LAKE OF TEARS - By The Black Sea

VÖ: 31.01.2014
(AFM Records)
Homepage:
www.facebook.com/thelakeoftears
Ein zentnerschweres Doppelpack bestehend aus einer Live-CD und DVD das es kräftig in sich hat, erwartet die Darkrock/Metal-Fraktion zum Monatsende Januar. Das erste, aus meiner Sicht schon reichlich lange überfällige Live-Album, beinhaltet eine komplette Liveshow mitgeschnitten in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Die schwedischen Dark Rock/Metal-Pioniere LAKE OF TEARS Egal, geben eine attraktive Setlist zum Besten, egal ob altes Material aus frühen Anfangstagen „As Daylight Yealds“, „Ravenland“ oder „Sweet Water“, „Boogie Bubble“, der mittleren Phase „So Fell Autumn Reign“, „Forever Autumn“ , „The Shadowshires“ oder „Making Evenings“, nicht zuletzt psychedelisch eingefärbtes Material jüngerer Tage á lá „House of the Setting Sun“ oder „Illwill“ das Teil rockt und groovt saufett, inklusive toller Melodieführung und ausreichend Atmosphäre, das es ein wahres Privileg ist, den 16-Tracker sein Eigen zu nennen. Shouter Daniel Brennares von zahlreichen Stimmungswechseln geprägter Gesang reicht von melancholisch, verträumt, heißer, bissig-aggressiv, rau, flower-power-like bis depressiv, einfühlsam romantisch, seine Stimme tönt dabei mindestens noch eine ganze Spur voluminöser, zugleich räudiger als auf den Studioouttakes; ergänzend zur Untermalung bestimmter Stücke verwendete Soundeffekte (Geige, Keyboard, Glocke, usw., kommen effektiv dezent, nie allzu sehr dominant in Szene gesetzt zur Geltung. Die Gitarren erzeugen das ausreichende Quantum an Druck. Coole Mitsingparts lassen zwischendurch die Stimmung im Fanblock aufblitzen. LAKE OF TEARS vermitteln gewohnt ungeheuer intensiv kräftig unter die Haut gehende Liveatmosphäre, die ihr Fanklientel vom ersten Gitarrenriff an beginnend, gefangen nimmt. Traurigerweise ist kein einziger Track vom genialen 2008er Moons and Mushrooms-Album vertreten, das wäre wenn es überhaupt einen auf diesen Livetonkonserve fallenden Schatten gibt, dann allenthalben vielleicht den Tatbestand, das kein Track vom genannten 2008er Psychedelic-Darkrockmeisterwerk vorhanden ist. Allerdings haben LAKE OF TEARS bislang noch kein wirklich schwaches Studiowerk abgeliefert, weshalb sich auch dieser Kritikpunkt schnell ganz allein von selbst relativiert. Das auf eine Gesamtspielzeit von immerhin74 Minuten (!) kommende Livealbum besticht durch einen für LAKE OF TEARS erwartungsgemäß druckvoll abgemischten Sound und eine wirklich prickelnde Songauswahl erlesener Düsterrockperlen, die (bis auf die bereits erwähnte) sämtliche Schaffensperioden des für die Düsterrock/Metalszene seit ihrer Gründung schon gar nicht mehr wegzudenkend experimentiellen Künstlerquartetts um Fronter Daniel Brennare beleuchtend, abdeckt. Anhänger schwer groovenden Düster/rock und -metals mit reichlich Drive, emotioneller Tiefe und mächtig Drive können sich auf einen Live-Appetizer besonders fesselnder Art gefasst machen. Essentieller Pflichtstoff, an dem es für treue Anhänger des ambitionierten Dark-Romantik-Hippie-Kultrock-Schwedenvierers ohnehin kein Vorbei gibt!

