SCHANDMAUL - Unendlich

VÖ: 24.01.14
(Universal)
Homepage:
www.schandmaul.de
SCHANDMAUL ist und bleibt nun mal SCHANDMAUL, auch trotz Labelwechsel und Mainstream Vorwürfen. In meinen Augen ist diese Band sich immer treu geblieben und macht seit Anbeginn ihrer Karriere genau das, wonach ihnen der Sinn steht. Und herausgekommen sind dabei schon acht großartige Studioalben, inklusive „Unendlich“. Immer getreu dem Folk-Rock Konzept wurden diese Platten allesamt nach demselben Muster gestrickt. Und zwar wurde immer die durch Bass, E-Gitarre und Schlagzeug perfekt in Szene gesetzte Rockmusik mit den Folk Elementen, bestehend aus Dudelsack, Flöten, Drehleier und Geige, und dem unverwechselbaren und einzigartigen Gesang von Thomas zu unvergesslichen Melodien verarbeitet, die ein jedes Mal unter die Haut gehen. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich damals mit dem SCHANDMAUL Virus infiziert wurde. Das war zur Veröffentlichung von „Von Spitzbuben Und Anderen Halunken“, bei dem mich insbesondere „Der Letzte Tanz“ gefangen genommen hatte. Seitdem komme ich von dieser Musik einfach nicht mehr los, aber das will ich ja auch gar nicht.
Tja, wie gesagt, Unendlich“ ist nun das mittlerweile achte Studioalbum der Mäuler und dass dieses nicht so klingt wie vor fünfzehn Jahren dürfte ja auch wohl klar sein. Die Band hat sich über fünfzehn Jahre lang immer weiterentwickelt und dabei Songs geschrieben, die zu ihren jeweiligen Lebensabschnitten passten. Ich persönlich hoffe, dass der Albumtitel auch auf die Band passt, denn sie sollen bloß nie aufhören solche Musik zu schreiben.
Ganze fünfzehn Songs befinden sich auf diesem Werk, wobei im Laufe der letzten Wochen vor der Veröffentlichung immer mehrere schon im Netz zu hören waren. Ich persönlich wollte aber auf das ganze Album warten und habe somit der Versuchung widerstanden, reinzuhören. Um die Songs „Trafalgar“, „Euch Zum Geleit“, „Bunt Und Nicht Braun“ und „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ kam ich aber nicht herum. Und diese vier Titel machten mir das Warten allerdings nicht leichter. Im Gegenteil, sie machten meine Neugier ziemlich unerträglich, da sie Großes verkündeten. Dann aber war es endlich soweit und mein Exemplar von „Unendlich“ traf ein und hat meine ehrlich gesagt hohen Erwartungen mehr als übertroffen.
„Trafalgar“ ist der Opener und beschreibt die berühmte Seeschlacht zwischen den Briten und den miteinander verbündeten Franzosen und Spaniern. Dennoch ist der Song ein Gute Laune Stück und besticht durch flotte Rockmusik und ziemlich starker Melodie, die unheimlich gut von Birgits Einsatz geprägt wird. Beim ARD Morgenmagazin haben SCHANDMAUL ihn übrigens unplugged zum Besten gegeben. Genial! Ich kann gar nicht verstehen, dass es tatsächlich Kritiker gibt, die mit Thomas’ Gesang nix anfangen können. Ts, Ts, Ts! Mit „Trippelbruder“ geht es genauso fröhlich weiter und unterstreicht meine anfängliche Aussage, SCHANDMAUL ist und bleibt SCHANDMAUL, einfach unverwechselbar. „Kaspar“ tritt in die Spuren seiner Vorgänger und mit „In Deinem Namen“ wird es dann ein wenig progressiver, was dieses Stück für manch einen vielleicht ein bisschen schwer verdaulich macht. Ich persönlich halte den Song für einen der Hits der Scheibe, schon allein durch den Refrain und des Geigenspiels. „Bunt Und Nicht Braun“ ist das Statement der Band gegen rechtes Gedankengut. Nicht nur, dass der Song total genial ist, auch der Text lässt einen bedenkenlos zustimmen. Ich will jetzt auch gar nicht jeden einzelnen Song auseinandernehmen, kann aber sagen, dass es keine Füller gibt, dass „Trafalgar“, „In Deinem Namen“ und „Mittsommer“ meine Lieblingstracks dieser Scheibe sind, dass „Tangossa“ und „Little Miss Midleton“ zwei wirklich coole instrumentale Stücke sind und dass „Märchenmond“ ein ursprünglicher WETO Song ist.
Insgesamt ist „Unendlich“ typisch SCHANDMAUL und wird keinen Fan enttäuschen und es würde mich arg wundern, wenn sie damit nicht den einen oder anderen Fan dazu gewinnen können. „Unendlich“ ist unverzichtbar!

