INDIAN - From All Purity


01 indian

VÖ: 17.01.2014
(Relapse Records)

Homepage:
www.facebook.com/IndianDoom

„From All Purity“ schimpft sich der vierte Longplayer des Chicagoer-Sludge-Noise-Doom-Fünfers INDIAN. Heißer verzerrte Schreie, eine undurchdringbar dicke, regelrecht in Trancezustand versetzende Wall of Sound wird aufgefahren. Hass, Wut und Verachtung entströmen der brachial das Gehirn zermalmenden Tonkonserve gleich vom Start weg zu Hauf. Track 1 „Rape“ zeigt unmißverständlich auf, wo es langgeht. Ein permanent den Hörer auf Zerreißprobe stellend heißeres Gebrüll erschwert den Hörgenuss zusätzlich. Keine Musik für ruhige Kuschelsonntage, sondern knietief in die Magengrube, um brutal in die Nieren zu treten. Track 2, „The Impetus Bleeds“ schläfert binnen zwei Minuten ein, stumpf, ausdruckslos, nichtssagend monoton. Was ein Stück wie „Clarify“ darstellen soll, ist mir erst recht ein Rätsel. Purer Krach auf extrem verzerrter Basis als farblos im Nichts völliger Leere verlaufend gespielter Lärmexzess im völligen Soundbrei untergehend. Egal, wie sich das Gemisch aus Doom, Sludge, Noise, wilden Störgeräuschen und gesellschaftsentrückter Abgefucktheit schimpfen mag, immerhin liegen INDIAN oft nahe an dem, was man sich generell im Prinzip unter SLUDGE vorstellt, jedoch nur in halbgarer Qualität. Nach wie vor werden sich weder Feingeister noch Geschwindigkeitsrekordjäger auf das beharrlich zählfließend vor sich in köchelnde Süppchen einlassen, das INDIAN hier kochen, daran hat sich anno 2014 genauso wenig verändert, wie am gesamten Stil der Band. INDIAN werden erneut ihre Zielfangemeinde ansprechen, klar. Qualitativ liegt das Album irgendwo mitten im Durchschnitt, mehr auch nicht. Fans von CROWBAR, GRIEF, EYE HATE GOD, HIGH ON FIRE, BUZZOVEN, oder the THE MELVINS und ähnlicher Acts werden From all Purity vielleicht etwas abgewinnen, Aufgrund mangelnder Abwechslung und eines auf Dauer arg nervtötenden Langeweilefaktors läuft das Album streckenweise völlig an mir vorbei. Dank des mit Atmosphäre, Düsterniss und einem gut durchdachten Song Aufbau ausgestattet knallenden Schlußtracks „Disambiguation“, kommen INDIAN gerade noch knapp mit 5,5 von 10 Punkten für ein weiteres durchwachsenes Album, auf dem sich Austauschbares mit Qualitativ hochwertigem die Waage hält, davon. Mehr von zuletzt erwähntem wäre besser gewesen, so hingegen bleibt ein äußerst zwiespältiges Ergebnis zurück.