Sakral-Orgelklänge wecken binnen weniger Sekunden meine Aufmerksamkeit und was dröhnt mir auf diesem 8-Tracker zugleich das Debüt der aus Leipzig kommenden Heavy Metal-Formation SERPENT nach allen Regeln der Kunst entgegen? Eine locker ausgewogene Mischung feiner Oldshool-NWOBHM-Klänge zwischen SATAN und frühen BLITZKRIEG. Das nenne ich eine wirklich gelungene Überraschung! Hochmelodische Powerspeedbrecher im Hymnenformat auf kultigem NWOBHM-Level mit haufenweise zackig scharfen Riffs, Ecken, Kanten, fesselnden Lead-Soli, grundsolidem Bass- und Schlagzeugspiel sowie einer manchmal etwas zu sehr auf Demoformat befindlichen Produktion, ein Schönheitsfehler, über den sich anhand des gebotenen Inhalts lächelnd hinweg sehen lässt. „Possessed by Night“ versprüht pures N.W.O.B.H.M.-Feeling, das unglaublich intensiv an die frühen N.W.O.B.H.M.-Anfangstage erinnert. Der mittelalterlich verträumte Anfang des Groovehammers „Midnight Murder“ zeigt, das SERPENT neben all den genannten Vorzügen auch jede Menge Feingefühl für schöne Melodien besitzen. Textlich bewegen sich die Leipziger in Themenbereichen wie Mythologie, Magie und Religion. Coole Tempowechsel zwischen Midtempo- und Power- und Highspeedattacken sorgen für eine beständig ausgeglichene Mischung, bei der nie auch nur im geringsten Gefahr besteht, etwaig in Langeweile auszuufern. Mitreißende Leadsoli, coole Backgroundvocals, sowie ein ausgezeichnet klarer Hochtongesang, der nie zu aufgesetzt, sondern wie der Allerwerteste auf den Deckel zur Musik passt, lassen mich keinen Zweifel am Können der Truppe hegen. N.W.O.B.H.M.-Gourmets, denen die Leipziger SERPENT bisher unbekannt sind, können sich auf einen saucoolen Geheimtipp gefasst machen! Als Anspieltipps sind „Scream for Revenge“, die von satten Backgroundchorvocals aufgelockerte Headbangerorgie „Satans Soldiers of Heavy Metal“ sowie die zunächst lässig von akustischer Feinmelodie traurig fast ein wenig depressiv gezeichnet beginnende, zunehmend in exzessiven Midtemporiffkaskaden und Speedausbrüchen gipfelnde Rakete „The Stranger“ zu empfehlen. Ausgezeichneter, deutlich unter produzierter Pflichtstoff für die N.W.O.B.H.M.-Fraktion, der
je länger das Ding rotiert, zunehmend an Reiz gewinnt. 8 von 10 Punkten für ein starkes Debüt!

