METAL MIRROR - III


02 metalmirror

VÖ: 14.02.2014
(High Roller Records)

Homepage:
http://www.hrrecords.de/

Aha, die nächste Oldshool-Heavy Metal-Band mit ewigem Insiderstatus, die es nie über ein Debüt hinaus geschafft hat, denk' ich mir zunächst und bin sofort beim ersten Schrammelriff völlig baff! Fleißig ballt sich meine Faust, das Gehörntenzeichen wird aus dem Halfter gezogen und sich nicht nur in Gedanken Kutte übergestreift und sich dazu in Nietengürtel, Holzfällerhemd und Spandex geschmissen! Schon mein erster Höreindruck filtert auf Anhieb ganz frühe SAXON raus, Songs wie „Lady“ oder „Wild Cat Strike“ könnten auch von SAXON in deren kultiger Frühphase zu alten Saxon/Wheels of Steel-Zeiten kompiniert sein, sprich „To Hell and Back“, „Stallions of the Highway“ oder „Never Surrender“ heißen! IRON MAIDEN, SAXON, TYGERS OF PAN TANG, TOKYO BLADE, CLOVEN HOOF, RAVEN, MORE, TANK, und auch mal dezent ne' Runde SYAR, PERSIAN RISK, LEGEND, QUARTZ... passend zum Bandnamen spiegelt sich auf dem 15-Tracker vieles, was in der N.W.O.B.H.M. zu Beginn der 80er Rang und Namen hatte. Bei einem Track der Schiene „Crazy“ (alternate version) kommen seelige Erinnerungen an zahlreiche N.W.O.B.H.M.-Szene-Kultgrößen hoch, deren Riffs und Soli den Metal entscheidend geprägt haben! Da muss einen automatisch die Frickelgicht überkommen. Mörderisch fette Grooves, ein rotzig räudiges Organ, das mächtig Gift und Galle spuckt, ein wie entfesselnd hinter der Schießbude agierender Drummer, rasante Bassläufe zu denen sich ein spürbar kräftiger Hauch Straßenpunkflair gesellt, kommt bei dieser Truppe munter hinzu. Hey, mal ehrlich, wie geil ist das denn? METAL MIRROR bestehen immerhin auch schon seit 1979. Auf dem nunmehr endlich veröffentlichten Debüt gelingt es der Formation, ein wunderbar kantig raues NWOBHM-Feuerwerk abzubrennen, das auch vor alten keineswegs englischen Hardrockeinflüssen wie AC/DC, ROSE TATTOO oder THIN LIZZY nicht Halt macht, bestes Beispiel geben Grooveslasher vom Format „Knives and Dives“, „Montana Violation“ oder „Hard Life“, extrem Klasse! Herrlich wie hier gnadenlos quietschend, sägend ausnahmslos röhrend die Axt kreist, rasante Leadsoli drücken verbunden mit ungekünstelt erdig dreckigem Hardrockfeeling amtlich auf's Geweih, dass man bei zahlreichen N.W.O.B.H.M.-Produktionen jüngerer Zeit häufig vermisst. Ehe sich meine Wenigkeit noch weiter in zahlreichen N.W.O.B.H.M.-Ergüssen kombiniert mit klassischem Oldshoolhardrock ergeht, belasse ich es bis auf Weiteres dabei, tue der prächtigen Bombonschatulle unanfechtbare 9 von 10 Punkten aufgrund genannter Vorzüge in den Deckel, wobei immer wieder etwas anderes darauf zu entdecken ist, was für die enorme Vielfalt dieser Wunder wirkenden Medizinpackung spricht. Ein Sahnecremetaler erlesensten Genusses von absolut besonderem Seltenheitswert. Abgefahren, schräg und bis unter die Decke durchgeknallt. Zuckergussbombe mit exzessivem Rauschsuchtfaktor hoch10 bis unters Kinn. Definitiv keine Fragen mehr. Yeah, ich liebe das Teil!!!

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