BRDigung - In Goldenen Ketten

VÖ: 21.02.2014
(Rookies & Kings)
Homepage:
www.brdigung.com
Wieder eine CD, die ich schon, ohne sie zu hören, direkt gerne bewerte, auch wenn mich das Intro „MMXX“ etwas überrascht. So ein bisschen Apocalyptica, aber geile Gitarren-Riffs, die ich irgendwoher kenne. „In goldenen Ketten“ macht wieder klar, wo die Band als Punk-Band steht. 'Wir müssen ran, wenn alles andere versagt'. Ein netter Einstieg, der aber noch nicht so richtig mitreißen kann. Da setzt dann aber „Keiner stirbt allein“ an. Eigentlich die gleiche Melodie, aber schneller und härter. So gefällt mir das viel besser, auch wenn ich das nicht unterschreibe und immer noch sage, dass jeder für sich allein stirbt und nicht jeder Reim gut ist. Aber das Gitarren-Riff lässt mich mal wieder alles vergessen. Die Jungs wissen, wie man Zuhörer fängt. „Duschen unter Wolken“ ist mein Lieblingslied auf dieser CD. Eine andere Variante von 'Das Glas ist halbvoll' echt geil verpackt. Bei „Sommerlied“ setzt dann auch mein Verstand aus, was auch sicher dem Komponisten passiert ist. „Vergessen und verdammt“ setzt wieder direkt an. Gleicher Rhythmus, variierte Melodie und ein melancholischer Text. „Nicht mein Problem“ ist eine schöne Variante des Hochzeitsmarsches mit einem Text, den man wohl wirken lassen muss. Ich bin mir sicher, dass er auf viele passt.
„Endlose Nacht“ jetzt aber danach ist allein vom Rhythmus, der Gitarre und auch dem Text ein Schlag ins Gesicht. Schluß mit Friede-Freude-Eierkuchen. Hammer-Akkorde und die Stimme jagt einem Gänsehaut über den Rücken. „Wahre Helden“ ist so eine Mischung aus Ärzte und Onkels. Einfach, aber gut. „Tanze dickes Kind“ ist sicher ein Lied, das irgendwann unter die Rubrik 'Damit können wir uns nicht mehr identifizieren – jetzt hätten wir das nicht mehr geschrieben'. 'Die dicken Kinder von Landau' sind schon lange out, aber irgendwie ist das Übergewicht nie aus der Mode. „Ich mache Stress“ klingt auch etwas nach Selbsterfahrungsverarbeitung und ist guter ehrlicher Punkrock, wie ich ihn liebe. „NWO 2020“ haut dann etwas härter rein und irgendwie hat man sofort eine Assoziation für „NWO“. Perfekter Kombi von Gitarre, Bass und Drums. Getoppt wird das noch von der „Punkrock Oma“, wobei ich hier den Text ausser Acht lasse, denn auch das fällt unter die Rubrik 'Heute würden wir das nicht mehr so schreiben' (in 10 Jahren sprechen wir uns wieder). „Was sie von mir erwarten“ und „Trügerischer Frieden“ toppen dann eine CD, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Fazit: Bis auf einige Texte (2 Lieder) ist die CD sowohl textlich, als auch musikalisch ein Bonbon, das man wirklich auf der Zunge zergehen lassen muss.
Kauftip: 180% mindestens, denn auch wenn mir 2 Lieder textlich nicht so gut reingehen, so ist das Ding musikalisch und von der Aufnahme her ein Sahnestück. Das ist eine CD, die gerade in meine persönliche Top10-Liste aufgenommen wurde.

