DÄNG - Tartarus: The Darkest Realm


01 dang

VÖ: 24.01.2014
(No Remorse Records)

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DÄNG! Was für ein simpel ausgefallener Bandname! Dachte zuerst, das wär' so ein heiter bis wolkig abgedreht komisches Wortspiel aus der Ecke Skandinavien, stelle ich zu meinem Erstaunen fest, das DÄNG in den Vereinigten Staaten von Amerika zu Hause sind. Progressive-, klassischer Heavy Metal, Doom und Gothic mit Einflüssen von LED ZEPPELIN, BLACK SABBATH, DANZIG, TOOL und düster-melancholischer 80er Gothicrock-Bands wie THE MISSION (UK) werden auf dem Siebentracker Tartarus: The Darkest Realm zusammen in einen Topf geworfen. So manches erinnert an COVEN in abgeschwächter Variante. Statt einer komplexen Angelegenheit wirkt das Material dank seiner Geradlinigkeit über weite Strecken stimmiger als man auf den ersten Blick vermuten würde. Fließende Gitarrenläufe, kraftvolle Riffs, abrupt das Tempo forcierender Grooves und zwischen durch in andere Bahnen umlenkende Progressiv-Stilwechsel, fügen sich prima ins Gesamtkonzept ein. Textlich greifen DÄNG auf bekannte und weniger bekannte in der Unterwelt aktive Sagengestalten wie Sisiphus, Titanen, Ixion oder Tantalus aus der griechischen Mythologie zu. Bezeichnend hierfür steht der unser europäischen Kultur oft in Verbindung mit Sisyphus-Arbeit bekannte Held Sisyphus: Der Wortlaut „Sisyphus-Arbeit“ beschreibt Aufgaben, die trotz größter Anstrengung nie beendet werden können. Zieht man die Geschichte des Helden Sisyphus ausführlicher in Betracht, geht die Bezeichnung in der genannten Wortkombination auf dessen Geschichte in der griechischen Mythologie zurück. Verstärkt im schleppend langsamen Tempo pendeln alle Songs beständig zwischen Schmerz, Trauer, Hoffnung, Melancholie in Verbindung zur heftigen Dosis roher Brachialhärte. Gerade die Kombination zwischen Progressive Klängen und Gothic sorgt für ein permanent vorhanden, skurill-abgedrehtes Stimmungsraster; spontane Rythmus-, Takt- und Tempowechsel bekommen genügend Freiraum. Faustdicke Überraschungen siehe u. a. beim von Akustikgitarre episch eingeleitet beginnenden Anfang von „Danaides“. Zur Mitte wandelt sich das Stück zum heftigen Midtempogroover, dem zackige Rock n'Roll-Soli im Stile von MOTÖRHEAD/W.A.S.P./TWISTED SISTER und wuchtige Düsterriffs mächtig Feuer verleihen! Lange Instrumentalparts sorgen für gesunde Auflockerung. Von wegen Däng, bumm, bätsch, weg und das war's! Ein empfehlenswert verschrobener (nie abgehobener) Trip in die griechische Mythen- und Sagenwelt, für Anhänger klassischer Heavy Metal-, Progressive-, Doom-, und Düster- Gothic-Klänge. 8 von 10 Punkten sind in Bezug auf ein gekonnt sicher Stilbrücken bauend, zugleich darüber hinweg schauendes Tondokument in aller Form verdient.